Dieser Vergleich ist sehr treffend, das muss man sagen.
Es wurde zwar damals bei MLP m.W. niemand verurteilt und das Verfahren gegen Zahlung eingestellt, aber der Aktienkurs erholte sich nie wieder.
Letztlich blieben die Vorwürfe der Journalisten unbewiesen stehen. Aber es konnte auch das Gegenteil nicht bewiesen werden.
Klar besteht genau das Risisko auch bei Wirecard.
Nur:
Bei Wirecard sieht es anders aus. Da ist ein innovatives Geschäftsmodell und ein positiver Trend in dem Marktbereich, in dem das Unternehmen arbeitet und daher sind auch steigende Cashflows plausibel darstellbar.
Auch wir haben leider das Problem, daß die Vorwürfe der Journalisten nicht entkräftet werden konnten und eine miserable Öffentlichkeitsarbeit.
Das Entkräften der "erfundenen Umsätze" wird erst möglich sein, wenn - durch Ausstieg aus der Zusammenarbeit mit den TPA's - alle Umsätze über Wirecards eigene Systeme laufen und nicht mehr so weitergearbeitet wird wie bei einem mäßig beleumundeten Gebrauchtwagenhändler.
(Die Fakten aus dem KPMG-Bericht übr interne Abläufe und Organisation sind unterirdisch!)
die Probleme sind adressiert und werden gelöst.
Das alles spricht gegen ein Schicksal wie MLP.
Jeder Investierte muss aber wissen:
Wir sind kursmäßg in einem kontinuierlichen und ungebrochenen Abwärtstrend seit bald einem Jahr
Es gibt mächtige Spieler, die einen Grund haben, auf weiter fallend Kurse zu wetten und das mit Millioneneinsatz machen.
Die haben ihre Gründe und bewerten es eben anders als viele hier.
Ich bin vom Geschäftsmodell - wenn es denn von Umfang und Performance real ist, was wir alle nicht wissen - überzeugt, bin mir aber klar, es ist ein Vabanquespiel.
Aber wenigstens ein spannendes. No risk, no ROI.
Aber: Wenn nach zweimaligem Verschieben des Jahresabschlusses jetzt wieder etwas nicht glatt geht, dann geht der Fall ins Bodenlose. Dann sind wir Mitspieler in einem Wirtschaftskrimi gröberen Ausmaßes.
Wenn es wie geplant einen testierten Abschluss gibt, dann ist aber noch nichts gewonnen, denn die Fragen, wie E&Y testieren konnte und kann, was KPMG nicht vorgelegt wurde und nicht beweisbar war, werden immer wieder kommen. Zumindest bis ein volles Jahr über Wirecards eigene Maschinen gebucht wurde und alles wasserdicht ist.
Es laufen derzeit behördliche Ermittlungen in Deutschland, es laufen noch immer welche in Singapur (wovon man gar nichts hört) und es laufen diverse Anzeigen oder Klagen irgendwelcher Rechtsverdreher (um diese Abmahnanwälte sowohl in Deutschland als auch im Amiland mache ich mir noch am wenigsten Sorgen, das spielen die andauernd und mit jeder Firma).
Solche: www.finanzen.at/nachrichten/aktien/...act-the-firm-1029227417
Das ist deren Geschäftsmodell, die werden mit Abschlagszahlungen ruhiggestellt, so ist das im Amiland.
Diese "Nebengeräusche" sind da und bleiben noch lange so.
Also vom 4.6. nicht zuviel erwarten, dann kann man nur positiv überrascht werden.