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Eine kleine Geschichte
des Erdöls
Bereits in der Vorgeschichte wurde Erdöl verwendet, etwa zum Abdichten von Booten. Die moderne Geschichte beginnt mit der Nutzung von Petroleum als Lampenöl und Edwin Drakes Entdeckung einer unterirdischen Ölquelle in Titusville. Als Treibstoff der Industriegesellschaft beginnt die goldene Zeit des Erdöls: Erdöl entscheidet Kriege und trägt maßgeblich zum materiellen Wohlstand der Industriegesellschaften bei – wird aber selbst auch zum Auslöser von Krisen und Kriegen.
Schwarzweiß-Foto der ersten Raffinerie von Standard Oil aus dem Jahr 1889
Standard Oil Refinery No. 1 in Cleveland, Ohio im Jahr 1889. Fotograf unbekannt,
Foto aus >> wikipedia commons (abgerufen 22.7.2014), public domain.
Wie alles anfing
Erdöl (zu seiner >> Entstehung) wurde vom Menschen schon in der Vorgeschichte genutzt: An der Oberfläche austretendes Erdöl wird durch den Kontakt mit Sauerstoff zu asphaltähnlichem Bitumen, das bereits vor 12.000 Jahren in Mesopotamien zum Abdichten von Booten verwendet wurde. In Babylonien wurde Erdöl vermutlich bereits zur Beleuchtung verwendet – es hieß dort “naptu”, abgeleitet von “nabatu” = leuchten, das Wort ist der Ursprung des griech. naphtha für Erdöl. Erdöl als Heilmittel wurde schon ab dem 9. Jahrhundert von islamischen Herrschern in Baku (im heutigen Aserbaidschan) gehandelt; und auch die nordamerikanischen Indianer behandelten damit Wunden. Die moderne Geschichte des Erdöls begann, als in den USA der New Yorker Rechtsanwalt George Bissell die Idee hatte, Petroleum (“Steinöl” – zur Unterscheidung von Pflanzenöl und Tierfett) als Brennstoff für Lampen zu verwenden – Walrat und Walöl waren aufgrund der selten gewordenen Wale zu teuer geworden (>> Eine kleine Geschichte des Walfangs). Bissell glaubte, dass es unter der Erde größere Mengen dieses Stoffes geben müsse. Die von ihm mitgegründete Pennsylvania Rock Oil Company beauftragte den pensionierten Eisenbahner Edwin Drake damit, nach Öl zu bohren – 1859 fand Drake in Titusville, Pennsylvania, eine ergiebige Ölquelle. Bissells Vermutung war damit bewiesen. Titusville erlebte den ersten Ölboom der Geschichte, Ende 1860 förderten hier bereits 75 Ölbrunnen. Petroleum wurde zu einem erfolgreichen Lampenöl und Bissell ein reicher Mann.
Öl wird zum globalen Geschäft
Öl war zur richtigen Zeit gekommen: 1865 war der amerikanische Bürgerkrieg zu Ende; die nun richtig in Schwung kommende Industrialisierung, die Erschließung des Westens und die Einwanderungswelle aus Europa schufen einen riesigen Markt. Dessen Potenzial hatte ein geschäftstüchtiger junger Kaufmann namens John D. Rockefeller rechtzeitig erkannt. Er stieg in den Ölhandel ein – und wurde damit zum reichsten Mann der Welt. Rockefeller kümmerte sich um alles, was mit Öl zusammenhing, vom Anbau von Eichen für Ölfässer bis hin zu eigenen Lagerhäusern. 1870 gründete er die Standard Oil Company, die bald den größten Teil der amerikanischen Raffineriekapazität kontrollierte und auch in die Ölförderung einstieg. Und die Öl exportierte: Auch Europa brauchte gutes, billiges Licht und Schmieröl. Wie in den USA unterbot Rockefeller auch in Europa jeden Konkurrenten und versuchte, dessen Geschäft zu übernehmen; Standard Oil wurde zum ersten multinationalen Konzern. 1871 wurde Rockefellers Monopolstreben aber gefährdet: Bei Baku am Kaspischen Meer wurde Öl entdeckt; die dortige Ölförderung und -raffinierung wurde bald durch Ludwig und Robert Nobel (Brüder des Nobelpreisstifters Albert Nobel) beherrscht. Ludwig Nobel, der auch der “russische Rockefeller” genannt wurde, sollte das Tankschiff erfinden. Es wurde ab 1878 auf dem Kaspischen Meer genutzt; Mitte der 1880er Jahre erwies es sich auch als hochseetauglich. Die Produktion in Russland war größer als die russische Nachfrage, und die Nobels suchten nach neuen Märkten. Unterstützt wurden sie dabei von der Bankiersfamilie Rothschild aus Paris, die eine Eisenbahnstrecke zum Schwarzen Meer finanzierte, die dem russischen Öl den Zugang zu westeuropäischen Märkten erleichterte. Die Rothschilds sollten bald auch eigene Ölquellen und Raffinerien in Baku kaufen und zum Konkurrenten für die Nobels – und Rockefeller – werden.
bit.ly/3M0M4ll
