http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/...von-Kai-Johannsen-4521973
Außer Spesen nichts gewesen, könnte man meinen. Dennoch denke ich, dass man eigentlich den Startschuss für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr gegeben hat, und zwar nicht um 25 Basispunkte (wie sonst), sondern wohl nur um 15 Basispunkte bis zum Jahresende. Denkbar wären auch 15 Basispunkte im Oktober, falls sich die Baustelle China in Wohlgefallen auflöst (wovon ich persönlich fest ausgehe), und dann noch weitere 15 Basispunkte im Dezember. In diesem Tempo wäre man Ende des kommenden Jahres bei ca. 1,5%, was ich in Anbetracht der niedrigen Zinsen in den anderen Teilen der Welt für einen Maximalwert halte. Demnach haben die Investoren jetzt erst einmal bis Montag Zeit, alles genau auszurechnen und ihre Planzngen für die kommenden 1-2 Jahre voranzutreiben. Es kommt sicher nicht von ungefähr, dass die US-Anleihen bereits heute zulegten. Der stärkere Dollar macht deutlich, das die jüngste Aufwertung gegenüber dem Euro vermutlich doch eine Spur zu heftig ausgefallen ist, wobein wir über kurz oder lang vermutlich doch erneut Kurse von unter 1,10 sehen werden, falls es bereits im Oktober zu einem 1. Zinsschritt kommen sollte.
Alles in allem werte ich das Ergebnis als gar nicht so schlecht, wenn sich dann auch endlich die Märkte in Asien etwas beruhigen und der Shanghai Composite sich auf einem Niveau bei ca. 3.500 Punkten stabilisiert, bevor er (bis Jahresende) die 4.000-Punkte-Marke wieder ins Visier nimmt. In den USA erwarte ich (wie in Europa) auf dieser Basis eine Jahresend-Rallye bis zu den ATH. Neue Hochs werden wir wohl dennoch erst in Q1/2016 sehen, wie mir scheint. Ich hatte es ja schon Ende letzten Jahres geschrieben, dass 2015 eher ein Konsolidierungsjahr werden wird, während 2016 und 2017 durchaus extrem gute Jahre werden könnten, zumindest bis zum Herbst 2017. Der Shiller-Index würde jedenfalls für eine solche Entwicklung sprechen und warum sollte man sich in den Planungen der zukünftigen Kursverläufe nicht nach den Eingebungen eines Nobelpreisträgers richten. Niemand käme auf die Idee, dahinter irgendwelche Manipilationen zu vermuten... ;-)
Morgen ist dann erst einmal großer Verfallstag. Wir werden also einen Handel erleben, der die Kurse dorthin treibt, wo man diese auch sehen möchte. Zuletzt wurden diese Tage von einer eher gemächlichen Gangart im Tagesverlauf begleitet. Vor ein paar Jahren ging es an solchen Tagen doch wesentlich turbulenter zu. Bis spätestens Ende der kommenden Woche werden wir die Tendenz, die uns bis zum Jahresende begleiten wird, wohl aus den Kursverläufen ableiten können. Für (negative) Überraschungen bleibt meiner Ansicht nach wenig Spielraum nach unten.