Jensen Huangs Billionen-Wette: Steigt die Marvell-Aktie noch um mehr als 300 Prozent?
Markus Weingran
Markus Weingran
Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.
Der Nvidia-Chef sieht Marvell als nächsten Billionen-Konzern. Jetzt hebt der Chipkspezialist seine Prognosen massiv an. Reicht der KI-Boom tatsächlich für weitere 300 Prozent Kursplus?
Für dich zusammengefasst:
Jensen Huang bezeichnete Marvell als Billionen-Dollar-Konzern.
Die Marktkapitalisierung von Marvell beträgt rund 240 Milliarden US-Dollar.
Marvell hob das Umsatzziel für 2028 auf 20 Milliarden US-Dollar an.
Jensen Huang lehnte sich Anfang Juni weit aus dem Fenster. Der Nvidia-Chef bezeichnete Marvell Technology als den nächsten Billionen-Dollar-Konzern. Die Aktie explodierte daraufhin um mehr als 25 Prozent, die Marktkapitalisierung erreichte rund 234 Milliarden US-Dollar.
Vier Monate später liefert Marvell neue Argumente für Huangs gewagte Prognose.
Auf dem Investor Day am Dienstag hob der Chipkonzern sein Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2028 von bislang 18 auf rund 20 Milliarden US-Dollar an. Der Analystenkonsens hatte lediglich bei 18,2 Milliarden US-Dollar gelegen.
Noch spektakulärer ist der langfristige Ausblick: CEO Matt Murphy sieht den adressierbaren Markt für Marvell bis 2030 bei rund 400 Milliarden US-Dollar. Bis zum Geschäftsjahr 2031 skizzierte das Management Umsatzmöglichkeiten von 70 bis 90 Milliarden US-Dollar.
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Der Grund ist der gigantische Ausbau der KI-Rechenzentren. Marvell liefert kundenspezifische KI-Chips, Netzwerktechnik und Hochgeschwindigkeitsverbindungen – genau jene Komponenten, die benötigt werden, wenn immer größere KI-Cluster miteinander verbunden werden.
Schon im Geschäftsjahr 2026 sprang der Umsatz um 42 Prozent auf 8,2 Milliarden US-Dollar. Für 2027 hatte Marvell zuletzt rund zwölf Milliarden US-Dollar und für 2028 18 Milliarden US-Dollar erwartet. Nun wird die Messlatte erneut angehoben.
Bis zur Billion ist es trotzdem weit
Huangs Prognose bleibt trotzdem gewaltig. Anfang Oktober lag Marvells Börsenwert bei knapp 240 Milliarden US-Dollar. Für eine Billion müsste sich der Unternehmenswert damit noch mehr als vervierfachen – entsprechend rund +300 Prozent vom heutigen Niveau.
Doch die Rechnung sieht mittlerweile weniger absurd aus als noch vor wenigen Monaten. Sollte Marvell tatsächlich irgendwann 70 bis 90 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz erreichen, würde eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar (Dollarkurs) einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund elf bis 14 entsprechen. Für einen schnell wachsenden Schlüsselanbieter der KI-Infrastruktur wäre das zumindest nicht völlig außerhalb dessen, was der Markt bei außergewöhnlichen Wachstumsunternehmen bezahlt.
Das Risiko bleibt aber auch gewaltig. Die Erwartungen sind inzwischen hoch, die Abhängigkeit von wenigen Hyperscalern groß und jeder Rückgang der KI-Investitionen könnte die Bewertung massiv treffen.
Was nicht ist, kann aber noch werden
Jensen Huang hat mit seiner Billionen-Prognose bislang noch nicht recht. Aber Marvells neue Ziele zeigen, warum er überhaupt auf diese Idee gekommen ist. Gelingt es dem Konzern, seine Position bei Custom AI, Networking und Optical Interconnect weiter auszubauen, könnte die Aktie langfristig noch erhebliches Potenzial besitzen. Weitere 300 Prozent bleiben aber eine extreme Wette, die nach dem Investorentag von Marvell etwas weniger verrückte klingt als zuvor.
In der wO Börsenlounge haben wir am 22.09.2026 einen Derivat auf Marvell empfohlen. Mit dem Kurssprung von Dienstag liegt der Schein jetzt fast 65 Prozent im Plus. Geht die Erfolgsgeschichte von Marvel weiter, dann könnten Anleger schon weit vor einer Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar ein Plus von 300 Prozent einfahren.
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