Im Rahmen der allgemeinen Diskusionen möchte ich einen Beitrag über die Aussage- und Verlässlichkeit von Spezialisten und Börsengurus zeigen. Der Absturz der Börsen in diesem Jahr fing am 26. Juli an, einen Tag später wurden noch großartige Steigerungen bis zum Jahresende auf einen DAX.Stand von 8.100 angekündigt. Als Beispiel der vielzitierte Analyst des großen Investors Verlages, Tom Firley, den ich sonst sehr schätze. Aber wer hat schon die Glaskugel und wie unterschiedlich werden Wirtschaftsdaten interpretiert.
Nachstehend das Interview mit dem DAF vom 27.07.2011:
Was erwarten Sie vom DAX längerfristig - Ist die Rallye vorbei?
Für den Dax bin ich - trotz der schwelenden, finanzpolitischen Krisenherde - weiterhin zuversichtlich und gehe in den nächsten sechs Monaten von einem Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 8.100 Punkten aus. Faktisch sind wir hiervon aus heutiger Sicht nur noch etwa 10 Prozent entfernt.
Charttechnisch gesehen wäre die seit März 2009 laufende Aufwärtsbewegung im Dax übrigens erst bei einem Unterbieten des Japan-Tiefs bei 6.500 Punkten in Frage zu stellen.
Jetzt gibt es schon einige Stimmen, die sagen, dass die Märkte schon zu hoch gestiegen sind und dass es wieder nach unten gehen MUSS - sehen Sie das auch so?
Müssen muss Miss Börse gar nichts. Mittlerweile habe ich in fast 18 Jahren im Börsengeschäft irrwitzige Kursübertreibungen nach oben und nach unten gesehen. Das bedeutet: Ein Kurs - sei es bei einem Index oder bei einer Aktie - kann immer höher steigen, als sich die meisten vorstellen können. Das gleiche gilt natürlich auch umgekehrt.
Warten wir es einmal ab. Natürlich wird der Dax auch geprägt sein von der angesprochenen Entwicklung in den USA. Aber die nächsten Tagen werden gerade auch aus Sicht der deutschen Unternehmensberichte sehr interessant werden.
Gestern am 26. Juli zum Beispiel hat die Deutsche Bank zwar keine Bahn brechenden Ergebnisse geliefert, bleibt aber zuversichtlich, die gesteckten Ziele zu erreichen.
Heute am Mittwoch, den 27. Juli berichteten bereits Daimler (Rekordgewinn), Merck (überrascht negativ) und SAP (überraschte bereits gestern nachbörslich positiv).
Am Donnerstag schließlich folgen dann BASF, Bayer, MAN, Deutsche Börse, Infineon, Siemens und Volkswagen.
Am Freitag präsentieren HeidelbergCement, Linde und Total ihre Zahlen.
Und dann wollen wir doch einmal sehen, ob nicht die ein oder andere positive Überraschung den deutschen Aktienmarkt nach oben zieht.
Ich persönlich sehe insbesondere charttechnisch kein Ende der Aufwärtsbewegung.
Wenn Sie übrigens das Interview (in zwei Teilen) im Deutschen Anleger Fernsehen verfolgen möchte, klicken Sie bitte hier:
1.) Neues Allzeithoch bei 8.100 Punkten
2.)... bis das System kollabiert
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley