Äußerst Lesenswert, bevor der Artikel hinter der Bezahlschranke verschwindet:
Eine gute Nachricht. Elon Musk kann Twitter kaufen und damit einen Kommunikationskanal übernehmen, der in Deutschland zu einem Biotop Radikaler linker und rechter Provenienz geworden ist. Zwischen den Polen machte sich dort jener Minimalismus breit, der Zeitgeistmoden zu Diskursdiktaten kondensiert.
Hierzulande wirkt ein imperialistischer Moralismus. Er passt besonders zu Lebensentwürfen unterbeschäftigter, halbambitionierter Denkdarsteller ohne große Verantwortungslast, die ihre eigene Lebenswelt im gentrifizierten Altbaukiez mit der Wirklichkeit verwechseln.
Die Diskursscharia von Woko Haram, also ein als absolut gesetzter woker Zeitgeist, war dem Libertarian, Visionär und Milliardär Elon Musk schon lange ein Dorn im Auge. Nun besteht die berechtigte Hoffnung, dass diese Monokultur, die ihren Anfang ausgerechnet im bislang sichersten Hafen der Freiheit, den USA, hatte, aufgebrochen wird.
Musk steht für das Beste im Kapitalismus (selbst wenn man Elektroautos seelenlos finden mag): Er verbindet Tatkraft mit Vision und besitzt eine Entschlossenheit, auch vermeintlich unmögliche Dinge möglich zu machen. Er steht für die neue Generation von Futuristen, die mit Star Trek und Star Wars sozialisiert sind. Natürlich ist er ein Jedi, kein Sith.
Zudem hat er Humor. Einen dunklen, abgründigen zum Teil aber er bringt etwas mit, das gerade in den von Woko Haram kontrollierten Diskursregionen verschwunden ist. Dass er Innovation kann, hat Musk bewiesen. Jetzt wird es interessant sein, wie er wie angedacht die Bot-Armeen vertreibt und eine sinnvolle Editierfunktion einbaut.
Herrlich zu sehen ist, wie die Verbitterungseliten, die Twitter bislang ihr Reich nannten, verzweifeln. Der deutsche Gottkaiser von Twitter, der Sendebeamte Jan Böhmermann, wünscht sich eine paneuropäische öffentlich-rechtliche Alternative. Das ist so rührend wie retrograd, dass es eine Freude ist.
Gelingt die Musk-Mission bei Twitter, könnte er auch andere Plattformen, die von Woko Haram bedrängt werden, übernehmen. Der Umgang von Spotify mit dem nicht nur politisch korrekten Podcaster Joe Rogan war so ein Moment. Liberale drücken Musk jetzt die Daumen.
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