Ihre Thesen sind interessant.
Letztendlich ist schon vieles diskutiert worden. So könnte eine starke Kontrolle und Eigenverpflichtung der Banken dazu führen, den wirtschaftlich/ökonomischen Bereich vom Investbereich zu trennen. Eine 100%tige Absicherung des Wirtschaftssektors kann theoretisch eingeführt werden, oder nahe 100%, so dass der Investbereich krachen kann, wie er will, theoretisch. Ob dies praktisch je passieren wird?
Dennoch kann auch eine Selbstreinigung angenommen werden. Viele Privatanleger sind durch Bankprodukte nun zweimal auf die Nase gefallen, Lehman & EU. Ein starkter Rückgang der Nachfrage zu diesen Invests wird sicherlich eine Folge sein.
Betrachten wir aber die Entwicklung in der Eurozone, muss ich feststellen, dass die Politik hoffnungslos versagte. Der explosionsartige Anstieg der Targetsalden war bereits Jahre zuvor erkennbar, ebenfalls der Anstieg der Zinslast für die GIPS. Es wurden keine Konsequenzen gezogen, es wurde nicht gehandelt. Die sogenannte Rettung kommt zu spät und ist eigentlich keine Rettung, sondern ein Noteingriff um das System zu stützen. Eine Rettung hätte so ausgesehen: Eingriff vor 5 Jahren, GR, IR, PO raus aus EUR, Hilfen angeboten, gestützt wo nötig, Euro gerettet. Aber die drohende Inflation kann nicht als Rettung verkauft werden, ebensowenig das Verprassen deutscher Steuergelder. Wenn in 5 Jahren der EUR 15% an Kaufkraft verloren hat, können wir dann sagen, er sei gerettet worden? Das ist, verzeiht mir, absoluter Schwachsinn. Man hat den Begriff nur gewählt, um mehr Akzeptanz für die Maßnahmen zu erhaschen. Rettung is ein positiver, samaritischer Begriff.
Eigentlich müssten wir vor den Griechen gerettet werden, eigentlich. Griechenland wird dazu kommen müssen, ihren Staat aufzuräumen und Steuern einzutreiben, sie werden der EU die Schuld geben. Dies können sie gerne machen. Machen die anderen Nationalregierungen ja auch: Wir wollten ja nicht aber die EU....
Treten wir 3 Schritte zrück und betrachten die Welt aus Entfernung. So werden wir feststellen, dass das Weltwirtschaftssystem hauptsächlich auf folgenden Punkten beruht:
- Gewinnung von Rohstoffen aus der Umwelt. Dies ist nur im Nahrungssektor ein halbwegiger Kreislauf, doch auch dort wird hefitge Düngung vorgnommen, so dass nicht von Kreislauf gesprochen werden kann. Letzendlich kann man auch sagen, es werden Rohstoffe ausgebuddelt und der Wirtschaft zugeführt (Metalle, Öl, usw.). Sicher, teilweise haben wir Rezyklierung, schon weil auch einige Rohstoffe kaum noch in der Natur vorhanden sind.
- Diese Rohstoffe werden unter Energieverbrauch, Energie wird ebenfalls nicht aus einem Kreislauf erzeugt, in Produkte umgeformt. Hierbei verdient der Mensch Geld
- Die Produkte werden unter Energieverbrauch in der Welt verteilt. Hier gibt der Mensch sein verdientes Geld wieder her.
Diese Betrachtung führt mich zu der Feststellung, das die Weltwirtschaft offenbar eine relativ sinnlose Beschäftigung ist, die auch der Erde heftigen Schaden zufügt. Diese Feststellung wird erhärtet, wenn man die typischen Wegwerfprodukte betrachtet. Menschen kaufen Waren, die sie nicht brauchen, Waren gehen rasch kaputt um wieder neue verkaufen zu können. Dies alles erfordert hohe Energieaufbringung, die wir nicht aus einem Kreislauf beziehen. Wir verheizen die Rohstoffe unserer Enkel um Wegwerfprodukte zu produzieren. Liebes Forum, dieses System muss crashen.
Der Beginn von Kreislaufwirtschaften im Metallsektor sind ein Anfang aber wir sind ganz weit weg von nachhaltigen Produktionsmethoden. Die Umstellung der Energie ist ein wichtiger Punkt, der ist aber derzeit immer noch Zukunftsgespinnst.
Nach und nach wird die gesamte Weltwirtschaft auf Kreisläufe umgestellt werden müssen. Dies ist anstrengend, bedeutet aber auch eine große Chance, denn es wird auch ein neuer Aufschwung und Boom folgen. Würde sich die weltweite Staatengemeinschaft z.B. darauf verständigen, dass wir in 20 Jahren in der Industrie auf Öl verzichen mögen und diesen Anteil aus erneuerbaren Energieen beziehen, so bliebe der Wirtschaft gar nichts anderes übrig, als Kapital zu investieren. Eine neue Phase der kapitalistischen Ära, ein neuer Konjunkturzyklus würde beginnen.
Entscheidend sind weltweite Regeln. Ohne diese wird es schwer. So erscheint z.B. ein China, was mit billiger Kohleenergie und Sklavenarbeit Produkte erzeugt gänzlich außer Konkurrenz. Dies scheint so! Betrachten wir aber, dass Windkraft z.B. bis zu 6mal billiger im Invest als Atomkraft ist und immer billiger wird, dann muss ich sagen, werden wir die Chinesen abhängen. Wenn die Deutschen die Vorreiter in Nachhaltigkeit sind, bedeutet dies kein ökofundamentalistischer Rückschritt. Nein, es ist ein Schritt voran in das 21. Jahrundert und wir werden unsere Technologie exportieren, weil wir min. 10 Jahre Vorsprung haben. Man kann nicht alles mit Wind machen! Aber wenn wir weniger Energie verbrauchen und unsere Energie nachhaltig aus der Umwelt gewinnen (Wind kostet nix, Kohle und Uran aber schon) und unsere Rohstoffe aus Kreisläufen beziehen, werden wir einen Wettbewerbsvorteil haben. Denn die Ressourcen sind erschöpft und diese werden teurer werden.
Ich bin vom Thema abgekommen, sorry. Wor waren wir? Achja die Krise