"miese Zahlen" verstehst.
Ich mag diese allgemeinen Aussage nicht. Genau wie vorhin bei WO geschrieben wurde, dass der CEO von Social Chain in einem Interview gestern meinte, dem ECommerce stehen 2022 schwierige Zeiten bevor.
Ja der Wahnsinn, was genau sollen denn "schwierige Zeiten" oder "miese Zahlen" konkret bedeuten?
Dass 2022 schwieriger im Vergleich zu 2021 wird, insbesondere im Vergleich zu Q3/20 bis Q2/21, schreibe ich jetzt hier schon seit mindestens 9 Monaten. Und spätestens seit November nach den schwachen Q3-Zahlen schreibe ich auch konkret wie stark ich die Geiwnnrückgänge erwarte.
Aber man muss halt auch wirklich konkret werden, denn es macht doch einen Unterschied, wie schwach oder schwierig die Zeiten genau werden, und vor allem warum sie so schwierig sind. Denn daraus ergibt sich die Frage oder Erkenntnis, ob diese Schwierigkeiten genereller, langfristuiger Natur sind oder eher temporär. Und das verändert die Frage der Bewertung der Unternehmen wirklich ganz extrem. Unterstelle ich, dass die Schwierigkeiten länger anduern und Westwing beispielsweise jahrelang nur 3-4% Ebitda-Marge bei Nettoergebnis von Null erzielt, dann kann man auch Kurse von 10 € rechtfertigen. Unterstelle ich nur eine temporäre Schwäche in 2022 und in 2024/25 hingegen wieder 10% Marge (2020 lag sie bei 11,6%), dann kann man in 2-3 Jahren auch wieder Kurse von 54 € rechtfertigen. Das sind halt ganz wesentliche Unterschiede in der Betrachtungsweise. Dieses "schwierige Zeiten" und "miese Zahlen" kann ich daher nicht mehr hören. Ja klar werden die Zahlen insbesondere im 1.Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum richtig mies, wenn man das so ausdrücken will. Im Grunde wird also Westwing zum Verhängnis, dass man so extrem profitabel war. Die Stärke wird jetzt psychologisch zum Malus der Aktie.
the harder we fight the higher the wall