"Zahlen sie nicht, gehen jede Woche 30 Klagen raus"
Curanis-Mieter warten auf Rückzahlungen von 2007
Von Ingo Kugenbuch
Noch immer warten Mieter des Verwalters Curanis auf ihre Rückzahlungen aus den Betriebskostenabrechnungen von 2007. Auch 400 Widersprüche aus den Jahren 2005 und 2006 blieben offenbar bis heute unbearbeitet.
Eigentlich muss man hier zwei Geschichten erzählen. Da sind zum einen die Forderungen aus den Jahren 2005 und 2006. Damals gehörten die 4590 Wohnungen in Gebhardshagen, Thiede und Bad noch der dänischen Kristensen-Gruppe, verwaltet wurden sie von Krüger-Immobilien.
Es geht um 60 000 Euro
Nach dem Verkauf von mehr als 13 000 Wohnungen der PSI waren die Nebenkosten 2005 explodiert – die Hauswartkosten zum Beispiel stiegen um das Zehnfache. Zahlreiche Mieter hatten dagegen Widerspruch eingelegt. Für 200 Mieter, deren Wohnungen noch heute von Krüger verwaltet werden, konnte die Initiative der Krüger-Mieter einen Vergleich mit Colonia Real Estate AG (CRE) aushandeln (wir berichteten), die nun knapp 9000 der ehemaligen PSI-Wohnungen besitzt.
Die Verwaltung der 4590 Wohnungen, die Kristensen 2007 an die Vivacon AG verkaufte, übernahm im Oktober 2007 Curanis von Krüger. "Da gibt es noch etwa 400 Widersprüche, die unbehandelt in der Ecke liegen", sagt Gerd Jobst, der für die Initiative der Krüger-Mieter die Einigung mit der CRE erzielt hat und sich jetzt um die Curanis-Fälle kümmert. "Wir haben nicht mal eine Eingangsbestätigung bekommen." Jobst schätzt, dass den Mietern durchschnittlich 150 Euro zustehen – insgesamt 60 000 Euro. "Wenn sie jetzt nicht zahlen", droht Jobst, "gehen jede Woche 30 Klagen raus."
Die zweite Geschichte beginnt 2007 mit der Übergabe der Mieter von Krüger an Curanis. Jobst: "Bis September hat Krüger die Mieten noch eingezogen und sie dann en bloc an Curanis überwiesen." Allerdings seien einfach 1,2 Millionen Euro von einem aufs andere Konto transferiert worden – ohne die Information, von welchem Mieter es noch ausstehende Zahlungen gibt.
Ob das so passiert ist, bestätigt weder Curanis noch Krüger. Fest steht aber, dass Curanis bestehende Guthaben aus den Betriebskostenabrechnungen bis heute nicht ausgezahlt hat – obwohl zahlreiche Mieter Anfang des Jahres in Briefen auf den April vertröstet wurden. Durch den Verwalterwechsel sei eine nochmalige Prüfung der Mieterkonten nötig, hieß es damals in den Schreiben.
"Der Prozess läuft"
Wann endlich Geld fließt? Vivacon antwortet auf diese SZ-Anfrage knapp: "Die Vivacon AG als Eigentümerin und Curanis als Verwalter sorgen für eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Objekte, dazu zählt auch die Erstattung von Guthaben aus den Betriebskostenvorauszahlungen der Mieter. Der Prozess der Regulierung der Guthaben läuft." Wie seit Monaten.