Heute - Worldcom hat Hoffnung auf Bankrott-Abwendung
Der Chef des US-Konzerns WorldCom (WCO, WKN
881477) John Sidgmore versuchte gestern den Investoren zu versichern, dass das Unternehmen eine große Chance hätte, die Insolvenz zu vermeiden. Dennoch fügte er hinzu, es sei attraktiver, wenn die Schutzmaßnahme nach der US-Regelung 11 greife. Sidgmore sagte, er habe nach der Veröffentlichung der Bilanzfälschung in Höhe von 3,8 Mrd. US-Dollar von den Banken die Zusage erhalten, ausstehende Zahlungsforderungen in Höhe von 35 Mrd. US-Dollar nicht begleichen zu müssen.
und:
5 Milliarden für WorldCom-Sparten geboten
Das US-Telekomunternehmen IDT hat 5 Milliarden Dollar für zwei Geschäftssparten des schwer angeschlagenen US-Telekomriesen WorldCom geboten. IDT will die MFS-Sparte und die MCI- Sparte mit ihrem Verbraucher- und Kleinunternehmens-Geschäft erwerben.
Dies hat die in Newark, New Jersey ansässige mittelgrosse US- Gesellschaft in der Nacht zum Mittwoch erklärt. Hierdurch wolle IDT seine Telekom-Position ausbauen und sicherstellen, dass der Telekom-Dienst der MCI/WorldCom-Kunden nicht unterbrochen wird.
WorldCom wolle eine Insolvenz unbedingt vermeiden, doch konnte der Unternehmenschef John Sidgmore einen Gang zum Konkursrichter nicht völlig ausschliessen. Sidgmore hob am Dienstag vor Journalisten in Washington die Bedeutung seines Unternehmens für die US-Wirtschaft, die nationale Sicherheit und das Internet hervor.
WorldCom hat mehr als 20 Millionen Telefonkunden und über seine Netze läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Internetverkehrs.
WorldCom verhandele zur Zeit mit den Banken, wobei es in dieser Woche zwei Vorschläge zur Umschuldung geben könnte. WorldCom verfüge über rund 2 Milliarden Dollar Mittel, betonte Sidgmore. Das Unternehmen schuldet seinen Banken 2,65 Milliarden Dollar und ist in Zahlungsverzug geraten. Die Gesamtschulden von WorldCom belaufen sich auf rund 30 Milliarden Dollar.
Gruß Pichel