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20.05.01 10:27
Unsicherheit herrscht am Markt - Blick geht zur Wall Street  

FRANKFURT (dpa-AFX) - "Abwartend" wird wohl die Strategie der meisten Anleger in der kommenden Handelswoche sein. Denn die Unsicherheit über den tatsächlichen Zustand der Konjunktur sei weiterhin sehr groß, hieß es am Markt. Auch die jüngste Zinssenkung der Fed (US-Notenbank), die ihre Entscheidung mit "weiter anhaltenden Konjunkturrisiken" begründete, nähre den Verdacht, dass sich die Abkühlung der Wirtschaft weiter fortsetzt. So seien auch die großen Kursgewinne im Dow Jones der vergangenen Woche fundamental unbegründet. Deshalb, so die Analysten der GZ Bank, sei für die kommende Woche auch mit stärkeren Gewinnmitnahmen in den USA zu rechnen. Einem solchen Trend würden sich die europäischen Märkte freilich nicht entziehen können. Die Analysten der DG-Bank verweisen auf die verschiedenen Stimmungsindikatoren, die bereits seit langem auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Deutschland hinweisen. Diese Einschätzung wird durch den am vergangenen Freitag von Eurostat gemeldeten Rückgang der Industrieproduktion im März um 0,2% gegenüber dem Vormonat untermauert. Am Dienstag (22.) wird der Ifo-Geschäftsklima-Index weiter Aufschluss bezüglich der deutschen Konjunktur geben. Dass aber die EZB bereits nach ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch (23.) erneut die Zinsen senken könnte, halten die Experten der Commerzbank für äußerst unwahrscheinlich. Die seit sieben Jahren höchste Inflationsrate von 2,9% im April, lasse einen solchen Schritt zur Zeit gar nicht zu. Auf längere Sicht würden die Märkte jedoch mit weiteren Zinssenkungen in den USA rechnen, vor allem nach den Äußerungen Greenspans. So erwarten einige Marktteilnehmer bereits schon für die nächste Fed-Sitzung eine erneute Senkung des Zinssatzes um 25 Basispunkte. Doch müsse dabei auch das wachsende Inflationsrisiko beachtet werden, das den Spielraum für immer weiter sinkende Zinsen deutlich einschränke. Nicht nur wegen der generellen Unsicherheit werden die Anleger in der kommenden Woche vor allem zur Wall Street schauen. Auch fehlen die Impulse von Unternehmensseite, nachdem die Saison der Quartalsberichte langsam ihrem Ende entgegengeht. Als letzte der deutschen Großbanken wird am Montag die HypoVereinsbank ihre Zahlen für das erste Quartal mitteilen. Die Experten der DG-Bank rechnen mit einem um außerordentliche Erträge bereinigten Vorsteuergewinn von 397 Mio. Euro. Auch die Deutsche Telekom wird am Mittwoch ihre endgültigen Quartalszahlen mitteilen. Doch sind die meisten Eckdaten, wie etwa die Reduzierung des Verlustes um 1 Mrd. Euro, bereits bekannt. MAN teilt sein Geschäftsergebnis der ersten drei Monate am Dienstag mit. Auch die im MDAX notierten Unternehmen Wella (22.5) und AMB (23.5) berichten in der kommenden Woche über ihr erstes Quartal. Für Wella erwarten die Analysten ein um 17%, für AMB ein um gut 10% besseres Ergebnis. Am Neuen Markt haben T-Online (23.), Teleplan (23.) und Medion (22.) ihr Quartalsergebnis für kommende Woche angekündigt./fh/hi/aa/ms --- Von Felix Hero, dpa-AFX ---  



Quelle: DPA
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