Einen Aktienjunkie wie mich werdet ihr so schnell nicht los… Nichtsdestotrotz, bin ab Donnerstag erst mal 10 Tage in Spanien ;-) . Ich verschone euch also vorerst mal mit weiteren Postings
Um die Verwirrung komplett zu machen, hier mal ein paar Fakten und meine Einschätzung
Ein Bezugsrecht (engl. pre-emptive right) ist ein mögliches Anrecht eines Altaktionärs auf den Bezug von jungen (neuen) Aktien bei einer Bezugsrechtsemission.
Dadurch sollen vor allem die Altaktionäre geschützt werden, da eine Kapitalerhöhung den Verwässerungseffekt mit sich bringt, wodurch der effektive Anteil am jeweiligen Unternehmen sinkt. Das Bezugsverhältnis, welches sich durch die Relation alte Aktien/junge Aktien ergibt, sorgt dafür, dass jeder Altaktionär ein Bezugsrecht in genau der Höhe erhält, wie er benötigt, um seinen Kapitalanteil nicht zu verwässern
Bezugsrechte kann man übrigens an der Börse verkaufen, wenn man keine jungen Aktien zeichnen will. Den Preis bestimmt dann allerdings Angebot und Nachfrage .. Ist die Nachfrage sehr groß, kann der Wert über dem, des veranschlagten Preises liegen. Ist die Nachfrag niedrig, kann der Preis sinken..
Bezugsverhältnis (ein Beispiel):
Erhöht eine Gesellschaft ihr Grundkapital beispielsweise von 500 Mio. € auf 600 Mio. €, so ist das Verhältnis von altem zu neuen Kapital [alt:(neu-alt)] = 500 : 100 = 5 : 1
Das heißt: Auf 5 alte Aktien entfällt eine neue Aktie. Jeder Altaktionär erhält für je 5 Aktien in seinem Besitz ein Bezugsrecht für 1 neue Aktie. Dementsprechend gibt es für jede Jungaktie genau ein Bezugsrecht. Jedes Bezugsrecht erlaubt dem Besitzer also den Bezug genau einer neuen Aktie unter Zahlung des Ausgabepreises (abzüglich des Bezugsrechtwertes).
Für die BoI Altaktionäre gibt es logischerweise KEINE Bezugsrechte ans der Wandlung der Anleihen. Außerdem gibt es auch keine Bezugsrechte für Aktien die direkt an mögliche Großinvestoren gehen.
Mögliches Szenario für die BoI und er deren Altaktionäre:
Benötigtes Kapital: 4,2 Milliarden Euro
Wandlung Anleihen in Aktien: 1,76 – 2,2 Mrd Euro
Mögliche GroßInvestoren: 0 – 2,44 Mrd. Euro
Altaktionäre: 0 – 2,44 Mrd. Euro
Annahme: (Anzahl und Preis sind ja noch offen): 2,44 Mrd. bei einem Emmissionspreis von 10 cent, ergibt 24,4 Mrd Aktien, die die Altaktionäre zeichnen können:
Bezugsverhältnis wäre dann: 5,2 : 24,4 = 1 : 4,7
Man würde also 4,7 neue Aktien zum Preis von 10 ct für eine alte Aktie
(Der Staat bildet immer das "Sicherheitsnetzt" bei 10 ct. Die 0,10 Euro sind ein Backstop, kein "MUSS". Für 10 ct kauft der Staat, wenn sonst niemand kauft. Letztendlich kommt es aber auf den tatsächlichen Kurs an.) Pendeln wie bis zur KE um die 14/15 ct. , sind Kurse der jungen Aktien von 11 -12 ct wahrscheinlich, entsprechend verringert sich die Gesamtaktienzahl gg.über der 10 ct-Aktie..)
Steigen einer oder mehrere Großinvestoren ein, können die Altaktionäre auch ganz leer ausgehen….(eher unwahrscheinlich) .
Zur Erklärung: Werden Junge Aktien ausgegeben, so geschieht dieses oft zu einem günstigeren Preis als der jeweils aktuelle Marktpreis der Aktie ist. Dieser Abschlag (engl. discount) stellt einen Anreiz für bestehende sowie potentielle neue Aktionäre dar, in die neuen, jungen Aktien zu investieren.
Was wäre die Aktie dann nach der KE wert?
Der Theoretical ex-rights price (TERP; zu deutsch: theoretischer nach-Rechte Preis) ist der angenommene Aktienkurs nach der Emission Junger Aktien nach einer Kapitalerhöhung.
TERP= (Anzahl Altaktien * Aktienkurs + Anzahl Junge Aktien * Emissionspreis) / (Anzahl Altaktien + Anzahl JungeAktien)
Rechenbeispiel für die BoI:
TERP = (5,3 * 0,12 + 42*0,10) / (5,3 + 42) = 0,1022 ct (Kurs nach der KE)
Letztendlich kann man es aber erst genau ausrechnen, wenn man
a)§weiß, wie viele Aktien überhaupt gesamt auf den Markt kommen
b)§wie viele da für die Kleinaktionäre, Investoren bzw. Bondholder anfallen
c)§wie das Bezugsverhältnis für Altaktionäre dann letztendlich ist
d)§wie hoch der Bezugspreis ist etc. pp
Ein weitere große Unbekannte ist, wie hoch der Staatsanteil der BoI nach der KE ist, was sich wiederum danran richtet, wie viele Bondholder in Aktien wandeln und wie viele Altaktionäre junge Aktien zeichnen … Also immer noch ein Spiel mit vielen Unbekannten und ungewissem Ausgang
@leavell
#8343 Klar gibt es Risiken, aber Griechenland und Irland sind 2 vollkommen verschiedene Paar Schuhe. In Griechenland ist der Staat das Problem, in Irland sind es die Banken. Dem irischen Staat an sich geht es relativ gut und die Konjunktur erholt sich. Daher ist ein Staatsbankrott Irlands so gut wie ausgeschlossen, während Griechenland in der Tat ein Pulverfass darstellt…
So, alles klar.. ;-)) . Bin wieder weg
P.S. ich würde keine ca. 500.000 jungen Aktien zeichnen und ich glaube bigbäng zeichnet auch keine 1.500.000 junge Aktien, oder ??
Also, es wird nicht leicht , die Aktien an den Mann/Frau zu bringen, also sollte man immer damit rechnen, dass sich der Staatsanteil doch deutlich erhöht, kommt aber auch entscheidend darauf an, wie sich die Bondholder entscheiden..