steigende Anleihezinsen sind nun einmal schlecht für den Aktienmarkt, gerade in der aktuellen Situation.
Natürlich haben wir eine Blase am Anleihemarkt. Es macht bei der Betrachtung wenig Sinn, sich nur auf Staatsanleihen zu fokussieren. Viel interessanter ist die Entwicklung bei Industrieanleihen. Selbst im spekulativen Mittelstandssegment werden inzwischen Kurse jenseits von Gut und Böse ausgerufen. Da tummeln sich eine Menge Unternehmen, die wegen "nicht ganz optimaler" Bonität nicht mehr an bezahlbare Bankkredite gekommen sind und denen daher nichts anderes übrig geblieben ist, als den Kapitalmarkt unmittelbar anzuzapfen. Beispiel Stauder Anleihe 12/17: Kupon 7,5, Kurs 108 Brief, Rendite 3,8%. Denen geht ja es bekanntlich nicht ganz so gut. Solche Kurse sind schlicht Irrsinn!!
Jetzt stelle man sich vor, was passiert, wenn es am Anleihemarkt mal so richtig in den Keller geht. Dann steigen die Refi-Kosten der Wackelländer wieder kräftig und die schon überwunden geglaubte Krise ist wieder voll präsent. Dass sich das gut auf den Aktienmarkt auswirkt, kann ich mit nicht recht vorstellen, zumal die EZB das letzte Pulver verschossen hat.
Die derzeitige Entwicklung am Staatsanleihenmarkt ist ungewöhnlich und lässt nichts Gutes erahnen. Eigentlich sollten angesichts EZB-QE und Dauernullzins für die nächsten Jahre die Kurse auf dem historischen Höchststand festzementiert sein. Sind sie aber nicht, und zwar mit fallender Tendenz.
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil!