...die Antwort erst jetzt, weil ich unterwegs war, und für die letzte Antwort nur wenig Zeit hatte....nicht ganz...m. E. ist die „alte“ 5 / 10 /40% Regel immer noch gültig.
Eine Ausnahme haben m.E. evtl. Indexfonds, weil dort ja der Index abgebildet werden soll...bin mir aber nicht ganz sicher...
Gilt für jeden Fonds, auch für Anleihefonds, mit gewissen Nuancen...
Die Regel besagt, alle Aktien, die mehr als 5% vom Fondsvolumen ausmachen, dürfen in Summe nicht mehr als 40% vom Fondsvolumen betragen. Keine einzige Aktie darf aktiv mehr als 10% vom Fondsvolumen ausmachen...also durch Kauf darf diese Grenze nicht überschritten werden.
Eine passive Grenzverletzung (durch Outperformance einer Aktie) ist das natürlich möglich, und kann auch eine gewisse Zeit bestehen bleiben...
Etwas komplexer ist die Sache schon, weil es ein paar Variablen gibt, die das gesamte Fondsvolumen beeinflussen ....
Jetzt nehme ich als Beispiel mal Wirecard im Dezember in den Fonds, und weil ich total bullish bin mit 9,99%. Wenn ich dann die seit Dezember gesehen Performance anschaue, dann wird diese Position irgendwann größer als 10% des Fondsvolumen betragen...wegen der relativen Outperformance der Aktie - relativ zu allen anderen Aktien im Fonds natürlich unterstellt...sollten noch ein paar Aktien deutlich gestiegen sein, dann könnte das auch nicht der Fall sein...
Ein weiterer Faktor sind die Mittel Zu- und Abflüsse...bei Outperformance relativ zu den anderen Aktien im Fonds und Mittelabflüssen wird die 10% Grenze natürlich eher überschritten; umgekehrt im Falle von Zuflüssen, dann steigt das gesamte Fondsvolumen ja an...sollten die Mittelzuflüsse so hoch sein, dass darüber die Outperformance ausgeglichen wird = das Fondsvolumen steigt so stark, das Wirecard nicht über 10% kommt, dann ist ja auch alles gut...
In jedem Fall muss das Fondsmanagement bei Verkäufen im Fonds (weil z.B. die Allokation, schreib, die Zusammensetzung des Fonds geändert werden soll, oder auch nur weil man mehr Cash haben möchte - der Grund ist eigentlich egal...wichtig ist nur das Verkäufe erfolgen) zuerst die Wirecard verkaufen, bzw. allgemein, die Aktien, die über 10% des Fondsvolumens ausmachen...so viel, bis diese Position wieder bei 9,99% liegt.
Letztlich ist es also nicht einfach abzuschätzen ob und wenn ja wie viele Aktien verkauft werden...
Ich persönlich habe eine solch extreme Positionierung schon „ewig“ nicht mehr gesehen...normalerweise geht ein Fondsmanager, wenn er total bullish auf eine Aktie ist, nicht bis zum Maximum, häufig reichen denen auch 7-8%...dann sind sie nicht sofort gezwungen einseitig zu handeln...Union Investment ist da so ein Beispiel, die sind „nur“ über 5% gegangen, wenn ich mich richtig erinnere...da kann sich Wircard verdoppeln, und sie müssen wahrscheinlich nichts machen...
Meine Beobachtungen wegen der Gewichtung einzelner Aktien in Fonds sind mit Sicherheit nicht repräsentativ...
Ich habe das letzte Mal eine solch extreme Positionierung vor rund 27 Jahren gesehen, damals ging es um SAP und die Fondsgesellschaft war bis zur „Halskrause“ in ihren Fonds darin investiert...ob in allen Fonds kann ich nicht mehr schreiben...aber die hatten es über 2-4 Jahre ganz einfach mit der Liquiditätsbeschaffung...mussten ja nur ein paar SAP Aktien verkaufen.. :) ...
Letztlich würde ich mir keine Gedanken darüber machen, die DWS weis schon was sie tut