Wie seht ihr die Problematik , des Zinseszins. Ich meine die Schere Arm/Reich kommt ja auch unter anderem durch diese Funktion zu Stande.
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Wie seht ihr die Problematik , des Zinseszins. Ich meine die Schere Arm/Reich kommt ja auch unter anderem durch diese Funktion zu Stande.
@Milvus. Dein Ansatz, das mit der Rückzahlung von Zentralbankkrediten mehr Geld in die Zentralbank reinkommt als vorher rausging ist schon richtig. Aber dadurch verringert sich die Gelmenge nicht. Hört sich erstmal komisch an, aber der Reihe nach und mit Beispiel:
Sagen wir mal eine Bank nimmt bei der EZB einen Zentralbankkredit über 10000 Euro zum Leitzins auf. Nun muss die Bank tatsächlich für diesen Kredit 10000 Euro + X Euro Zinsen zurückzahlen. Die Zinsen muss die Bank aus dem restlichen System erwirtschaften. Nun kommt aber der springende Punkt. Tilgung und Zins sind hier zwei unterschiedliche Dinge und werden von der EZB auch so behandelt. Der Tilgungsteil (also die 10000) werden "vernichtet" und verschwinden damit aus dem Geldkreislauf. Die Zinsteil wird aber nicht "vernichtet". Diesen bucht die EZB nun auf ihr Gewinnkonto und kann damit nun selbst wie mit ganz "normalen" Geld "einkaufen". Die EZB deckt damit Ihre eigenen Kosten und die der nationalen Notenbanken. Da gibt es ja auch Gebäude, Mitarbeiter usw. die bezahlt werden müssen. Wenn am Schluss dann immer noch was übrig ist werden etwas Rücklagen gebildet und der Finanzminister darf sich in der Regel auch noch über einen Rest freuen.
Was dahinter steck: Das System ist so gedacht, dass ja die Privatbanken mit den Zentralbankgeld Gewinne erwirtschaften sollen. Den Leitzins kann man dann als eine Art Gewinnbeteiligung der Zentralbank sehen. Es bleibt natürlich trotzdem das Problem, dass es ohne neue Kredite nicht möglich ist diese Zinsen an die EZB zu zahlen, weil ja nur das Zentralbankgeld da ist, dass die EZB selbst augegeben hat. Hier sieht man wieder den Zusammenhang warum das System vom Dauerwachstum abghängig ist. @Milvus, siehst du, bei keiner Beschreibung des Finanzsystem darf der Zins zur Vereinfachung ausgeblendet werden, weil das System sonst gar nicht mehr erklärbar ist.
Ich hoffe, dass war die Antwort nach der du gesucht hast.
Kommt wieder etwas runter. hier ist doch keiner, der euch diese extrem einseitigen und zu kurzgedachten Argumente aus euren "Goldforen" reindrückt. Ich habe eher das Gefühl, dass ihr zum Teil schon so auf Abwehr von Kritik am Geldsystem eingestellt seid, das ihr euch auf manche Gedankengänge auch von "konservativen" Kritikern gar nicht mehr richtig einlassen wollt. Ich diskutiere gerne mit euch und denke auch über eure Punkte und Argumente unvoreingenommen nach. Ein Forum ist zum Austausch und zur Weiterbildung da! Also zurück zur Sache.
Der letzte Punkt von @smusma ist ja durchaus einer von vielen wichtigen Punkten über die man Nachdenken kann uns sollte. Die Entwicklung der Vermögensverteilung ist wirklich sehr bedenklich. Fakt ist, dass wir einige schwerwiegende Entwicklungen haben, die zeigen dass wir irgendwie auf dem falschen Weg sind. Nun stellt sich die Frage: Ist das Finanzsystem "schuld" daran oder ist es nur der falsche Umgang mit dem System? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ich bin mit meinem jetzigen Wissenstand bei dem Ergebnis: Unser jetziges Finanzsystem ist ansich eine gute Idee, wo einige Schwächen von gescheiterten Systemen verbessert wurden. Es hat aber auch einige Schwächen die erst bei längerem Betrieb des Systems problematisch werden. Je mehr ich mich damit befasse um sehr mehr komme ich zu dem Eindruck, dass das System sich jetzt eine ganz schwere Lage gebracht hat, wo es nur sehr schwer und mit Verlusten rauskommen kann.
Meine beiden Hauptkritikpunkte am System sind die extrem einseitige Ausrichtung auf Wirtschaftswachstum und die sich selbstverstärkende Vermögensumverteilung bei der Geldmengenerhöhung.
@SG70, ja die Notenbank kann natürlich auch Verluste machen. Das ist auch ein sehr wichtiger Punkt, über den sich eine Diskussion/Meinungsaustauch lohnt Hier mein Wissen und Verständis dazu:
Ein Verlust kann eintreten, wenn z. B. eine Geschäftsbank einen Zentralbankkredit nicht mehr zurückzahlen kann. Die Zentralbank hat auf Ihre Kredite höhere Ansprüche als die Privatbanken und das aus gutem Grund. Es besteht jetzt nämlich das Problem, dass das Zentralbankgeld trotz des Kreditausfalles noch im Umlauf ist. Die Privatbank kann es ja nicht mehr zurückzahlen, weil sie es selbst gar nicht mehr hat. Es ist nun also zuviel Geld im Umlauf. Die Zentralbank kann jetzt die Sicherheit an eine andere Bank verkaufen und so das Geld wieder einziehen. Die Geldmenge sinkt. Die Käuferbank kann jetzt die Sicherheit wieder verkaufen und es entsteht wieder ein neuer Kredit und alles läuft weiter. Soweit der Plan. Man sieht, für die Zentralbank ist es äußerst wichtig ausreichene Sicherheiten zu nehmen nur so kann sie auch bei einem Kreditausfall das Zentralbankgeld unter Kontrolle halten.
Aber, was wenn das nicht klappt? Sagen wir mal die Sicherheit wäre eine Staatsanleihe von einem überschuldeten Staat. Es kommt zum Schuldenschnitt und die Anleihe muss abgeschrieben werden. Wenn jetzt der Kredit der mit diese Anleihe besichert war ausfällt, kann das Geld nicht so einfach durch einen Verkauf wieder beschafft werden. Nun muss der gesamte Kreditwert auf das Gewinn- oder nun wohl besser Verlustkonto. Die Geldmenge ist jetzt noch nicht gesunken, da das Geld wie im ersten Beispiel ja noch im Umlauf ist. Damit der Schaden berichtigt werden kann muss nun jemand anderes Einspringen und sein Geld "opfern", damit die Geldmenge wieder korrekt und das System ausgeglichen ist. Wenn die Rücklagen der Zentralbank dazu nicht reichen muss jetzt der Staat als letzter Bürge des Systems einspringen. Wahrscheinlich muss sich der Staat dieses Geld nun mit Staatsanleihen am Markt beschaffen. Wenn nun Befürchtungen stehen, dass der Staat pleite gehen könnte, kann das aber Scheitern, weil keiner die Anleihen nimmt. Wenn der Staat die Summe jetzt nicht aufbringen kann bleibt als letzte Option ein direkter Kauf der Zentralbank von Staatsanleihen. Damit würde der Verlust rein mit der "Druckerpresse" ausgeglichen. Damit würde dann völlig ungedecktes Geld entstehen mit dem der Staat diese Schulden dann weginflationieren kann.
Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber schon aufzeigen, dass die Senkung der Ansprüche an Sicherheiten, wie sie derzeit von der EZB durchgeführt werden ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellen. Der Bundesbankpräsident Weidmann hat erst kürzlich mit einem klaren Zeichen die Politik gewarnt, in dem er einen eigentlich an den Finanzminister zu überweisenden Gewinn in eine Rücklage verwandelt hat. Der Grund: "Neubewertung der Risiken". Er wird nicht müde immer wieder auf die Politik einzureden sich nicht auf die Notenbank zu verlassen sondern die Probleme selbst zu lösen. Er hat auch guten Grund dazu. Es gibt einige denen die Lösung mit der "Druckerpresse" lieber ist als alles andere...
Es bleibt natürlich trotzdem das Problem, dass es ohne neue Kredite nicht möglich ist diese Zinsen an die EZB zu zahlen, weil ja nur das Zentralbankgeld da ist, dass die EZB selbst augegeben hat.
Warum? Das Geld für die Zinsen zur EZB erwitschaften die Privatbanken doch durch eigenständigen Zinsertrag für die Kredite, die sie ausgeben.
Ich kanns nicht richtig erklären, aber ich sehe eine Ausweitung der wirklich effektiven Geldmenge in der Neuvergabe von Krediten. Lehman war eine Immobilienblase, die geplatzt ist. D.h. Kredite, die von der Zentralbank über die Banken in die Wirtschaft flossen sind nicht zurückgezahlt worden. Jetzt habe ich die Krise von damals nicht verfolgt aber da ja Banken pleite geganen sind, ist mit Sicherheit ein merklicher Anteil nicht zurück an die Zentrabank geflossen. Hierdurch hat sich die Geldmenge erhöht, hat sie nicht?
Die Problematik in Europa ist vom Grunde her gleich, nur ist unsere Blase noch nicht geplatzt. Wir haben eine Staatsschuldenblase! Es werden neue Kredite aufgenommen um die alten zu zahlen, schlimmer noch, es kommen Neuverschuldungen hinzu. Jetzt ist es aber doch so, dass dieses Geld aus dem Wirtschaftspool stammt, d.h. Privatinvestoren geben im Ulauf befindliches Cash an die Staaten weiter. Die EZB ist hier ja noch gar nicht beteiligt, also entsteht auch keine höhere Geldmenge. Das ist aber zu kurz gesehen, denn die EZB ist ja bereits eingesprungen und hat Papiere aufgekauft, die wahrscheinlich platzen. Also erhöht sich hierdurch dann doch die Geldmenge, da sie hiermit Geld in Umlauf gebracht hat, was vermutlich nicht zurück kommt.
Hinzu kommt auch eine temporäre Geldmengenausweitung. Wenn immer mehr Kredite aufgenommen werden, erhöht sich die temporär im Umlauf befindliche Geldmenge natürlich. Wenn die Wirtschaft wächst, werden auch mehr Kredite aufgenommen. Fallen welche aus, ist das der Verlust der Bank, somit hätte sich die Geldmenge nicht ausgeweitet, erst wenn eine Bank pleitelt, dann zahlt sie an die EZB nicht zurück. Da nun mit ganz großer Sicherheit ganz viele Banken von dem hohen Zins der GIPS Staaten angelockt wurden, sind diese an den Schuldpapieren der Staaten beteiligt. Wenn der Zinssatz von 7% als kritische Marke gilt und keine neuen Investoren gefunden werden, endet hier der Schneeball und die Blase platzt. Dann gehen Banken pleite und Geld wird nicht an die EZB zurück gezahlt. Oder die EZB springt ein und kauft die Papiere, auch hierdurch erhöht sich die Geldmenge. Oder die Banken werden mit Staatengeld gestützt, das wäre aber kein EZB-Geld sondern Steuergeld, hierdurch würde die Geldmenge nicht erhöht, auch nicht bei Ausfall der Nehmerländer. Dann wären die Steuerzahler die Dummen. Scheint, dass jeder sein Päckchen bekommt, was?
Jedenfalls betrachte ich die 3 Jahresvergabe der EZB von 1 Billion an die Banken als Unsinn, was soll damit bewirkt werden?
fals jemand an aktuellen Daten der EZB Eingriffe interesser ist, in der Mediathek des Ifo Instituts hat Prof. Hans-Werner Sinn ein Vortrag darüber gehalten. Die EZB hat bis Ende März direkte Staatsanleihekäufe von 211 Mrd. getätigt und über Target-Kredite an die Nationalen Notenbanken für weitere Anleihekäufe in höhe von 804 Mrd. vergeben. Der Vortrag geht 35 min. voll mit aktuellen Zahlen, sehr interessant.
vom 28.06.12 Teil 1/13 mit H-W Sinn Titel: Staatsverschuldung und Generationengerechtigkeit (Ifo Jahresversammlung 2012)
http://mediathek.cesifo-group.de/player/macros/...0657/ifo/index.html
oder über http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome zu erreichen.
Wo kommt den der eigenständige Zinsertrag der Privatbankan her? Da zahlen die Kunden Geld, dass aber auch von der Zentralbank geschaffen wurde, bei der Bank ein. Beispiel: Die Zentralbank gibt einer Bank für einen Kredit einen 100 Euro Schein. Die Bank gibt diesen dem Kreditnehmer. Nun vergeht etwas Zeit und der Kredit wird fällig. Die Zentralbank will jetzt einen 100 Euro und dazu noch einen 5 Euro Schein zurück. Die Bank muss also jetzt einen 5 Euro Schein mehr haben. Aber nochmal: Nur die Zentralbank kann Scheine ausgeben! Du siehst, es gibt nur genügend Geld, wenn während ein Kredit läuft weitere Aktionen passieren die für die Zinsen sorgen, ansonsten würden die Kredite platzen. Die Banken erzeugen selbst Kredite, aber die Zinsen müssen trotzdem Zentralbankgeld sein!
Bei den Staatsanleihen machst du auch einen Fehler. Auch Anleihen die nicht von der EZB aufgekauft wurden, haben in der Regel Auswirkungen auf die Geldmenge. Das ist eigentlich ganz einfach erklärt. Staat gibt Anleihe raus, Bank kauft die Anleihe mit bestehendem Geld, die Bank holt sich mit der Anleihe als Sicherheit wieder neues Geld bei der EZB und vergibt damit einen neuen Kredit.
Die 1 Billion für drei Jahre von der EZB sind so was ähnliches wie oben mit der FED beschrieben. Auch hier wird versucht die gesunkene Arbeit der Banken untereinander mit mehr M0 auszugleichen. In den Nachrichten heißt das dann: "Der Interbankenmarkt trocknet aus.". Auch hier wäre es problematisch, wenn die Banken wieder zu ihrem „normalen“ Geschäftsverhalten zurückkehren würden.
du scheinst was davon zu verstehen.
Zu deinem Zitat:
Wo kommt den der eigenständige Zinsertrag der Privatbankan her? Da zahlen die Kunden Geld, dass aber auch von der Zentralbank geschaffen wurde, bei der Bank ein. Beispiel: Die Zentralbank gibt einer Bank für einen Kredit einen 100 Euro Schein. Die Bank gibt diesen dem Kreditnehmer. Nun vergeht etwas Zeit und der Kredit wird fällig. Die Zentralbank will jetzt einen 100 Euro und dazu noch einen 5 Euro Schein zurück. Die Bank muss also jetzt einen 5 Euro Schein mehr haben. Aber nochmal: Nur die Zentralbank kann Scheine ausgeben! Du siehst, es gibt nur genügend Geld, wenn während ein Kredit läuft weitere Aktionen passieren die für die Zinsen sorgen, ansonsten würden die Kredite platzen. Die Banken erzeugen selbst Kredite, aber die Zinsen müssen trotzdem Zentralbankgeld sein!
Verstehe ich nicht, wie bringt die Zentralbank Zinsen in Verkehr, wenn sie selbst Zinsen nimmt?
Bei den Staatsanleihen machst du auch einen Fehler. Auch Anleihen die nicht von der EZB aufgekauft wurden, haben in der Regel Auswirkungen auf die Geldmenge. Das ist eigentlich ganz einfach erklärt. Staat gibt Anleihe raus, Bank kauft die Anleihe mit bestehendem Geld, die Bank holt sich mit der Anleihe als Sicherheit wieder neues Geld bei der EZB und vergibt damit einen neuen Kredit.
Damit wäre meine These bestätigt. Die Kreditmenge hat Einfluss auf die Geldmenge. Die Staatsverschuldung der wichtigsten Wirtschaftsstaaten hat stark zugenommen und steigt stetig. Das Geld haben sie von den Banken (vereinfacht), diese nehmen die Staatspapiere als Sicherheiten und holen sich neues Geld. Das ist verteufelt! D.h. die Geldmenge (ob M0 oder M1 sei mal dahin gestellt) steigt durch die Staatsverschuldung. Wenn die Staaten ausfallen, Spanien wird als nächstes ausfallen, fehlt den Banken das Geld bzw. der Zentralbank, sofern diese Sicherheit bei der EZB hinterlegt wurden. Geld ist entstanden, Wert aber nicht!
NEIN, ich habe keine Rohdaten von der EZB die das belegen würden. Offenbar liegen dem Ifo Institut um Prof. Sinn welche vor, die unterm Strich dann diese 811 Mrd. ergeben. Es wurde nicht von Target2 gesprochen, auf den Folien stand Target-Vorderungen. Wie gesagt schau dir den Vortrag am besten selbst an, ist schon drei Wochen her als ich diesen geschaut habe. 35 Minuten ist nicht viel.
Nochmal zu den Zentralbankzinsen. Wenn die Zentralbank einen Kredit ausgibt, geht sie davon aus das mit dem Geld ein Mehrwert=Wirtschaftswachstum erreicht wird. Mit dem Zentralbankzins will sie an diesem Mehrwert beteiligt werden. Sagen wir mal eine Firma kauft sich für einen Kredit über 10000 Euro eine Maschine. Nun produziert sie mit der Maschine Waren und erhöht damit den Wert der Gütermenge/Wirtschaft um mehr als 10000 Euro. Das Problem ist jetzt, dass diesen Mehrwert (also einen Teil der neuen Waren) eigentlich keiner kaufen kann, weil ja mit dem Maschinenkredit nur 10000 Euro geschaffen wurden. Der Unternehmer kann also eigentlich nur Gewinn machen wenn nun neue Kredite entstehen, mit denen genügend Geld zum Kauf der Waren erzeugt wird. Deshalb kann der Gewinnanteil (Leitzins) der EZB erst entstehen, wenn neues Geld aus neuen Krediten da ist. Es ist eine fortlaufende Kette. Mit dem Geld der Folgekredite wird das Wirtschaftswachstum aus den vorherigen Krediten gekauft. Deshalb ist der Leitzins immer ein Teil aus den Folgekrediten. Hier wieder der Punkt mit der Abhängigkeit vom Wachstum. Nur wenn die Folgekredite höher sind als die Vorgängerkredite funktioniert dieses Prinzip.
Deine These: "Die Kreditmenge hat Einfluss auf die Geldmenge" darfst du ruhig noch schärfer formulieren: Die Kreditmenge ist die Geldmenge. Durch Staatsverschuldung steigt die Geldmenge dann aber nicht zwangsläufig direkt an. Die Staatsanleihen werden am Markt mit bestehendem Geld gekauft. Dadurch werden erstmal nur Schulden umgeschichtet.. Entscheidend ist ob der Staat mit dem aufgenommen Geld Wirtschaftswachstum erzeugen kann. Tut er das nicht, dann fehlt das Geld um die Zinsen für die bestehenden Privatkredite zu erwirtschaften. Staatsanleihen werden von der Zentralbank aber auch als Sicherheiten für Kredite angesehen, weil man (zumindest bis vor Kurzem) davon ausging, das die Staaten die Schulden immer bedienen werden können. Wenn die Staatsanleihen dann als Sicherheit benutzt werden steigt natürlich die Geldmenge, wobei man wieder davon ausgeht, dass damit Wirtschaftswachstum entsteht, mit dem die vorherigen Kredite bezahlt werden können. Also sollte die Geldmenge durch Staatsanleihen "normal" nur ansteigen wenn es auch wahrscheinlich erscheint, dass damit Wirtschaftswachstum entsteht. Gefährlich ist es, wenn die Staatsverschuldung in einem Land steigt und die Wirtschaft nicht gleichzeitig wächst. Wenn diese Situation länger anhält, kann das eigentlich nicht gut gehen. Ganz besonders gefährlich sind Anleihenaufkäufe der Zentralbank. Hier wird direkt die Geldmenge erhöht ohne das andere Markteilnehmer davon ausgehen, dass das sinnvoll ist. Das geht dann schon mehr in die Richtung hoffen und beten.
Du hast recht, dass es global einigen Menschen jetzt besser geht als früher. Beim genauen hinschauen, fällt auf, dass das Problem mit Umverteilung in Ländern existiert wo das Geldsystem schon länger ohne Währungsreform besteht. Daher ist der Verdacht, dass ein Geldsystem über eine längere Zeit zu Problemen der Umverteilung führt, meiner Meinung nach, schon berechtigt.
Ich sehe das Problem dabei nicht darin, das Kredite, grundsätzlich etwas schlechtes wären. Im Gegenteil. Wie @SG70 auch beschreibt, ermöglichen Kredite es Leuten, die selbst nicht genügend Mitel haben, trotzdem was zu erreichen. Das Problem ist, dass das System einmal aufgebaute Vermögen für immer als Vorteilhaft für alle sieht. Das ist aber meiner Meinung nach nicht ríchtig:
Am Anfang des Systems gab es noch keine Bestandsvermögen. Die Kreditnehmer waren vorwiegend Leute die damit unsere Wirtschaft aufgebaut haben. Dafür wurden sie von allen anderen mit den Zinsen zusätzlich belohnt und haben damit die Firmen usw. noch mehr verbessert und die Zinsen dort wieder investiert. Dadurch ist aber die Geldmenge erst schleichend und langsam immer schneller angestiegen. Nun ist immer mehr Geld auch in andere Hände gekommen. Der Sohn des Firmengründers, der Lottogewinner, der Erbe usw. Es wandert mit der Zeit immer mehr Vermögen in Hände, die das Geld nicht zum Nutzen aller einsetzen. Es entstehen Schichten Reicher Menschen, die aber keine Leistung mehr für die Allgemeinheit bringen. Meiner Meinung nach macht die Politik hier einen Fehler. Es gibt da immer die Meinung, dass man hohe Vermögen nicht so besteuern darf, weil man damit die "Leistungsträger" schwächt. Aber was, wenn viele Vermögende gar keine Leistungsträger mehr sind? Vielleicht würgen wir mit dieser Strategie sogar potentielle neue Leistungsträger ab! Wir sind im System gezwungen die Vermögen der Reichen mit Zinsen zu füttern ohne eine Garantie, dass das Geld das die haben überhaupt noch einen Nutzen für uns hat. Vieles Geld wird heute sinnlos eingesetzt. Die "Spekualtionsblödelei" ist ein Auswuchs davon. Wir müssen einen weg finden, dass das Geld wieder der Realwirtschaft dient und nicht diktiert was gemacht werden soll und so die Realwirtschaft unterdrückt und aussaugt.
Also: Das System hat das Problem, dass es wenn jemand ein hohes Vermögen erreicht hat ihn automatisch immer weiterbelohnt, egal was er macht. Die Frage ist nun, muss dazu das System verändert werden, oder muss die Politik das System hier optimieren (Vermögenssteuer usw.)?
So langsam blicke ich durch. Das was du beschreibst kann nicht funktionieren.forum-media.finanzen.net/forum/smiley/smiley-undecided.gif" style="max-width:560px" />
Eine Ausweitung von Krediten geht einem Wirtschaftswachstum vorraus, hierdurch wird temporär die Geldmenge erhöht. Diese temporäre Phase dehnt sich immer weite aus, bedeutet, immer mehr Kredite, und damit Geld, kommt in Umlauf. Soweit so gut.
Mit den in Umlauf gebrachten Krediten steigt aber auch die absolute Zinsforderung der EZB immer weiter an, da jeder Kredit mit Zins versehen ist. D.h. die temporäre Geldmenge erhöht sich, solange Kredite genommen werden und die Wirtschaft wächst. Die alten Zinsen werden mit im Umlauf befindlichem Geld getilgt, es ist somit mehr Geld aus dem System verschwunden als zuvor da war. Dies wird allerdings überproportional von neu aufgenommenen Krediten kompensiert, so dass die temporäre Geldmenge tatsächlich wächst. Wie gesagt, mit ihr aber auch die absolute Zinsforderung. Somit ist, je mehr das System wächst, die Rückforderung an das in Umlauf befindliche Geld immer größer als vorher, da die Zinsen die Rückforderung absolut erhöhen.
Also, wenn ich dies so richtig verstanden habe, dann kann das System nur bis zu einem bestimmten Punkt funktionieren. Spätestens bei Wirtschaftseinbruch haben wir ein Problem.
Denkt man weiter... Aufgrund Rezession werden weniger Kredite aufgenommen, weil sie nicht benötigt werden. So ergeben sich zwei Extremfälle zur Auswahl:
Fall 1: Die alten Kredite werden zurück gezahlt. Wieviel Geldmenge bleibt dann noch übrig, denn wir haben ja festgestellt, dass diese aufgrund der Zinsforderungen Schrumpfen muss, nicht? Trozt jahrzehntelangem Wirtschaftswachsumg wäre die Geldmenge dann kleiner als vorher.
Fall2: Die Kredite werden nicht zurück gezahlt, somit würde die erhöhte temporäre Geldmenge zur absoluten Geldmenge, es wäre also tatsächlich mehr im Umlauf.
Wir brauchen uns nicht darüber zu streiten, dass Fall 1 unmöglich ist. Die Menge an Gütern, der Warenwert, Bevölkerungswachstum usw. stünde einer geringeren Geldmenge gegenüber. Das wäre ja absoluter Quatsch. Es ist ja offensichtlich, dass mehr Menschen, die bei Wirtsschaftswachsumg mehr verdienen, mehr konsumieren usw.. Nur weil an einem Punkt die Wirschaft zurück geht, ist der alte Warenwert und der verdiente Geldbestand ja nicht weg. Dieser Fall ist auch unmöglich, weil viele Marktteilnehmer die Kredite schlichtweg nicht zahlen werden können und insolvent gehen, weil wir uns in einem Schneeballsystem befinden.
Fall2 erscheint mir eine logische Konsequenz dieses Systems zu sein. Die EZB verzichtet auf Rückforderungen, die Geldmenge wird auf "Null" gesetzt, d.h. die temporäre Geldmenge in absolute umgesetzt. Nun hätten wir einen Geldpool, der der jahrzehntelangen Wirtschaftskraft besser entspricht.
Ich kanns nicht in Worte fassen aber es erscheint mir logisch, dass unser System von Zeit zu Zeit kollabieren muss, um wieder von vorne anzufangen. Vor diesem Hintergrund und dem Schuldenstand der Eurostaaten halte ich eine Währungsunion für unausweichlich. Auch wenn ich mich damit nicht besonders gut auskenne. Wie wollen die das in den Griff bekommen, mit dem ESM?
Die Vermögenssteuer ist für mich so ein "Totschlag-argument" für die Neiddebatte
kann ich bedingt zustimmen, es ist Neid im Volk, ist ja auch logisch. Im Zuge der Euroumstellung mit geschätzten 20% Kaufkraftverlust und der Lehmankrise, Stichworte Lohnverzicht, Kurzarbeit usw. und der jetzt aufkommenden Eurokrise, ist dies verständlich. Es ist wichtig die Ursachen zu differenzieren.
Die Umstellung von D-Mark auf EUR hat der deutschen Wirtschaft einen wettbewerbsvorteil verschafft. Durch Kurzarbeit und Lohnverzicht samt Auslagerung in Billigländern haben deutsche Konzerne sich an die Weltspitze in Fragen Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit gepuscht. Wir haben Exportrekorde in den vergangenen Jahren und die duetschen Arbeitnehmer wurden hieran nicht beteiligt.
Die Exporte wurden zu einem maßgebenden Anteil (den genauen kenne ich nicht) an Nettoimporteure der EU, also der GIIPS-Staaten, getätigt. In diesen ist allerdings das Finanzsystem zum kollabieren gekommen. Dies belegen die TARGET2 Salden von fast 1 BIO EUR. D.h. dieser Prozess war bereits vor 7 Jahren klar zu erkennen und vorrauszusagen. Ich beziehe meine Betrachtung nun ausschließlich auf den Exportanteil in diese Länder. Die deutschen Konzerne konnten so, aufgrund ihrer Wettbewerbsübermacht, 7 Jahre Exporte absetzen, die ohne den Euro nicht möglich gewesen wären. Die Exporte liefen länderübergreifend auf Pump und jeder weis, dass diese Länder ihre Kredite nicht zurückzahlen können. Zwar hat der wirtschaftsbeteiligte Importeur zwar seine Rechnung geszahlt und der deutsche Exporteur auch sein Geld erhalten. Durch das nicht zu Ende gedachte TARGET ist aber tatsächlich kein Geld geflossen und es haben sich TARGET-Forderungen bis zu fast einer BIO EUR angesammelt. Deutschland ist ganz vorne.
Ich fasse dieses unerklärliche Phänomen mit meinen Worten zusammen: Das TARGET wurde nicht zu Ende gedacht und installiert. Vor 7 Jahren haben Ökonomen bereits gewarnt, es zeichnete sich bereits die Zukunft ab. Politik hat nicht reagiert. Die Deutschen hatten ein großes Interesse an der Aufrechterhaltung dieses Systems. Das TARGET hat 7 Jahre Exporte ermöglicht, die sonst in dieser Art nicht denkbar gewesen wären. Die Exporte wurden auf Pump gebracht, wobei der Konzern sein Geld erhalten hat. Der Kredit hat sich bei der deutschen Bundesbank angehäuft und nun stellt sich die Frage, wer soll diesen bezahlen. Denn die GIIPS werden es nicht können. Man kann ihn den zukünftigen Generationen aufbürden.
Also ich weis nicht. Da die deutschen Konzerne das Geld bereits bekommen haben, sehe ich die Notwendigkeit dort Geld zu holen, um diesen Posten auszugleichen. Die Konzerne sind ein Risiko eingegangen, dass sie selbst tragen sollten. Natürlich kann jeder sagen, was geht mich das TARGET an, ich habe geliefert und will mein Geld. Aber denken wir mal, wir bürden diesen Posten den Steuerzahlern auf, was würde das bedeuten? Es würde bedeuten, die deutschen Arbeitnehmer hätten mit dem Verlust der EUR-Umstellung und durch Jahre von Lohnverzicht und Kurzarbeit, diesen irrationalen Export ermöglicht und sollen nun ihre selbst prodzierten und exportierten Prodkte auch noch zahlen. Think about this!
Dies ist vermutlich den wenigsten Steuerzahlern so bewusst aber tief im Inneren spüren die Menschen die Ungerechtigkeit, die auf sie zukommt. Deshalb wird sich keiner von der Mittelschicht beschweren, wenn man "die Reichen schröpft". Das ist das Gefühl. Gerecht wäre, zu lokalisieren, whoin das Geld geflossen ist. Es ist in korrupte Systeme der GIIPS geflossen (irgend jemand hat es) und in die Hände der deutschen Konzerne. Wir brauchen ein weltweites Steuerfahndungs und Finanzüberwachungssystem, sonst werden wir dem Problem niemals Herr und es wird oder kann auch unbeteiligte Reiche treffen. Staaten mit derart korrupten Systemen dürfen nicht im EUR verbleiben. Dies ist wichtiger, als die Wirtschaftskraft. Auch einer Verschuldung kann man Herr werden, wenn sie angepackt wird. In Griechenland wird sie aber nicht angepackt, weil ja eben diese korrupten Menschen, die an dem System verdienen, es nicht ändern wollen. Warum sollten sie auch?
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