Gesamtwirtschaftliches Umfeld
DIE WELT hat gestern einen Bericht unter dem Titel Soviel Geld haben die deutschen Haushalte netto veröffentlicht. Das eigentliche Hauptthema des Beitrages war dabei aber nebensächlich. Aber es wurde eine zweite Frage gestellt: Wie viel Geld hat jeder nach Abzug der Fixkosten monatlich zur freien Verfügung. Und an dieser Stelle beginnt es interessant zu werden.
Ich habe in mehreren Beiträgen Hinweise darauf gegeben, wie man sein Vermögen durch Umschichtung in Gold und Silber vor den verschiedenen lauernden Gefahren (Staat-Vermögensabgabe, Staat-Inflation, System-Kollaps) in Sicherheit bringen kann. Aber das betrifft im Wesentlichen den Teil der Bevölkerung, der in der Vergangenheit noch ein Vermögen hatte bilden können. Das werden wohl Arbeitnehmer und Selbständige jenseits von Vierzig sein.
Aber was passiert mit dem heranwachsenden Mittelstand, der wegen der jetzt schon ungünstigen demographischen Entwicklung eigentlich noch mehr Vermögen bilden müsste, als die Älteren. Denn was hilft der beste Tipp für ein Investment in Gold, wenn es an dem Geld dafür fehlt.
Nachstehend die Tabelle aus dem Bericht der WELT:
Frei verfügbares Einkommen im Haushalt
im Monat
in Mio. der
Bevölkerung
in
Prozent
bis unter 50 Euro
5,18
8,0
50 bis unter 100 Euro
9,45
14,6
100 bis unter 150 Euro
9,26
14,3
150 bis unter 200 Euro
8,15
12,6
200 bis unter 250 Euro
6,10
9,4
250 bis unter 300 Euro
4,77
7,4
300 bis unter 500 Euro
6,19
9,6
500 bis unter 750 Euro
3,08
4,7
750 Euro und mehr
3,50
5,4
kein frei verfügbares Einkommen
9,15
14,1
Und hier sind wir (wieder einmal) bei der Debatte, die ich in den beiden letzten Berichten zu thematisieren versucht habe. Die über Vierzigjährigen haben mit einer geschickten Umstrukturierung ihres Vermögens, das vielleicht schon 100.000 Euro oder mehr beträgt, das Potential Millionär zu werden. Und hiermit meine ich die Kaufkraft einer Millionen zu derzeitigen Preisen und keine Hyperinflations-Millionäre.
Hier ist dann das Revolutions-Potential gegen eine weitere Ausplünderung des Mittelstandes begrenzt. Man zeigt dem Staat lieber den Mittelfinger, zieht sich langsam aus dem Arbeitsleben zurück (beispielsweise mit Abfindung oder einer Früh-Pensionierung) und lebt von seinen plötzlich im Wert gestiegenen Ersparnissen.
Aber die unter Vierzigjährigen kommen jetzt langsam in das Alter, wo das Einkommen ein Niveau erreichen sollte, um Vermögen bilden zu können. So war es jedenfalls in der Vergangenheit. Und hier sind wir wieder zurück zur Statistik aus der WELT. Nur 10 Prozent der Bevölkerung hat überhaupt über EUR 500 monatlich zur freien Verfügung. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat mit weniger als EUR 100 pro Monat gar keine Möglichkeit zur Vermögensbildung.
Diese Beobachtung habe ich schon in der Vergangenheit gemacht. Zitat aus meinem Bericht vom 9. September: Eine zweite erschreckende Bemerkung macht der FTD-Kommentar über den Vermögensaufbau der heranwachsenden Mittelschicht: Der jungen Generation, auch wenn es Besserverdiener mit bis zu 80.000 EUR Jahresverdienst seien, gelinge es kaum noch, nennenswert Vermögen aufzubauen. Zu viel Cash Burn.
Es sieht so aus, dass auch die besser verdienende heranwachsende Mittelschicht kein Geld mehr zur freien Verfügung hat, um Vermögen aufzubauen. Vielleicht sind es die Versuchungen der heutigen Kredit-Gesellschaft, die ein gutes Leben sofort versprechen, die die hohen Fixkosten bedingen. Derjenige, der sich ein Auto, die Wohnungseinrichtung, den Urlaub etc auf Kredit vorfinanziert, wird letztendlich teurer leben als jemand, der das Geld dafür anspart.
Das ist meines Erachtens aber nicht der Hauptpunkt. Vielmehr: Der Sozialstaat frisst mit immer höheren Steuern und Sozialabgaben seine eigenen Kinder --- die ihn eigentlich tragen sollten.
Werden wir zukünftig eine vermögenslose Gesellschaft, in der vielleicht nur noch die oberen ein Prozent und weniger der Bevölkerung in der Lage sein wird, sich selbständig ein Vermögen zu erarbeiten --- und damit ein gewisses Maß der Unabhängigkeit.
Hier sind wir dann wieder bei denjenigen, die diesen Aufstand gegen den etablierten Verteilungsstaat vorantreiben müssen --- der heranwachsende Mittelstand.
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten
Gold konnte sich heute früh im asiatischen Markt um die Marke von $1.015 halten. Großartige Bewegungen beim Gold waren im Vorfeld der um 20:15 Uhr MEZ heute zu verkündigenden Entscheidung des Offenmarkt-Ausschusses der FED (FOMC) sowieso nicht zu erwarten gewesen.
Und so dümpelte Gold auch im frühen Londoner Handel bewegungslos um die Marke von $1.015 herum. Der A.M. Fix mit $1.014,75 (EUR 686,11) war dann auch keine Überraschung.
Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold stetig bis auf $1.007 gedrückt. Das war bereits ein kleiner Hinweis darauf, dass die FED etwas zu verkündigen hat, was die Marktteilnehmer eher als Gold-positiv einstufen würden.
Der kurz danach folgende P.M. Fix mit $1.010,25 (EUR 684,13) bestätigte diese Einschätzung. Im Tagesvergleich musste Gold knapp vier Dollar abgeben.
Anschließend konnte sich Gold wieder bis zum Schluss des Handels an der COMEX stabilisieren. Der letzte Kurs kam mit $1.013,10 zustande und damit lediglich einen Dollar niedriger als zum gestrigen Schluss der COMEX.
Um 20:15 Uhr MEZ wurde dann pünktlich die Entscheidung des FOMC der FED verkündet:
1.Die Zinsen bleiben auf dem bisherigen Niveau nahe 0 Prozent2.Die FED wird ihr Ankaufsprogramm von verbrieften Hypotheken (MBS) bis März 2010 fortsetzen.3.Das Quantitative Easing (QE) Programm wird nicht ausgeweitet --- es hat bereits sein Volumen von $300 Mrd fast erreichtZuerst reagierten die Aktien-Märkte und Gold positiv auf diese Nachricht. Dann brach der Dow Jones Industrial Average aber auf dem Niveau von 9.900 Punkten plötzlich um über 100 Punkte ein. Ebenso die Entwicklung bei Gold: Zuerst ist der Preis bis auf $1.018 wegen der fortgesetzten indirekten Monetarisierung der MBS angestiegen. Dann fiel der Preis wieder auf unter $1.010.
Der US-Dollar hat heute knapp über dem gestrigen Niveau geschlossen. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries fielen auf 3,4 Prozent. Der Quotient aus beiden Werten stieg heute auf 22,4 (Dienstag: 21,7).
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"Die Börse reagiert nur zu 10% auf Fakten, der Rest ist Psychologie!" (Kostolany)
"Selten war mehr als ein Zehntel der Bevölkerung an dem beteiligt, was man Geschichte zu nennen pflegt!" (Samhaber)