Am ersten November 1923 wird ein Kilo Brot satte 260 Milliarden Mark kosten. Die Inflation stürzt Millionen in Armut und Verzweiflung, Erspartes verliert seinen Wert. Auch den Vater von Karl Pielecke trifft es. Binnen weniger Monate ist er völlig mittellos.
„Und dann hat er sich umgebracht, blieb ihm gar nichts weiter übrig. Der Staat hat ihn betrogen. Er war noch aus der wilhelminischen Zeit, wo alles anständig und geregelt war und Beamte zuverlässig und treu waren“, erinnert er sich.
„Dass es so etwas geben könnte, dass der Staat ein Vermögen eines Menschen, der sein Leben lang gearbeitet hat, einfach wegnimmt, indem er sagt: Das gilt nicht mehr, das ist nichts mehr wert – das war es, was er nicht überwinden hat können.“
Die Hyperinflation wird das Trauma des Jahres 1923 – mit jahrzehntelangen Folgen. Aber im Januar glaubten die meisten noch, dass alles nur besser werden könnte. Waren 250 Mark für ein Brot nicht absurd genug? Und musste der endlose Regen nicht auch irgendwann mal aufhören? Tat er aber erst Mitte Februar, dann wurde es richtig kalt.
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