30.06.20 08:45
Der Aktionär
Kulmbach (
www.aktiencheck.de) - Wirecard-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Nikolas Kessler vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard AG (ISIN:
DE0007472060, WKN:
747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF) unter die Lupe.
Wegen des Bilanzskandals ringe Wirecard ums Überleben - und dürfte schon bald auch noch seine Nordamerika-Tochter verlieren: Wirecard North America stelle sich zum Verkauf, wie das US-Unternehmen in der Nacht auf Dienstag selbst mitgeteilt habe. Die Wirecard-Aktie reagiere im vorbörslichen Handel positiv.
Wirecard sei erst 2016 mit der Übernahme von Citi Prepaid Card Services von der Bad Bank der US-Großbank Citigroup in den US-Markt eingestiegen. Seitdem sei Wirecard North America jedoch eine "selbsttragende Einheit" geblieben, die "weitgehend autonom von Wirecard ist", betone das US-Unternehmen.
"Die Wirecard AG wird auch in Zukunft keinen Einfluss auf Entscheidungen und Finanzen von Wirecard North America haben", heiße es in dem Statement weiter. Die Gelder der nordamerikanischen Kartenbesitzer und Kunden seien sicher und lägen bei gut kapitalisierten Partnerbanken in den USA und Kanada.
Und auch das operative Geschäft laufe unabhängig vom Bilanzskandal und der Insolvenz des deutschen Mutterkonterns weiter: "Wirecard North America arbeitet weiterhin ohne jegliche Störungen für Kunden und Kartenbesitzer", so Managing Director Seth Brennan.
Eine Investmentbank koordiniere den Verkaufsprozess des Nordamerika-Geschäfts. Ein Verkauf der Aktivitäten könnte womöglich nur der Auftakt zum Ausverkauf des einstigen Tech-Überfliegers sein, der mittlerweile unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stünden. An der Börse werde angesichts der jüngsten Kursentwicklung bereits darauf spekuliert, dass sich Investoren oder Konkurrenten Teile von Wirecard schnappen könnten.
An der Börse komme die Meldung am Dienstagmorgen zunächst gut an: Im vorbörslichen Handel könne die Wirecard-Aktie an die Gewinne vom Vortag anknüpfen und zeitweise rund 45 Prozent auf 4,75 Euro zulegen. Angesichts der enormen Kursverluste der vergangenen Wochen ist das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so Nikolas Kessler von "Der Aktionär". (Analyse vom 30.06.2020)
Mit Material von dpa-AFX
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