Investing.com – Laut der Bank of America (BofA) bauen Commodity Trading Advisors (CTAs) bzw. systematische Trendfolgefonds Short-Positionen in Aktien auf und verkaufen gleichzeitig weiterhin US-Staatsanleihen. Die Positionierungsrisiken tendieren dabei zu weiteren Kursverlusten, sollte sich der Markt nicht stabilisieren.
Die Modelle der Bank zeigen, dass „schnellere CTA-Modelle bereits auf Short-Positionen in Aktien setzen“, während langsamere Trendfolgestrategien derzeit eher neutral positioniert sind. Diese Diskrepanz ist in der jüngsten Marktentwicklung sichtbar, da die systematischen Fonds weniger synchron agieren.
Die BofA warnte jedoch, dass die Zeit als Katalysator wirken könnte. „Ohne eine klare Erholung der Aktienkurse können sich langsamere Signale schnell verschlechtern, und innerhalb der nächsten Woche könnten wir eine deutlichere Zunahme von Netto-Short-Positionen in Aktien beobachten“, so die Analysten um Chintan Kotecha in einer Mitteilung.
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Die aktuelle Situation bietet Spielraum für einen größeren Ausbau von Short-Positionen, da die realisierte Volatilität noch nicht ausreichend gestiegen ist, um eine signifikante Reduzierung der Risikobudgets zu erzwingen. Dies könnte den Verkaufsdruck verstärken, falls sich langsamere Modelle mit schnelleren angleichen.
Die Kapitalflüsse an den Zinsmärkten bleiben laut BofA weiterhin deutlich negativ. Trendfolger verkaufen weiterhin US-Treasury-Futures, während die Renditen steigen und die 10-jährige Rendite ihren höchsten Stand seit Juli erreicht hat. Die Verkäufe haben sich über die gesamte Zinskurve ausgeweitet, wobei Risikomanagement-Trigger „im Bereich der 5- bis 30-jährigen Anleihen zu greifen beginnen“. Analysten sehen Spielraum für weitere Short-Positionen, falls die Zinsen weiterhin unter Druck stehen.
Außerhalb der USA bauen CTAs ihre Short-Positionen in deutschen Bundesanleihen aus. Im Devisenhandel deutet das Modell der Bank auf weitere Verkäufe im Euro und britischen Pfund hin. Auch die Signale aus den Schwellenländern schwächen sich ab, da einige Anleger nach den jüngsten Kursverlusten wahrscheinlich ihre Long-Positionen im mexikanischen Peso auflösen.
Bei den Rohstoffen haben Verluste beim Goldpreis die Gewinne beim Ölpreis teilweise ausgeglichen. Die im vergangenen Jahr aufgebauten Long-Positionen im Goldmarkt wurden nach dem starken wöchentlichen Kursrückgang wahrscheinlich aufgelöst. Analysten zufolge bleiben die Trendsignale jedoch weiterhin hoch und sind noch weit von reinen Short-Positionen entfernt.
Ölpositionen stützen die Wertentwicklung weiterhin, könnten aber bei einem stärkeren Preisverfall abgebaut werden, so die Analysten.
Umfassendere Positionierungsdaten deuten darauf hin, dass systematische Anlagestrategien kurzfristig weiterhin auf Verkäufe ausgerichtet sind. Die Bank of America schätzt, dass solche Fonds in einem Bärenmarkt in der kommenden Woche bis zu 73 Milliarden US-Dollar verkaufen könnten, wobei in den meisten Szenarien negative Mittelzuflüsse zu erwarten sind. Dies verstärkt das Risiko eines anhaltenden Drucks auf Aktien.