Das Drama der Finanzmarktkrise hat gezeigt: Märkte neigen zu Exzessen, wenn sie sich selbst überlassen bleiben und ihnen keine Grenzen gesetzt werden.
Der gebürtige Hamburger und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.
Bildlich ausgedrückt: Investmentbanker und Börsianer haben sich in einen Rausch getrunken, nicht wenige Kunden haben sich sozusagen besinnungslos reden lassen von der (illusionären) Aussicht auf maximale Renditen bei minimalem Risiko. Bis es zum großen Crash kam. Die Frage lautet: Nehmen wir das so einfach hin, oder machen wir Schluss mit dem "Komasaufen" auf den Finanzmärkten. Vorsicht ist geboten, die Ersten sind schon wieder dabei, das Kasino zu eröffnen.
Steinbrück: Union soll Börsensteuer unterstützen
Steinbrück drängt: Union soll Börsensteuer zustimmenZügellosem Alkoholmissbrauch von Jugendlichen versucht der Gesetzgeber auch einen Riegel vorzuschieben. Und bei Exzessen auf den Finanzmärkten, die uns alle in den Ruin treiben können, soll die Politik tatenlos zuschauen? Das kann nicht richtig und schon gar nicht gerecht sein.
Wir kriegen keine zweite Chance, konsequent gegenzusteuern. Noch ist das internationale Zeitfenster für notwendige Reformen offen. Nutzen wir es! Wenn wir jetzt keine Regeln gegen Gehaltsexzesse durchsetzen und es nicht schaffen, dass die Lasten aus der Krise fair verteilt werden, wird uns das nie gelingen.
Es geht um viel Geld. Allein dem Bund fehlen wegen der Krise in der nächsten Legislaturperiode über 150 Milliarden Euro Steuereinnahmen. Der Staat musste fast 500 Milliarden Euro an Bürgschaften und Kapitalhilfen für Banken bereitstellen und Wirtschaft und Konsum mit zwei Konjunkturpaketen in der Größenordnung von insgesamt über 80 Milliarden Euro stabilisieren. Dazu addieren sich 100 Milliarden Euro des Kredit- und Bürgschaftsprogramms für Unternehmen. Und die Kosten für die Bereitstellung dieser Riesenpakete sollen die Bürgerinnen und Bürger alleine schultern?
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Nicht wenige Finanzminister aus den G20-Staaten beschäftigt die Frage nach den gesellschaftlichen Folgen der Krise und einer fairen Lastenverteilung. Schwieriger wird es bei der Frage nach konkreten Instrumenten. Davon sollten wir uns aber nicht abhalten lassen.
Es geht um die Frage, wer die Zeche zahlt. Bekommen wir es hin, dass zum Beispiel die trunkenen Investmentbanker mit bezahlen müssen, die uns allen die Krise mit eingebrockt haben? Die nach dem Motto leben und arbeiten "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren"? Oder fehlt uns die Kraft, harte und dicke Bretter so lange zu bohren, bis wir eine Lösung haben. Ich bin gerne bereit, die Bundeskanzlerin auf dem G20-Gipfel Ende September in Pittsburgh dabei zu unterstützen, für eine gerechte Verteilung der Lasten zu streiten.
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Eine kleine Lösung ist besser als keine.
www.abendblatt.de/wirtschaft/...en-auf-den-Finanzmaerkten.html
Die erst in diesem Jahr eingeführte Abgeltungssteuer schein offenbar (noch) nicht zu reichen.
Honi soit qui mal y pense
trotzdem allen noch einen schönen Abend.
rekiwi
"Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht."