WCM-Absturz: Pleitespekulationen
(www.4investors.de, 10.11.2003) Eine Meldung über die Insolvenz der Abwicklungsgesellschaft I.G. Farben bringt heute die Aktie von WCM zum Absturz. Die I.G.-Liquidatoren haben mitgeteilt, dass ausbleibende Zahlungen der WCM eine Fortführung der Liquidation unmöglich machten und dass man noch am Montag das Insolvenzverfahren beantragen werde.
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Das WCM-Papier stürzt daraufhin um rund 16 Prozent auf 1,15 Euro ab. Bereits in der vergangenen Woche war die Aktie deutlich unter Druck geraten, nachdem verschiedene Meldungen auf eine erlöschende Übernahmephantasie schließen ließen. Auch die Meldung des Unternehmens, wieder die Gewinnzone erreicht zu haben, hat nicht gefruchtet. Es ist davon auszugehen, dass stille Reserven gehoben wurden. In welchem Maßstab, ist noch unklar.
Nun machen Spekulationen auf eine mögliche WCM-Insolvenz die Runde. I.G.-Liquidator Volker Pollehn erklärte gegenüber der Presse, dass WCM-Chef Roland Flach noch vor kurzem zu den Zahlungsverpflichtungen der WCM aus den geschlossenen Verträgen öffentlich gestanden habe. Nun ist ein Rechtsstreit nicht auszuschließen. Pollehn schließt selbst offensichtlich eine Pleite von WCM nicht aus. Er sei nicht sicher, meldet dpa, ob WCM nun auch Insolvenz beantragen müsse.
WCM sieht aus der strittigen Vereinbarung zum Kauf von 500 Wohnungen von der I.G. Farben keinen Rechtsanspruch für die Abwicklungsgesellschaft. Man habe lediglich eine Absichtserklärung unterschrieben, ein Kaufvertrag sein wegen unterschiedlicher Auffassungen bei der Bewertung der Wohnungen nich zustande gekommen. Noch am Wochenende hatte Flach gegenüber der Welt am Sonntag erklärt, WCM sei auch ohne einen Investor überlebensfähig. (Autor: Michael Barck)