Die europäischen Banken scheinen massive Probleme zu haben. Aus Geldgier der Bankster wurde alles, was zunächst eine fette Rendite verspricht, finanziert, ohne die Rückzahlbarkeit der ausgegeben Kredite zu hinterfragen. Niemand hat sich wirklich ernsthaft um eine Rückzahlung gekümmert, solange die Kredite immer wieder verlängert werden konnten. Die Banken verdienen schließlich an den Krediten, und nicht, wenn diese getilgt werden. Mittlerweile fehlen die notwendigen Nachschuldner, damit dieses „Geschäftsmodell“ weiter laufen kann. Die Nullzinspolitik der Notenbanken hat das Problem noch eine Zeit verschleppen, jedoch nicht beseitigen können. Um Zahlen zu benennen, beziffern die DWN die Verbindlichkeiten der europäischen Banken mit dem 2,5 fachen des europäischen BIPs, und übersteigt den Wert der (vermeintlichen) Assets bei weitem. Zu gut Deutsch: Die Banken sind im Grunde genommen pleite!
Zum Vergleich: Hinsichtlich der Staatsverschuldung zweifelt man an der Rückzahlbarkeit bereits dann, wenn die Staatsschulden in der Größenordnung eines BIP´s liegt.
Die Möglichkeit, dass die Staaten weiterhin als Garanten für die Banken auftreten, ist ausgelutscht. Die Bonität der meisten europäischen Staaten lässt ohnehin schon zu wünschen übrig, weitere „Bürgschaften“ können sich die Regierungen nicht leisten. Das neue Motto lautet daher, keine weiteren Garantien (Bail Outs) für die Banken. Statt dessen sollen Eigner und Einleger in die Pflicht genommen werden. Zypern war also ein Testballon. Das Geld auf der Bank ist auch bei uns nicht mehr sicher.
Läuft es also auf einen Bankencrash hinaus? Zündet der Funke in Indien oder eines der anderen BRIC-Länder?
Das Szenario der Hyperinflation ist momentan in den Hintergrund getreten. Die Inflation (Geldmengenausweitung) schlägt weniger stark auf das Preisniveau durch, weil sich die Umlaufgeschwindigkeit ebenfalls stark verringert hat. Damit das Geld nicht doch noch in den Kreislauf kommt, kann man die Besitzer von Geldwertvermögen (Ansprüchen auf Papier) ja vorher enteignen.
Auf was ich hinaus will ist folgendes: Wir haben in den letzten Jahren immer wieder darüber diskutiert, auf welche Art und Weise die Leute ihr Vermögen verlieren werden. Inflationärer Kaufkraftverlust (durch finanzielle Repression. Langsamer, schleichender Prozess!), Währungsreform mit Schnitt („elegante“ Methode für die Staatsentschuldung) oder Bankenpleiten. Die finanzielle Repression wird seit geraumer Zeit praktiziert, ist jedoch zu langsam in der Wirkung. Eine zusätzliche Methode der Enteignung ist also zwingend notwendig.
Es geht nicht darum, das „richtige“ Szenario exakt vorhersagen zu müssen, das können wir leider nicht. Tatsache ist, dass die Enteignung der Sparer bereits eingesetzt hat, und das Finale uns noch bevorsteht. Das ganze System ist faul, und deshalb gibt es einen Systemcrash. Die einzige Möglichkeit, aus der Sache einigermaßen gut herauskommen zu können ist, seine Vermögenswerte außerhalb des Systems zu platzieren, bis der Spuk vorüber ist. Trotz all der sich laufenden Veränderungen ist unsere Anlage- und Vorsorgestrategie immer noch richtig.
Kürzlich wurde ich innerhalb der Familie als etwas „paranoid“ hingestellt, nur weil der Crash bei uns nicht sichtbar eingetreten ist. Die „übertriebene“ Vorratshaltung wurde kritisiert, vor allem, weil trotz „first-in/first-out“ Strategie einiges „entsorgt“ und erneuert werden musste. Dieser „Verlust“ hält sich (in finanzieller Hinsicht) in engen Grenzen und ist nach meiner Rechnung unerheblich.
Gehaltene Vorräte, die im Haushalt tatsächlich verbraucht wurden, haben sogar eine Art Rendite gebracht, da die Teuerung von Lebensmitteln spürbar über denen der üblichen Bankzinsen liegt.
Der finanzielle Aufwand für die Erneuerung bzw. Wiederbeschaffung der Ware ist geringer als die Prämien für so manche, überflüssige Versicherung, die im Schadensfalle evtl. aufgrund von Bedingungen im Kleingedruckten sowieso nicht zahlt. Lebensmittelkonserven, die noch nicht abgelaufen sind, werden von diversen sozialen Einrichtungen als Sachspende gerne angenommen.
Wie bei jeder anderen Versicherung gilt auch hier: Die Vorsorge ist nicht dazu da, dass der Schadensfall unbedingt eintreten soll, sondern um das Risiko daraus zu minimieren. Diese logische Argumentation kann von vielen Menschen leider nicht nachvollzogen werden, da die Supermarktregale immer noch voll sind, und die Plastikkarte auch (meistens) funktioniert. Dass unsere hochgezüchtete, komplexe Logistik auch einmal ausfallen könnte, haben die meisten Menschen bei uns nicht auf dem Radar.
„Irgendwie geht es immer weiter“, bekomme ich zu hören.
Richtig - aber es macht einen großen Unterschied, aus welcher Position, in der ich mich dann befinden werde, es weitergeht. Den Begriff „Manie“ leite ich persönlich nicht aus dem Griechischen ab, sondern aus dem Lateinischen „manus“. Denn Dinge, die ich selbst anfassen kann, wirken auf mich beruhigender als Versprechen und Zusagen, die nur auf einem Fetzen Papier stehen.
www.hgcn.de