Mir ist Freitag gegen 13.30 Uhr bzw. 14.30 Uhr im Chart der 10-jährigen Renditen Deutschlands und Frankreichs etwas aufgefallen. Normalerweise haben diese sich immer gleichzeitig in eine Richtung entwickelt. Die französische ist meistens etwas stärker gestiegen als die deutsche, aber wenn gestiegen dann beide und wenn gefallen dann auch beide.
Freitag dann stieg die deutsche Rendite etwas an während die französische deutlich nachgab. Das kam mir seltsam vor und ich fragte mich, ob es hier wohl bereits eine verdeckte Intervention der EZB gegeben haben könnte. Ein entsprechendes Programm wurde ja 2022 bereits aufgelegt und schlummert seit dem allzeit bereit, eingesetzt zu werden.
Scheinbar ist dies auch anderen aufgefallen:
https://www.youtube.com/watch?v=abh54wsD5NEDie Anzeichen verdichten sich, dass wir wohl sowas wie eine Eurokrise 2.0 bekommen. Um ehrlich zu sein ist das nur auf den ersten Blick schlecht. Schließlich bedeutet dies, dass die EZB gezwungen sein wird offen massiv, wie bereits nach der Finanzkrise 2008 geschehen, sehr viel Geld zu drucken und in den Markt zu pumpen, was u.a. die Immobilienpreise mittelfristig wird wieder explodieren lassen, da dies zu sinkenden Zinsen führen wird.
Allerdings dauert das wohl noch eine Weile. Und im Vorfeld einer Eurokrise werden wir voraussichtlich die Ereignisse sehen, die erwartbar sind: Voraussichtlich einen starken Einbruch der Aktienmärkte. Da ist mittlerweile ja ordentlich Luft drin.
Wenn die EZB schlau ist, greift sie sehr früh ein und wartet nicht, bis die Märkte crashen. Bei einem Abwarten gibt es m.M.n. wenig zu gewinnen. Die Franzosen, Italiener, Spanier, etc. werden ihre Staatsfinanzen nicht sanieren. Sie wissen, dass die EZB eingreifen muss und wird.
Die Aussicht auf ein massives Eingreifen der EZB wird die Zinsen möglicherweise bereits sinken lassen. Dies könnte zur Umkehr bei den Immobilienaktien führen und Leerverkäufer zwingen, sich schnell wieder einzudecken.
Es bleibt spannend. Allerdings war mir die ganze Zeit klar, dass wir bei den Staatsschulden (und dem Wachstumstempo dieser) früher oder später wieder Mario Draghi 2.0 bekommen müssen. Ist schlicht "Alternativlos".