Bevor das große Jammern beginnt erscheint es sinnvoll zu überlegen welchen Nutzen man aus der gegenwärtigen Situation für die Zukunft ziehen kann. Nachkäufe bei WDI bieten sich an.
KO - Scheine sind zwar reizvoll, aber wegen der Unsicherheit sollte man sie meiden.
Aber es gibt klassische Optionsscheine am Geld mit Laufzeiten Dezember 2023.
Wer kein Geld zur Verfügung hat, der könnte z.B. auch einen kleinen Teil seiner Aktien, zwar mit Verlust, verkaufen und den Erlös in solche langlaufenden Derivate stecken. Insbesondere dann wenn man der Meinung ist dass die Welt in den nächsten Wochen und Monaten nicht untergeht.
Der VDAX-New hat heute mit über 60 Punkten ein Niveau erreicht wie bei der Finanzkrise 2008.
Wer DAX-Puts oder gar Turboputs besitzt, der sollte über einen Verkauf bei dieser Übertreibung nachdenken.
Die Börse nimmt augenblicklich die Schleifspuren, wie sie hier jemand richtigerweise genannt hat, vorweg. Die größeren Auswirkungen als in Q1 werden wahrscheinlich erst in Q2 sichtbar werden und mMn wird auch Q3 gesamtwirtschaftlich noch betroffen sein. D.h., das ganze Jahr 2020 wird nicht als ein Erfolgsjahr, wirtschaftlich und börsentechnisch gesehen, in die Geschichte eingehen.
Wann der Tiefpunkt erreicht sein wird ist freilich unmöglich vorherzusehen.
Aber man sollte auf folgende Punkte achten:
- wenn die Schlagzeilen in der Presse weniger werden
- wenn z.B. die Lufthansa wieder in den normalen Flugplanmodus übergeht
- wenn die Reisebuchungen wieder sich normalisieren
- wenn die Kurzarbeit, die sicher kommen wird, wieder abnimmt.
Die vier Punkte sind sicher nicht alle wichtigen, aber sie werden ein Zeichen der Entspannung sein.
Die Tiefstkurse werden dann aber schon wieder hinter uns liegen.
Auch wird der Ölpreisverfall nicht ewig weiter gehen. Sollte es hier zu einem Selloff in der nächsten Zeit kommen, so wären langlaufende Öl-Calls auch einen Gedanken wert.
Ebenso wie Überlegungen, ob man seinen Heizölvorrat wieder auffüllt nach dem Winter und dazu die günstigen Preise nutzt. Auch diese werden nicht dauerhaft so bleiben, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
Und noch etwas zur Politik: Andere Länder sind viel rigoroser was den Versuch betrifft die Epidemie einzudämmen. Nicht die Politik verursacht Panik, es sind die Leute selbst die vereinzelt in Panik geraten.
Leider lassen sich die üblichen Verschwörungstheorien nicht vermeiden, wonach an allem das System, das Kapital, die Regierung, womöglich auch der amerikanische Geheimdienst, aus dessen Geheimlaboren das Virus entwichen ist (das kam auch in den letzten Jahrzehnten immer wieder verdachtsmäßig auf das Tapet), ursächlich ist.
Und wenn jemand meint, die Regierung müsse den Aktienmarkt stützen, dann ist das ziemlicher Unfug.
Gestützt werden müssen die Firmen die überproportional wirtschaftlich leiden. Wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, und das wird kommen, dann wird der Aktienmarkt sich genau so nach oben bewegen.
Wer ganz kurzfristig benötigtes Geld in Aktien gesteckt hat, der wird allerdings Lehrgeld bezahlen müssen.
Wer eine Langfristsicht hat auf mehrere Jahre, dem kann das alles was sich derzeit abspielt sowieso egal sein.
Die Crashpropheten, die den Untergang und den Verlust aller Werte schon seit Jahrzehnten predigen, die werden wieder häufiger zu vernehmen sein. Und sie werden enttäuscht sein wenn sie dann doch wieder entzaubert werden.
Darum nutzt die günstigen Kurse, verkauft nicht ohne Hirn und Verstand. Es werden wieder bessere Zeiten kommen für die Aktienbesitzer. Wie schon immer, auch wenn es noch ne Ecke dauern kann/wird.