Vom Rasen aufs Börsenparkett
Fußball. Börsenpläne wälzt nun auch der FC Bayern-München. Mittlerweile kämpfen andere europäische Fußballvereine gegen die drohende Pleite.
MÜNCHEN (reuter/bloom
berg). Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München steht einem Börsengang zwar weiter skeptisch gegenüber, schließt einen solchen Schritt aber nicht aus. "Wenn in drei oder vier Jahren das Börsenumfeld freundlicher ist, wenn unser neues Stadion fertig ist und wir damit neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschlossen haben, schließe ich einen Börsengang nicht aus," sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß in einem Zeitungs-Interview.
Borussia-Kurs halbiert
Inzwischen wollen die Bayern, die nicht nur deutscher Fußball-Rekordmeister sind, sondern im Vorjahr auch im Weltcup und in der Champions League siegten, beobachten, wie es Borussia Dortmund auf dem glatten Börsenparkett ergeht. Der Bayern-Konkurrent war Ende 2000 mit Euphorie an die Börse gegangen und hat eine Ernüchterung erlebt. Der Wert der Borussia-Aktie - dem bisher einzigen deutschen Fußball-Verein, der an der Börse gehandelt wird - hat sich seitdem halbiert.
In der Vergangenheit hatte Bayern München, der umsatzstärkste Verein der deutschen Fußball-Bundesliga, Pläne für einen Börsengang stets verworfen. Man fürchtete durch einen solchen Schritt die Unabhängigkeit des Klubs zu gefährden. Experten schätzen den Börsenwert des FC Bayern München derzeit auf rund 770 Mill. € (10,6 Mrd. S). In der Saison 2000/2001 wurde mit 28,5 nach 8,7 Mill. € (392 nach 120 Mill. S) ein Rekordgewinn erzielt.
Auf einer a. o. Mitgliederversammlung wird am 14. Februar die Umwandlung der Bayern-Profi-Abteilung in eine AG offiziell beschlossen. Rund zehn Prozent der Anteile übernimmt für knapp 77 Mill. € oder 1,06 Mrd. S der Sportartikelhersteller "adidas".
Während die Bayern über den Sprung an die Börse nachdenken, kämpfen andere europäische Fußballvereine mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Aktienkurse und Einnahmen - vor allem aus Sponsorverträgen und Fernsehwerbung - sinken, die Schulden und Spielergehälter schnellen in die Höhe. Deshalb droht etwa dem renommierten britischen Klub Nottingham Forest, dessen Aktien bereits seit einem Monat vom Börsenhandel suspendiert sind, ebenso der Bankrott wie dem mehrmaligen dänischen Fußballmeister Lyngby.
Wie prekär die wirtschaftliche Lage der Balltreter mittlerweile ist, zeigt der Fußball-Klub-Index von Bloomberg, in dem 19 britische Vereine zusammengefaßt sind. Er ist auf ein Fünfjahres-Tief abgesackt. Die Aktien des Turiner Fußball-Klubs Juventus sind seit ihrem Börsenstart im Dezember 2001 um 2,2 Prozent gefallen. Das ist vergleichsweise harmlos: Die Aktie von Manchester United sackte im Vorjahr um stolze 40 Prozent ab.
Für Österreich ist die Pleite eines börsenotierten Fußballvereins bereits ein alter Hut. Rapid Wien ging bereits vor Jahren an die Wiener Börse, viele Fans kauften die "grün-weiße" Aktie. Die Performance der Rapid-Aktien war aber noch schlechter als jene der Kicker. Mittlerweile sind die Papiere völlig wertlos.
Fußball. Börsenpläne wälzt nun auch der FC Bayern-München. Mittlerweile kämpfen andere europäische Fußballvereine gegen die drohende Pleite.
MÜNCHEN (reuter/bloom
berg). Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München steht einem Börsengang zwar weiter skeptisch gegenüber, schließt einen solchen Schritt aber nicht aus. "Wenn in drei oder vier Jahren das Börsenumfeld freundlicher ist, wenn unser neues Stadion fertig ist und wir damit neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschlossen haben, schließe ich einen Börsengang nicht aus," sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß in einem Zeitungs-Interview.
Borussia-Kurs halbiert
Inzwischen wollen die Bayern, die nicht nur deutscher Fußball-Rekordmeister sind, sondern im Vorjahr auch im Weltcup und in der Champions League siegten, beobachten, wie es Borussia Dortmund auf dem glatten Börsenparkett ergeht. Der Bayern-Konkurrent war Ende 2000 mit Euphorie an die Börse gegangen und hat eine Ernüchterung erlebt. Der Wert der Borussia-Aktie - dem bisher einzigen deutschen Fußball-Verein, der an der Börse gehandelt wird - hat sich seitdem halbiert.
In der Vergangenheit hatte Bayern München, der umsatzstärkste Verein der deutschen Fußball-Bundesliga, Pläne für einen Börsengang stets verworfen. Man fürchtete durch einen solchen Schritt die Unabhängigkeit des Klubs zu gefährden. Experten schätzen den Börsenwert des FC Bayern München derzeit auf rund 770 Mill. € (10,6 Mrd. S). In der Saison 2000/2001 wurde mit 28,5 nach 8,7 Mill. € (392 nach 120 Mill. S) ein Rekordgewinn erzielt.
Auf einer a. o. Mitgliederversammlung wird am 14. Februar die Umwandlung der Bayern-Profi-Abteilung in eine AG offiziell beschlossen. Rund zehn Prozent der Anteile übernimmt für knapp 77 Mill. € oder 1,06 Mrd. S der Sportartikelhersteller "adidas".
Während die Bayern über den Sprung an die Börse nachdenken, kämpfen andere europäische Fußballvereine mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Aktienkurse und Einnahmen - vor allem aus Sponsorverträgen und Fernsehwerbung - sinken, die Schulden und Spielergehälter schnellen in die Höhe. Deshalb droht etwa dem renommierten britischen Klub Nottingham Forest, dessen Aktien bereits seit einem Monat vom Börsenhandel suspendiert sind, ebenso der Bankrott wie dem mehrmaligen dänischen Fußballmeister Lyngby.
Wie prekär die wirtschaftliche Lage der Balltreter mittlerweile ist, zeigt der Fußball-Klub-Index von Bloomberg, in dem 19 britische Vereine zusammengefaßt sind. Er ist auf ein Fünfjahres-Tief abgesackt. Die Aktien des Turiner Fußball-Klubs Juventus sind seit ihrem Börsenstart im Dezember 2001 um 2,2 Prozent gefallen. Das ist vergleichsweise harmlos: Die Aktie von Manchester United sackte im Vorjahr um stolze 40 Prozent ab.
Für Österreich ist die Pleite eines börsenotierten Fußballvereins bereits ein alter Hut. Rapid Wien ging bereits vor Jahren an die Wiener Börse, viele Fans kauften die "grün-weiße" Aktie. Die Performance der Rapid-Aktien war aber noch schlechter als jene der Kicker. Mittlerweile sind die Papiere völlig wertlos.