Wirecard hat zusätzlich eine Sonderprüfung durch den Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gegeben, um Zweifel auszuräumen. „Das Prüfmandat geht von den „FT“-Vorwürfen aus. KPMG kann in diesem Rahmen jede Prüfungshandlung ansetzen, die nötig ist, um eine fundierte Meinung abzugeben“, sagte Braun. Die Ergebnisse der auf einige Monate veranschlagten Untersuchung sollen veröffentlicht werden. Die Vorwürfe hatten die Wirecard-Aktie innerhalb eines Tages um zeitweise mehr als ein Fünftel abstürzen lassen.
Seit geraumer Zeit veröffentlicht die Londoner Zeitung kritische Berichte zu dem Finanztechnologiekonzern aus Aschheim bei München, die den Aktienkurs immer wieder unter Druck bringen. Ende Januar hatte das Blatt Untersuchungen bei einer Tochter in Singapur öffentlich gemacht. Auch damals hatte Wirecard-Chef Braun, der mit 7 Prozent das größte Aktienpaket an der Firma hält, die Berichterstattung als falsch zurückgewiesen. Letztlich musste das Unternehmen nach einer Prüfung durch eine Anwaltskanzlei einräumen, dass in geringem Umfang Umsätze falsch verbucht wurden.
Braun will über Kundendaten „nicht spekulieren“
Braun zweifelt auch die Echtheit der von der „FT“ im Rahmen der Berichterstattung veröffentlichen Dokumente an. „Unsere Dubai-Töchter verwalten tausende Geschäftsbeziehungen,
Zusatz, Sorry war nicht komplett.
und wir haben sämtliche dahinterliegenden Transaktionen, die unseren Umsatz konstituieren, überprüft“, sagte Braun. Was sich hinter den in den Dokumenten benutzten und laut Zeitung angeblichen 34 Kundennamen verbirgt, darüber wollte Braun „nicht spekulieren“. „Meine Aufgabe ist es, das offizielle Reporting zu kommentieren, nicht irgendwelche Excelsheets, deren Herkunft wir nicht nachvollziehen können.“
Aktienrückkauf startet am Dienstag, Q3-Zahlen am Mittwoch
Der bereits angekündigte Aktienrückkauf in Höhe von 200 Millionen Euro, den Wirecard mit dem Einstieg von Softbank über eine Wandelanleihe anvisiert hatte, soll an diesem Dienstag starten. Zunächst hatte Wirecard rund ein Drittel der Einnahmen von 900 Millionen für Rückkäufe in Aussicht gestellt. 340 Millionen Euro hat Wirecard eingesetzt, um Schulden abzubauen.
Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms können im Zeitraum vom 5. November 2019 bis 5. November 2020 insgesamt bis zu 2.500.000 eigene Aktien der Gesellschaft zurückgekauft werden. Als größtmöglichen Gesamtkaufpreis für den Erwerb der Aktien der Gesellschaft (ohne Erwerbsnebenkosten) hat der Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, den Betrag von 200 Mio. EUR zugewiesen, hieß es in der offiziellen Pressemitteilung.
Am Mittwoch wird Wirecard zudem seine Zahlen aus dem dritten Quartal veröffentlichen. CEO-Braun hatte in einem Interview bereits angedeutet, dass das Quartal sehr gut gelaufen sein soll.
onvista/dpa-AFX
www.onvista.de/news/...-aktie-setzt-zur-erholung-an-292767365