Für mich sind die anderen Theorien aber auch nicht plausibel. Die DWS ist selbst an der Börse notiert und wird sicherlich kein „Parkplatz“ von Aktienbeständen von anderen Unternehmen sein; deren Aufgabe ist das Verwalten von Kundengeldern. Auch die gestrigen Ansätze, dass das etwas mit selbst emittierten Optionsscheinen zu tun hat, glaube ich nicht was ich gestern schon begründet habe. Als Käufer eines Derivats muss die DWS auch keine Sicherheiten hinterlegen. Und dass sich die DWS Aktien (zum Shorten?) geliehen hat, erscheint mir auch nicht plausibel.
Das für mich wahrscheinlichste Szenario bleibt, dass die DWS Teile ihrer WDI-Aktien verliehen und dafür eine Sicherheitsleistung in Form von WDI Aktien bekommen hat (alternativ irgendwelche Swap-Geschäfte?). Wenn der Kurs von 140 auf 80 Euro fällt, muss der Kontrahent natürlich weniger Sicherheitsleistung stellen – also könnte man das auch mit der Kursentwicklung plausibilisieren. Aber sicher bin ich mir natürlich nicht, eigentlich könnte das ganze nur die DWS beantworten. Ich kritisiere das übrigens schon seit Jahren, dass man durch die Meldungen kaum noch durchsteigt – hier würde ich mir mal eine Transparenz-Initiative wünschen.
Was natürlich die Konfusion erhöht ist die Tatsache, dass es zwar die Meldung „equity collateral returned“ gab, aber nicht vorher die korrespondierende Meldung „equity collateral received“ – so wie das zB heute bei der Dt. Pfandbriefbank der Fall war:
www.dgap.de/dgap/News/pvr/...iten-verbreitung/?newsID=1345865
Was aber auch ein Fakt ist: die DWS hatte mal knapp 6% der Stimmrechte und nun hat sie noch 3,3%. Also entweder waren die 6% aus den obigen Gründen aufgebläht (und das wurde hier im Forum als starkes Zeichen gesehen, dass die eine so große Position erworben haben) oder die DWS hat hier in der Tat deutlich reduziert, was die Meldung von Anfang Mai ja schon verdeutlicht hat.
