ein Trendwechsel - bisher waren es ja immer eher negative Formulierungen
15.07.2005 14:29
Von WCM fällt eine Last ab
Das Beteiligungs-Unternehmen hat eine Sorge weniger: Eine Schadenersatzklage der niederländischen Rebon wurde am Freitag abgewiesen. Die WCM-Aktie machte einen Freudensprung.
Die Nachricht vom Erfolg vor Gericht wurde am Freitag bereits vor der Pflichtmitteilung des Unternehmens bekannt. Noch bevor die kursrelevante Mitteilung von WCM im Umlauf war, hatte die Nachrichtenagentur Reuters einen Unternehmenssprecher mit einer entsprechenden Stellungnahme zitiert.
Die WCM-Aktie, die seit Ende Juni im Kleinwerte-Segment SDax notiert, vollführte sofort einen Sprung auf 0,48 Euro (plus elf Prozent). Erst rund zwanzig Minuten später erfolgte dann die offizielle Mitteilung vom Unternehmen, woraufhin die Aktie für eine Stunde vom Handel ausgesetzt wurde.
Sirius-Kapitel abgeschlossen,...Auch nach der Wiederaufnahme des Handels feierten die Anleger den Erfolg für WCM mit gleichbleibenden Kursaufschlägen. Rebon hatte WCM auf die Zahlung von 80 Millionen Euro verklagt. Begründet hatten die Niederländer ihre Forderung damit, dass Aktien der Immobiliengesellschaft IVG angeblich zu billig vom Insolvenzverwalter von deren Muttergesellschaft, Sirius, verkauft worden seien. An der Sirius wiederum war Rebon zusammen mit WCM über Jahre hinweg beteiligt gewesen. Den Schadenersatzanspruch aus dem Verkauf von IVG-Aktien hat das Landgericht Frankfurt nun in erster Instanz bestritten.
... doch Fiskus droht mit Steuernachforderungen Die Schadenersatzklage war eines der Damoklesschwerter, die über der finanziellen Gesundung von WCM hängen. Eine zweite Bedrohung geht noch von möglichen Steuernachforderungen aus. Das Unternehmen streiten mit dem Finanzamt über eine Forderung gegen die WCM-Tochtergesellschaft HM KG in Höhe von 153 Millionen Euro.
Erst nach dem Ausräumen auch dieses Problems will WCM die Fusion mit ihrer Tochter-Gesellschaft Klöckner-Werke in die Wege leiten. WCM-Chef Roland Flach hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Verschmelzung werde wohl nicht mehr im laufenden Jahr über die Bühne gehen.
Mit einer Fusion mit Klöckner will WCM sich auch unternehmerisch auf neue Füße stellen. Das Geschäftsmodell des Kaufs und Verkaufs von börsennotierten Unternehmen hatte WCM in den vergangenen Jahren tief in die Verlustzone geführt.
Flach hatte zuletzt dennoch am Ziel festgehalten, im laufenden Jahr nach dem neuen Bilanzierungs-Standard IFRS ein ausgeglichenes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erreichen. Der Umsatz soll um 80 Millionen Euro auf knapp eine Milliarde Euro steigen.
