Das hätte auch bei mir mächtig in die Hose gehen können. Ich verfolge das Forum schon recht lange (etwa seit einem Jahr) und habe in dieser Zeit immer mal wieder eine Position aufgebaut und wieder verkauft. Die Zeiträume in denen ich die Aktie gehalten habe, waren dabei sehr unterschiedlich. Von einigen Stunden, um zugegeben auf bestimmte News zu spekulieren, bis hin zu mehreren Monaten, bspw. als ich dummerweise im September zu hohen Kursen von über 140 EUR gekauft hatte und kurz darauf im Oktober der Kurs abschmierte. Durch Nachkaufen zu niedrigeren Kursen und im Anschluss wieder allmählich wieder anziehende Kurse konnte ich dann Anfang diesen Jahres glimpflich aus der Nummer rauskommen.
Allerdings war ich immer mal wieder versucht, erneut einzusteigen und ich muss zugeben, dass ich mich dabei durchaus etwas von der hier herrschenden Euphorie in Zusammenspiel mit den Kursprognosen der Banken und Analysehäuser habe anstecken lassen.
Dass ich keine neue Position aufgebaut hatte war im Prinzip nichts anderes als Glück. Wenn der Kurs in letzter Zeit höhere Ausschläge nach oben gezeigt hätte, wäre ich sicher auch wieder dabei gewesen und hätte eine Menge Geld verloren.
Es tut mir wirklich sehr leid für alle, die hier viel Geld verloren haben. Für mich ist die Geschichte auch ohne gravierenden Verlust eine Warnung, niemals alles auf eine Karte zu setzen und immer eine gewisse Grundskepsis beizubehalten, egal wie überzeugend und zukunftsträchtig das Geschäftsmodell auch scheinen mag. Auch auf Parolen wie "alles unter 5 Jahre ist kein Invest, sondern Zockerei" und ähnlichen nicht zu hören. Wie man sieht, können sich die Umstände innerhalb von nur wenigen Tagen oder gar Stunden fundamental ändern, sodass "Halten um jeden Preis" und "auf keinen Fall Stop Loss setzen" schnell in einer Katastrophe enden können - und nicht jeder hat die Zeit, sein Investment rund um die Uhr überwachen zu können, um rechtzeitig zu reagieren. Ich denke, vielen täte etwas mehr Demut gut und grundsätzlich eine Einstellung, andere Argumente als den eigenen ggf. auch eine Legitimität zuzubilligen und nicht gleich mit einem Beißreflex zu begegnen, weil sie nicht ins eigene Bild passen.