Ich hatte in den letzten Monaten mehrere Gelegenheiten, mich mit diversen
Redakteuren (HB, Spiegel, FAZ) bezüglich ihrer über WDI veröffentlichten Artikel per e-mail
zu unterhalten. Ja, kaum zu glauben aber sie hatten mir persönlich geantwortet.
Leute ich muss euch sagen, da haben sich einige einen unfreiwilligen
Offenbarungseid mir gegenüber geleistet. Ich bringe hier nur das inhaltliche
Kondensat zur Sprache. Mein Fazit:
1) Ein Redakteur hatte vorgefertigte Antwortschreiben gesendet. Darauf kam ich,
weil ein anderer Forumsteilnehmer sein Antwortschreiben hier im Forum gepostet hatte.
Lediglich wenige Sätze waren ärmlich personalisiert (oder vielleicht auch nur
kombinatorisch durchrotiert). Auf viele meiner Fragen/Anmerkungen gab es keinerlei
Bezugnahme. Des Pudels Kern?
2) Eklatant ist ihre Minderbegabung zum Verständnis von Kausalität.
Damit die sprachliche Würze hier nicht verfliegt, hier die Original-Aussage:
"Der Kern der Geschichte ist so richtig und relevant (wie die Marktreaktionen
gezeigt haben), dass er kaum als „Effekthascherei“ bezeichnet werden kann.
Wenn die Infos bekannt, irrelevant oder irreführend gewesen sein sollten,
warum hat der Kapitalmarkt dann so aufgeregt reagiert?"
Uih-uih-uih, ich überlege mir eine tolle Story, werfe diese auf den Markt und
wenn die Reaktion entsprechend zu meinen Gunsten ausfällt, muss die Story wahr gewesen sein.
3) Die meisten Schreiberlinge sind unzweifelhaft von thematischer Beliebigkeit
geprägt und immun gegenüber kritischer Hinterfragung seitens der Leser -
das ist wohl ihr Verständnis von Journalisten-Ethos über alle Blätter hinweg -
kein Wunder, da existieren konspirative, vom Ehrenkodex geleitete Seilschaften
und die tun sich hier bestimmt nicht gegenseitig weh.
Nahezu wohltuend - und das muss ich noch loswerden - war dagegen die Kommunikation mit der FAZ.
Der Redakteur war meiner Wahrnehmung nach schon um Aufklärung mir gegenüber bemüht
und im Grundsentiment zu WDI positiver gestimmt als es die Schlagzeile zu vermuten
vermochte. Der Professionalität dieses Meinungsaustausches geschuldet habe ich
mein FAZ-Abo nicht gekündigt.
Ausgenommen in meinen Bemühungen habe ich all die anderen Finanz-Schmierblätter/
"Copy-Paste"-Trittbrettfahrerblättchen. Diese sind mir keinerlei Gedanken wert
weil sie im besonderen Maße nicht den geringsten Beitrag zur Sachlichkeit leisten.
Ich bin weder Basher noch Pusher aber wenn man sich hier (auch im Forum) mit
markigen Sprüchen schon weit aus dem Fenster lehnt, dann muss der Schuss faktisch
fundiert untermauert sein was sicherlich nicht durch das Lesen boulevardesker Medien gelingt.
Dies sind keine für MEINE Meinungsbildung legitimierten Instanzen weil meist eigennützig organisiert.
Das gerne zur Relativierung dienende, gebetsmühlenartig vorgebrachte Argument von Konjunktivdarstellungen ist grundsätzlich in Ordnung, bei der WDI-Berichterstattung aber schon lange nicht mehr vordergründig weil für mich unbestritten manipulatorische, diskreditierende Züge mit der journalistischen Absicht einhergehen.
Das Einzige was momentan zählt, sind die Ergebnisse der Untersuchungen aus Singapur
und der KPMG-Bericht. Die Fundamentaldaten und das Innovationspotential suchen ja
bereits ihresgleichen.
Friedvolle Weihnachten und ein gesundes Jahr 2020