...zum Aktienmarkt bzw. Wirecard...
Den ersten „Rückgang“ habe ich 1987 miterlebt, was alle bisherigen deutlichen Kursrückgänge gemeinsam hatten, a) es kommt aus heiterem Himmel - sonst würde es nicht schnell und signifikant zurück gehen - so wie aktuell, b) es gab Anlagealternativen in Form von Zinsen...heute sind diese allerdings negativ, und damit eigentlich nicht wirklich eine Alternative... c) es waren wirtschaftliche Aspekte, die zu der jeweiligen Krise geführt haben - das ist heute zunächst einmal anders bzw. es gibt einen anderen Auslöser... d) nach einer gewissen Zeit entwickelten sich die Volkswirtschaften wieder positiv... e) ich bin immer voll investiert in eine Krise gegangen - konnte diese ja nicht vorhersehen :)... so auch jetzt...
Die Diskussion über die Anzahl der Erkrankten / Genesenen geht etwas am wirtschaftlichen Thema vorbei...die Statistiken sollte man beobachten, aber ständig kommentieren muss man diese nicht, man kann eh nichts daran ändern bzw. jeder wird sich so absichern, wie er es für notwendig hält, das ist aber ein humaner Aspekt und kein wirtschaftlicher...viel wichtiger sind die wirtschaftlichen Einflüsse, also was ist mit den Lieferketten?...in welchen Regionen/Branchen kommt es zu Unterbrechungen...wann und in welchem Bereich geht es in China wieder los...was sagen die Unternehmen...da gehen mir aktuell die Nachrichten eher unter, bzw. es gibt halt evtl. auch noch nicht viele...
Und wenn hier richtigerweise über die Presse im Allgemeinen geschimpft wird, dann stellt doch bitte mal Informationen zu den Lieferketten rein, würde mich stark dafür interessieren...
Bisher hat die Entwicklung schon das Risiko zu einer ausgewachsenen Krise, wenn die Waren-/ Zahlungsströme länger negativ beeinflusst sind...daher kann man schon vorsichtig sein und mit Aktienkäufen warten...und diese Krise kann nicht von den Notenbanken aufgefangen werden, weil die nicht irgendwelche Lieferketten/Warenströme beeinflussen können...auch die Politik hat wenig Einfluss, die können den Unternehmen helfen die Verluste zu verringern, mehr aber auch nicht..
Was Wirecard angeht, „bezahlt wird immer“, daher sollte das zunächst kein großes Thema sein, ganz anders als in der Touristik....wie breit der Kundenstamm von Wirecard wirklich ist, werden wir Anhand der Quartalszahlen sehen können...also lassen wir uns mal überraschen...
...eine richtige Krise haben wir aber noch nicht, zumindest mit Blick auf die Aktienmärkte...die Minus ~10% sind doch nix....Krise (Crash?) ist, wenn wir mehr als 20-25% verlieren...
Eine finanztechnischen Aspekt habe ich doch noch, was ist eigentlich wenn die Banker an den wichtigsten Börsen in großer Zahl Homeoffice machen müssen?...dann wird die Marktliquidität stark eingeschränkt sein...schnelles Handeln in großer Zahl geht nur im Tradingfloor, die menschliche Kommunikation sollte man nicht unterschätzen, bei allem Respekt für die heute mögliche Kommunikation...aber auch diesen Aspekt können die Notenbanken nicht verbessern...das würde nur zu noch größeren Ausschlägen (im beide Richtungen!) an allen Finanzmärkten führen...