Ich bin hier nicht mehr investiert, aber mir tut es weh, wenn ich sehe was mit unserer Wirecard hier abgezogen wird..
Bin im April 2016 zu 32,8 mit 600 Stk rein und hab im August 2018 zu 168 verkauft, weil ich mit meiner Freundin auf Kreuzfahrt war und ich die extreme Volatilität damals sonst nicht ausgehalten hätte - der Urlaub wäre schließlich dann kein wirklicher Urlaub gewesen..
Hab mich allerdings als es auf 190 ging gewaltig geärgert. Als danach der Absturz kam muss ich sagen, dass ich nur Glück hatte die Dinger nicht mehr im Depot zu haben -wäre ich nicht auf Urlaub gefahren, dann hätte ich die Aktien garantiert heute auch noch im Depot.
In den letzten Wochen juckt es mich aber wieder gewaltig, würde bei 90 gerne eine erste Position aufbauen. Bin mir allerdings unsicher wie das hier ausgeht, aus folgenden Gründen:
2016 habe ich mir nach den Shortattacken die Website von Zatarra angesehen und man konnte schon an deren Webauftritt (billiges Design der Website, erste Analyse gleich Wirecard Kursziel 0, usw..) feststellen, dass das eine ziemlich üble Masche war, die einfach blind gegen ein Unternehmen gerichtet war, dessen Geschäfte für Otto-Normalverbraucher schwierig zu verstehen sind. Hab dann sofort gekauft und muss sagen, dass es mein bestes Investment war.
Jetzt schaut die Sache für mich etwas anders aus. Auch wenn die Vorwürfe vielleicht nicht stimmen haben wir es dieses Mal mit der Financial Times zu tun, die ein gewisses Standing in der Finanzbrache hat und deren Vorwürfe auf große Resonanz stoßen. Während Zatarra damals nur das Unternehmen selbst angegriffen hat, werden diesmal gezielt Personen die in dem Unternehmen arbeiten herausgepickt und zur Zielscheibe gemacht. Meiner Meinung nach ist das für die Shorties eine viel bessere Strategie, da man Mitarbeiter mit Dreck bewirft und Wirecard diese aber (verständlicherweise) nicht einfach aus dem Unternehmen entfernen kann, weil sie ja möglicherweise wirklich zu unrecht beschuldigt werden. Wer schon einmal eine Verleumdung (auch im privaten) mitgemacht hat weiß, dass irgendwelche schlimmen Vorwürfe an einer Person leicht kleben bleiben, auch wenn der Beschuldigte seine Unschuld beweisen kann.
Ich bin überzeugt, dass das nicht die letzte Attacke war und wie es ausschaut gibt die FT hier immer nur stückchenweise Anschuldigungen raus. Ist dann natürlich ungünstig, wenn man einen Vorwurf zu einem Mitarbeiter entkräftet und dann der nächste Vorwurf gegen einen anderen Mitarbeiter auftaucht..
Ein weiterer Gedanke, der mir nicht aus dem Kopf geht: Was wenn wirklich irgendwer im Unternehmen (sei es nur jemand aus dem mittleren Management) wirklich krumme Sachen dreht und die FT oder andere Medien Wind davon bekommen? Ich bin überzeugt, dass das Management gute Arbeit leistet, aber wenn auch nur eine Person im Unternehmen Dinge dreht die nicht 100%tig sauber sind, dann bin ich überzeugt, dass es hier gewaltig krachen wird, weil sich dann alle Basher, Shorter & Medien bestätigt fühlen werden. Das muss jetzt garnicht der große Skandal sein, jeder weiß ja, dass in einem so großen Unternehmen nicht nur Heilige arbeiten. Aber wenn die FT lange genug herumwühlt und z.B. findet dass wer aus dem mittleren Management seine Steuern im Jahre Schnee nicht korrekt abgeführt hat und das Unternehmen das dann nicht mehr abstreiten kann, dann geht's mächtig bergab.
Ich bin mir sicher, dass es sich hier um ein tolles Unternehmen handelt, das auch langfristig wieder zu seinen alten Kursen zurückfinden wird, aber ich würde mich nicht wundern, wenn es noch bis 80 oder 70 Euronen runtergeht, denn wie es aussieht hat die Presse erst begonnen sich so richtig auf das Unternehmen einzuschießen. Bis dahin wünsche ich jedenfalls allen bereits Investierten viel Glück mit ihrem Investment - sollte es noch weiter runter gehen, dann stehe ich mit meinen Körbchen bereit, um den Kurs mit zu stützen - sollte es früher ohne mich rauf gehen, dann habt ihr es verdient und ich ziehe den Hut vor euch ;-)