Hi,
gut, daß Du den Zusammenhang noch einmal dargestellt hast.
Im übrigen wäre es ein Zeichen guter Unternehmenskultur, wenn die deutschen Immos nicht so billig ins Ausland verschachert worden wären.
Von mir aus hätte Ehlerding & Co zu den reichsten Deutschen aufsteigen dürfen. Aber nach dem ich nachfolgenden Artikel gelesen habe, kommt mir das wie ein Remake von Borgward vor: Kleinstaatlichkeit wie vor Napoleons Zeiten!
Aus www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/...72411/SH/0/depot/0/
HANDELSBLATT, Mittwoch, 16. März 2005, 07:32 Uhr
Metrovacesa will mit französischer Gecina Europas größten Immobilienkonzern schmieden
Spanier erobern den europäischen Immobilienmarkt
Von Axel Granzow, Stefanie Müller; Handelsblatt
Spaniens größte börsennotierte Immobiliengesellschaft Metrovacesa will nach dem Abklingen des Baubooms in der Heimat jetzt im europäischen Ausland wachsen. Die Spanier legten dazu jetzt ein Angebot für die Nummer eins auf dem französischen Markt, Gecina, über 5, 5 Mrd. Euro vor.
DÜSSELDORF/MADRID. Das sind 11,3 Prozent mehr, als Gecina derzeit an der Börse wert ist. Nach Aussagen der Spanier wäre es die größte Übernahme, die die Branche in Europa bisher erlebt hat. Falls die Aktionäre das Angebot annehmen, entsteht eines der größten Immobilienunternehmen Europas.
Metrovacesa ist im Ibex 35 notiert und kommt auf einen Börsenwert von 2,8 Mrd. Euro. Das Unternehmen verkauft vornehmlich private Eigenheime. Damit erzielt der Konzern gut 50 Prozent seines Umsatzes von 805 Mill. Euro und knapp 30 Prozent des operativen Ergebnisses von 326 Mill. Euro.
Die Spanier haben bereits von den französischen Versicherungsgesellschaften AGF und Azur-GMF für 1,6 Mrd. Euro 30 Prozent des Kapitals von Gecina gekauft. Für die französische Allianz-Tochter AGF brachte der Verkauf ihrer 22 Prozent 1,24 Mrd. Euro in die Kasse und trug 526 Mill. Euro oder knapp 50 Prozent zum Nettogewinn des vergangenen Jahres bei. Für die verbliebenen an der Börse gehandelten 70 Prozent bieten die Spanier den Aktionären pro Aktie je nach Auszahlungsdatum zwischen 87,65 und 89,75 Euro.
Gecina besitzt Mietobjekte im Wert von 8,1 Mrd. Euro. 79 Prozent der Einnahmen kommen aus der Vermietung von Büro- und Wohnungsimmobilien. „Mit dem Kauf dieses Unternehmens wollen wir den Vermietungs-Bereich innerhalb der eigenen Gruppe deutlich ausbauen,“ sagt Metrovacesa-Präsident Joaquín Rivero. Bei Metrovacesa macht dieser Bereich erst 23 Prozent des Umsatzes aus. Das liegt auch daran, dass der spanische Mietmarkt sehr eng ist, zumindest bei den Wohnimmobilien. Rund 90 Prozent der Spanier leben in den eigenen vier Wänden.
Frankreich ist nicht nur wegen seiner Steuervorteile für Immobilienunternehmen interessant. Die Franzosen sind auch europaweit führend in der Bürovermietung. Bereits vor einem Jahr hatten die Spanier versucht, den französischen Wettbewerber Société Foncière Lyonnais (SFL) zu übernehmen. Der heimische Wettbewerber Colonial machte jedoch das bessere Angebot. Metrovacesa hatte bereits seit längerem angekündigt, in Europa auf Einkaufstour zu gehen. Dafür seien sieben Mrd. Euro reserviert. Die spanischen Bau- und Immobilienkonzerne wollen mit der Expansion ihre Überlebenschancen verbessern.
Während die spanischen Immobilienkonzerne europaweit wachsen, geht in Deutschland der Ausverkauf der Wohnungsgesellschaften an Finanzinvestoren weiter. Im vergangenen Jahr schlugen bereits die US-Beteiligungsfirmen Fortress und Blackstone zu. Fortress erwarb die Berliner Gagfah mit 80 000 Wohnungen, Blackstone die Wohnimmobilien der Frankfurter WCM-Gruppe. Nun steht der Verkauf der Eon-Tochter Viterra mit 152 000 Wohnungen bevor. In Finanzkreisen werden Fortress, Blackstone und Terra Firma sowie einem Konsortium der US-Investoren Cerberus und Whitehall die besten Chancen eingeräumt. Ein Börsengang werde bei Eon nur noch offiziell weiter verfolgt. Der Verkauf wäre der bislang größte Immobilien-Deal in Deutschland: Der Verkehrswert der Viterra-Wohnungen wird auf mehr als sechs Mrd. Euro geschätzt.
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Siemens darf bei Alcatel nicht einsteigen.
Hoechst wird erst verschmolzen und danach vollständig geschluckt.
Das sind nur zwei prominente Beispiele in diesem Jahr.
Der Ausverkauf der Hochtechnologie und die Verlagerung der Arbeitsplätze ins
Ausland hat ungeahnte Ausmaße angenommen.
Und dann können sich die Provinzbosse noch nicht einmal auf die Verschmelzung von HVB und Commerzbank einigen. Beide dümpeln in den nächsten Jahren vor sich hin, keine Synergie, kein Auslandsgeschäft. Einziger Globalplayer, der noch nicht einmal konkurrenzfähig ist, ist die Deutsche Bank.
Auch Allianz hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich die Dresdner einverleibt.
Naja, ich könnte noch viel labern, aber ich hätte es Ehlerding gewünscht. Mit der Commerzbank einen Reibach machen und WCM zu einem europäischen Immobilienunternehmen aufbauen. Die Vision war da.