Mein kurzer Kommentar richtet sich an alle geschädigten Wirecard Aktionäre. Vielleicht tröstet es einige ein wenig, welche auch viel Geld in den Sand gesetzt haben.
Anfang 2019 die FT Anschuldigung genutzt um einige Wirecard Positionen ins Depot aufzubauen. Da es gut lief, habe ich das Geld sukzessive aus anderen Dividendentiteln in Wirecard geshiftet. Mit einigen Verkaufs und Kaufsaktionen hatte ich bis kurz vor der katastrophalen Ad hoch am 18. vormittags ca. 30K nach Steuern Buchgewinne. Wohlgemerkt bei einem Depot-Anteil von über 80%. Gier....
Nun sitze ich nach dem Verkauf aller Aktien bei über 30 auf 60K Verlust. Als Arbeitnehmer ist mein ganzes Erspartes der letzten Jahre weg. Das ist sehr bitter, diese Erfahrung zu machen.
Die ganzen Zukunftspläne einer Immobilie erstmal auf Eis...
Nun, das Leben geht weiter. Sicherlich hat durch Wirecard als ein innovatives DAX Unternehmen die Aktienkultur in Deutschland stark gelitten.
Die Kombination aus
- nicht konsequenten Wirtschaftsprüfern, welche gen Ende doch auf ihr Renommee als auf die Wahrheit zu finden geachtet haben,
- einer Bafin die mehrmals die Seiten von Beschuldigten / Opfer wechselt und völlig überfordert war/ist,
- einem völlig verblendeten Wirecard Vorstand imho aus Gier / Arroganz / Überheblichkeit getrieben war und
- möglicherweise auch Wirecard Mitarbeitern, welche wahrscheinlich auch nicht mehr im Unternehmen sind und die Situation der Bilanzfälschung genutzt haben um sich temporär durch Boni zu bereichern
ungeachtet der kritischen Stimmen aus Presse und Kleinaktionäre und den Forummitgliedern hier, hat das aufgebauschte Wirecard-Kartenhaus mit zeitlicher Verzögerung am Leben gehalten. Die Zeche zahlen wir, die gezielt hinters Licht geführt worden sind.
Es liegt bereits imho auf der Hand, dass wir es hier mit einer Luftnummer zu tun haben. Deswegen möchte ich alle verbliebene Wirecard Aktionäre dazu aufmuntern, alles zu verkaufen, solange sie noch was für die Aktie bekommen.
Stimmen a la Sharedeals wie heute stimmen mich sehr zornig. Hier wird tatsächlich noch der Versuch gestartet etwas Positives aus der Situation zu berichten.
Der Ofen ist aus. Ein Dax Unternehmen
- welches als Finanzdienstleister nicht mit Geld umgehen kann, d.h. nicht weiss wo seine 2 Mrd. sind , welches in der Größenordnung seinem Umsatz entspricht
- Aktionäre gezielt falsch in ad hocs informiert hat,
- x- mal die Bilanzkonferenz verschiebt,
- die Höhe, sogar die Meinung festhält weiterhin ein Opfer zu sein
- sich nicht bei den Aktionären entschuldigt (Damit meine ich Herrn Braun), bzw. um Entschuldigung bittet
- bis zu letzt die Information der fehlenden 2 Mrd.verschweigt (es liegt auf der Hand, dass Wirecard die Info vor dem 18.06 bekannt war)
- welches wohl noch viele andere Baustellen mit den Drittmittelpartnern, oder dem indischen erworbenen Fake-Unternehmen hat
- welches wohl aus all diesen eklatanten Punkten das Vertrauen vieler Anleger und Kunden verspielt hat.
Da das Vertrauen imho nicht mehr aufgeholt werden kann und Wirecard sich als Luftnummer entpuppt hat kann eine Insolvenz nicht mehr abgewendet werden. Kundendaten werden ggf. für Spottpreise an die Konkurrenz verschachert, ich glaube jedoch kaum, dass ein Unternehmen dieser Welt sich auf diese Wirecard Luftnummer einlassen wird. Due Diligence hin und her, hoffen können wir alle...Wenn man vom Unternehmen ver****** wurde, nicht mehr darin glaubt, sollte man seine Aktien verkaufen. Alles andere ist nur ein wilder Zock...
Ich denke, ich werde mich einer Klagecampagne gegen Wirecard beteiligen. Vielleicht hat der ein oder andere bereits schon einen Tipp für mich.
Vielleicht kriegt man ja noch was aus der Insolvenzmasse an Schädigung zurück, wobei ich nicht wirklich glaube, dass da irgendeine Masse vorliegt, eher ein schwarzes Loch an einem komplexen Kartenhaus aus 1000en von Scheinfirmen und Partnern...
Das war mein erster und letzter Kommentar hier im Wirecard Forum...
Ich wünsche den geschädigten persönlich das Beste...Lasst euch die Lust in gute wertige Aktien nicht von WDI nehmen. Auf bessere Zeiten für uns.
Ciao