Hallo Zungo,
ich habe gerade Dein gestriges Post 85965 gelesen.
Ich bin keineswegs der Ansicht, daß die Gefahr bestünde, daß Du oder irgendjemand anderes hier das Forum mit dieser Angelegenheit "zuspammen".
Ich denke vielmehr, es sollte eine breite Meinung sein, daß die Steuererstattungen die derzeit greifbarste und auch die monetär größte Cash-Quelle fürs Estate sind, mithin ein alles andere als unwichtiger Punkt in diesem Invest.
Da sollte es in Anbetracht der vielen absolut nebensächlichen Diskussionen möglich sein, ein paar Posts zu diesen Erstattungen "ungestraft" verfassen zu dürfen !!
Außerdem scheint mir die Qualität der Diskussion dadurch erheblich zu steigen.
Daß JPM wegen in Anspruch genommener TARP-Mittel formal eventuell nicht für die Erweiterung der Rücktragsmöglichkeit auf 5 Jahre in Frage kam, scheint mir ebenfalls so zu sein. Zumindest scheint mir die dahingehende Formulierung im Gesetz recht eindeutig. Ich bin auch nie von etwas anderem ausgegangen.
Das "Affiliate" muß (!) ich aber anders deuten.
Es scheint mir nicht naheliegend, warum die Rücktragsfähigkeit von NOL´s einer Gesellschaft verlustig gehen sollte, wenn diese von einem (ehemaligen) TARP-Empfänger übernommen wird.
Insofern würde ich sagen: WMB/WMBfsB haben zurecht 5 Jahre rücktragen dürfen.
Nebenbei: ich bin nicht sicher, ob die Anteile an rücktragsfähigen NOL´s, von denen die Holding gemäß PoR profitieren soll, wirklich aus Verlusten der Holding resultieren.
Ich frage mich, womit die Holdinung dermaßen hohe Verluste gemacht haben könnte und vermute eher, daß die Holding von rücktragsfähigen Verlusten profitiert, die ebenfalls in der Bank (!) anfielen.
Ich kann dies naürlich nicht belegen, aber wenn es so wäre, würden wir uns selbst (!) eines 10-stelligen Rückerstattungs-Betrags berauben, wenn man davon ausginge, daß die WMB dadurch, daß sie "Affiliate" von JPM wurde, nicht erweitert hätte rücktragen dürfen.
Also, wenn WMB nach derzeitigenm Stand der Dokumente erweitert rücktragsfähig ist, dann scheint das Gesetz, die beteiligten Anwälte und Steuerfachleute, das KK-Gericht und der UST die Affiliate-Regelung anders zu sehen, als wir dies interpretieren.
Und hier komme ich zum Kernpunkt: ich denke scheinbar weniger (möglicherweise auch zu wenig) emotional und etwas mehr (möglicherweise viel zu sehr) ergebnisorientiert, als manch anderer.
Denn genau Dein Argument, daß Solomon eingesetzt wurde, bestätigt u. a. meine obige Annahme (nur für mich selbst ! - wie andere das sehen, weiß ich nicht).
Denn für mich sieht es so aus: GERADE WEIL externe Fachleute wie Solomon, Susman-Godfrey und Hochberg mit der Causa WMI betraut wurden und (zumindest bisher !!) KEINE Einwände gegen die Aufteilung der Erstattungen teilweise an JPM erhoben haben, fühle ich mich in meinen Annahmen bestätigt !
Nochmals: vermutlich keiner von uns kann die Feinheiten der Gesetzgebungen und der Schriftsätze stets richtig deuten; ich jedenfalls bin definitiv zu blöd dazu, habe aber bisher auf den Foren auch noch niemanden gelesen, der sich mit seinen Prognosen signifikant von der Masse abgehoben hätte.
Man hat ja in den vergangenen Tagen live sehen können, welche zumindest fragwürdigen Deutungen auch von Muttersprachlern wie William48 und Gibson zu lesen waren.
Wenn man dies mal so für sich feststellt, scheint es ein probates Mittel zu sein, so zu verfahren wie ich: nämlich ergebnisorientiert zu denken und dies widerum bedeutet, daß man die Dinge, denen von allen Fachleuten nicht (!) widersprochen (!) wird, zunächst mal als die wahrscheinlichsten (nicht als unabänderlichen Fakt, aber zumindest als das Wahrscheinlichste) annehmen sollte.
Deshalb ist für mich einer dieser Punkte, daß JPM rechtssicher trotz Tarp-Inanspruchnahme über die "Zwischenstation" WMB Tax-Refunds, die aus Steuervorgängen der WMB/WMBfsB resultieren, beanspruchen darf.
Und zum wiederholten Male: nichts wäre mir in diesem Fall lieber, wenn sich diese Einschätzung als falsch herausstellen sollte !
Aber: M. Walrath hat mit ihrem legendären "frivolous" gezeigt, daß sie sich nicht jede platte Frechheit bieten läßt. Warum sollte sie also ein offensichtlich dem Steuerrecht widersprechendes Detail eines PoR widerspruchslos hinnehmen ?
Wenn JPM nicht über WMB empfangsberechtigt ist, warum greifen weder Solomon, noch Hochberg noch Susman diesen Punkt als allerersten auf und lassen den PoR "become Vapor" ?
Wenn die Affiliate-Regelung und die Tarp-Regelung so eindeutig wären, wäre ein hierzu zu verfassender Schriftsatz ans KK-Gericht die Sache von einer Stunde und das DS und der PoR wären reif für die Mülltonne !
Wie gesagt, nichts wäre mir hier lieber, als daß hier von Solomon, Susman und vor allem Hochberg was käme, aber leider sehe ich Moment keinen Zug in diese Richtung, denn auf offensichtliche Fehler stürzt sich jeder zu allererst, um die Position des Gegners zu zerstören.
Gerne lasse ich mir jedoch argumentativ sauber erklären, daß ich und warum ich auf der falschen Denk-Schiene bin.
Grüße
VanDelft