Ich sehe das nicht so, dass unser Finanzsystem unser Wirtschaftssystem zum Wachstum zwingt.
Wird ein Bankkredit aufgenommen entsteht neues Geld, verzinst. Der Kreditnehmer ist zur Abzahlung verpflichtet, ansonsten kommt Insolvenz. Geht die Spekulation auf, wird der Kredit abbezahlt, d.h. ursprünglich geliehenes Geld, was nicht vorhanden war wird zurück gezahlt, d.h. fließt zurück zur Zentralbank, wo es hergekommen ist. Somit ist ja letztendlich nichts entstanden, lassen wir die Zinsen mal beiseite!
Geht aber die Firma insolvenz, wird das geliehene Geld nicht zurück gezahlt. Dann ist tatsächlich Geld im umlauf, das sozusagen keinen realen Gegenwert hat. Dies ist das Problem der Blase in Spanien und der Bankenpleite 2008, hier waren Kredite bzw. Kreditpapiere im Umlauf, die auf einer Immobilienblase beliefen und nicht mehr zurückgezahlt werden konnten. Die Geldmenge hat sich erhöht, ohne reale Gegenwerte. Wer sich den Goldpreis in diesem Zeitraum anschaut, kann erkennen, wie Papiergeld hierdurch an Wert verliert.
Ich stelle mir das wie ein Gleichgewicht vor. Wächst die Wirtschaft um 2% und die Geldmenge ebenfalls um 2% ist Inflation = 0. Sehr einfach und theoretische Betrachtung! Das reicht natürlich nicht um Realeffekte zu erklären, die Wirtschaftspartner untereinander sind auch zu berücksichtigen. Es ist eher eine Betrachtung der Gesamtsumme auf der Erde.
Ich glaube die Ursache für unser ewiges Wirtschaftswachsum ist lediglich (aber wirksam) die menschliche Gier. Niemand ist zufrieden, vom Landstreicher bis zum Milliardär, alle wollen mehr, in jedem Land der Erde. Hört tief in Euch hinein und fragt euch, seid ihr zufrieden?
Wenn ihr die Antwort gefunden habt, so wird auch ganz klar, warum der Kommunismus nicht funktionieren konnte. Dieser geht von einer zufriedenen Bevölkerung aus, in dem kein Streben nach mehr Kapital gegeben ist. Jeder der konnte hat in dem System gestohlen, um mehr zu bekommen, als die anderen haben. Tritt man 3 Schritte zurück und betrachtet es aus Entferung, scheint die menschliche Gier das Hauptproblem für alle Ungleichgewichte auf der Erde zu sein. Warum nicht die ganzen Sorgen in den Staat legen, dieser sorgt für die Bevölkerung, baut Wohnungen, sort für Essen und Energie. Ja die Autos sind nicht so schön und der Individualismus leidet und auch, ansonsten kann man sich auch nicht entwickeln. Aber gleicht man die Vorteile mit den Nachteilen ab, erscheint es unlogisch, dass Menschen sich ein lebenlang zu tode schuften um ein Ziel zu erreichen, das erstens nicht besonders attraktiv ist und zweitens auch nur selten erreichbar ist. Jeder möchte ein Haus mit Auto, am besten mit Hund und Garten. Das streben nach diesem Gut treibt den ganzen Motor an. Im Kommunismus hatte jeder eine Wohnung, auch der letzte Säufer hatte eine. Da fehlt ja schon der Treibstoff! Nimmt man jedem Menschen dieses Recht und gibt ihm die Möglichkeit für seinen wirtschaftlichen Erfolg selbst verantwortlich zu sein, entsteht Willenskraft, die wirtschaft schafft!
Beides scheint extrem und überholt zu sein. Die Politik und die Gesellschaftssysteme müssen sich an der Gier der Menschen orientieren, sie können sie nicht ändern. Sie müssen sie aber auch nicht unbedingt fördern, indem man ihnen möglichst viele Grundbedrüfnisse weg nimmt, zuletzt geschehen bei den Renteneinschnitten (somit wird ja jeder gezwungen, noch mehr zu schuften um die Zukunft zu sichern, was letztendlich der Umwelt schadet). Die Politik muss eindeutige Rahmen mit erhöten Umweltstandards setzen, in dem sich die Wirtschaftsakteure bewegen dürfen, hierdurch entsteht kein Wettbewerbsnachteil, wenn es übergreifend etabliert wird. Eine echte Grundsicherung für die Menschen muss gegeben sein, damit die Gier durch Angst nicht künstlich angeheizt wird.
Denkt mal drüber nach: Wer Erfolg hat und ein dickes Auto fährt, der wird anerkannt, der ist gesund und attraktiv. Wer aber auf Hartz IV angewiesen ist und mit dem Fahrrad fährt, der ist geächtet. Er ist der Dreck der Gesellschaft. Nun wage ich aber zu behaupten, dass der erste mehr Ungleichgewicht hervorruft und auch mehr Schaden in der Umwelt anrichtet, da er viel mehr Güter erwirbt und auch produziert. für ihn wurde viel gearbeitet und viel Ressourcen ausgebeutet. Solange diese Betrachtung in unserer Gesellschaft vorherrscht, wird sich nichts ändern und die Erde weiter zerstört.
Ich möchte das Streben nach mehr nicht rügen, es ist die menschliche Natur, sonst wären wir ja noch auf den Bäumen und nicht bis zum Mond vorgedrungen.