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viel spass beim lesen,u. auskotzen!

 
16.06.02 10:02
stockmove.de

18 Special vom 18.06.2002
Autor: Uwe Warmbein
Die Impotenz der Herrschenden Klasse
Wir leben in einer saturierten Gesellschaft. Jeder hat den Kühlschrank voll, hat ein Auto, einen Fernseher, in der Regel eine Lebensversicherung und macht regelmäßig Urlaub.  Egal ob abhängig beschäftigt oder selbständig, die Dinge sind geregelt - bei den meisten von uns.

Kaum jemand macht sich Gedanken, dass es mal ganz anders werden könnte. Mal läuft es etwas besser, mal etwas schlechter. Die Politiker wollen uns alle vier Jahre verhohnepipeln, indem sie uns erzählen: Wir können alles viel besser als die derzeitige Regierung. Natürlich glaubt es keiner so richtig, aber die Mehrzahl der Bevölkerung hat ihren Glauben an die Obrigkeit noch nicht verloren. Wir haben stabile Verhältnisse, der Euro ist zwar immer noch ein Thema, aber im großen und ganzen ist alles paletti. Kaum jemand ist noch ehrlich empört über Wahlversprechen, die nicht eingehalten werden können, man hat sich auch daran gewöhnt.

Die Gewöhnung an einen gewissen Lebensstandard - und das ist das Problem - ist hinderlich beim Denken.



"Die da Oben" werden das schon regeln.

Diese Einstellung hat auch eine gewisse Berechtigung. Einerseits sind Politiker dafür angestellt, die Dinge für die Bevölkerung zu regeln, andererseits beteuern sie täglich in den Medien, dass sie unaufhaltsam daran arbeiten. Nun gut, man meckert über die Steuern beim Ölpreis, aber letztendlich scheint es wichtiger, dass Deutschland bei der Fussball-Weltmeisterschaft gewinnt.

Und dann haben wir ja noch das Vertrauen in die Institutionen. Die Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung, die Banken und die Versicherungen - die da oben halt. (Letztere sind zwar keine Institutionen, in den Köpfen jedoch schon). Alle sind in irgendeiner Form damit beschäftigt, unsere monatliche Abbuchung vom Konto zu verwalten. Sie sollten sorgsam damit umgehen, das Kapital erhalten und eventuell vermehren, damit wir im Fall von Not oder im Alter darauf zurückgreifen können. Der Einzelne kommt schon mal in Not, wenn er z.B. arbeitslos wird. Aber das ist ja alles geregelt.

Die finanziellen Nöte der Krankenkassen und der Arbeitslosenversicherung sind schon seit einiger Zeit ein Thema, eklatant ist es jedoch noch nicht. Wir werden nur steuerlich immer mehr zur Kasse gebeten.  

Für mich drängen sich aber einige Fragen auf angesichts des kommenden Kontratieff-Winters:

Was passiert, wenn die Steuereinnahmen in der nächsten Dekade stetig sinken?
Was passiert, wenn meine Bank pleite geht und die meines Nachbarn auch?
Was passiert, wenn die Versicherung pleite geht, zu der ich meine monatliche Rate für die Lebens- oder Rentenversicherung trage?
Was passiert mit meiner Hypothek, zu deren Tilgung ich eine Fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen hatte?
Was passiert mit den Pensionsfonds (betriebliche Altersversorgung) meiner Firma, wenn die Aktienmärkte in den nächsten Jahren nur noch fallen?
Werden "Die da Oben" das schon regeln? - Einen Scheißdreck werden sie. Jeder, der einen ordentlichen Beruf ausübt, hat normalerweise eine 3 jährige Ausbildung hinter sich bzw. ein mehrjähriges fachspezifisches Studium. Haben Politiker eine fachspezifische Ausbildung? In der Regel nicht. Wie sollen sie da was für uns Regeln ohne Fachwissen? Einige beherrschen die Regeln des Mauschelns - denn sonst kommt man nicht auf die Hühnerleiter, andere beherrschen die Regeln wie man sich bereichert. Es gibt sicherlich Politiker, die es ernst meinen mit ihrem Auftrag, den sie vom Volk bekommen haben. Aber trauen Sie Ihnen zu, eine Wirtschaftskrise im Vorfeld zu erkennen und die notwendigsten Vorsichtsmaßnahmen auf die Bahn zu bringen? Halten Sie Politiker für fachlich kompetent, die für unsere augenblickliche wirtschaftliche Lage  Terroranschläge in New York verantwortlich machen? Politiker rennen der Realität (siehe Bildungspolitik) ständig hinterher, sie können eine kommende Krise nicht handhaben - Ihnen fehlen die Voraussetzungen.

Dann gib es unter "den da Oben" noch gut ausgebildete Leute. Werden sie uns auf die kommenden Krisen hinweisen bzw. vorbereiten? Werden uns Banken und Versicherungen, die davon leben, dass sie z.B. Fonds verkaufen, uns erzählen, dass die Aktienmärkte in den Keller gehen könnten? Wer sägt sich schon gerne sein Bein ab!

"Die da Oben" sind impotent, die Dinge zu regeln, wenn es knüppeldicke kommt.
Jeder sollte seine eigenen Vorsichtsmaßnahmen treffen.

www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,189717,00.html



USA TODAY 22.05.2002

Many states are hurting for tax revenue

State governments are facing their biggest budget crunch in 11 years as rising unemployment, a sinking stock market and a weak business climate are leading to huge declines in tax revenue.

The National Conference of State Legislatures estimates states are facing a $27 billion shortfall this fiscal year. The group will issue a report this week showing April — the most crucial month for tax collections — was "disappointing," NCSL policy specialist Arturo Perez says.

"This is the worst situation that the states have been in since 1991," he says. Then, the United States was recovering from a recession, as it is now.

To close the gap, states are slicing education outlays, laying off workers and holding tax refunds. States also are raising funds by increasing cigarette taxes and college tuitions and expanding lotteries.



Handelsblatt vom 10 Juni 2002

"Der Kursverfall an den Börsen nimmt kein Ende....Selbst ein unerwartet starker Rückgang der US-Arbeitslosenzahlen im Mai half nicht. Einige Bankstrategen fürchten sogar einen Rutsch unter die Tiefstände vom September 2001. Doch nicht negative Firmennachrichten sind die eigentliche Ursache für den Abwärtstrend, sondern massive Verkäufe großer Investoren.

Vor allem Versicherer stoßen Aktien ab, wie in Branchenkreisen bestätigt wird. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Markt: Schließlich besitzen Versicherer derzeit knapp jede dritte Aktie in Deutschland... "Unter Verkaufsdruck stehen angesichts fallender Kurse vor allem Versicherer, die nur noch über geringe Reserven verfügen", sagte Maximilian Zimmerer, Finanzvorstand der Allianz Leben, dem Handelsblatt.

........."Selbst wenn reserveschwache Versicherer mittelfristig eine Börsenerholung erwarten, müssen sie bei sinkenden Kursen Aktien verkaufen", erklärt Papenhausen (Vorstand der Gothaer Asset Management)."



Nun - ich erwarte keine mittelfristige Erholung an den Börsen, bestenfalls eine kurzfristige. Der Zug rollt bereits.

Eine Studie der WestLB weist auf die angespannte Lage der Lebensversicherer hin. Um ihre Policen an den Mann zu bringen, wurden die Überschussbeteiligungen bisher relativ hoch angesetzt (ca. 6%).. Angesichts der Entwicklung an den Kapitalmärkten (niedrige Zinsen, fallende Aktienkurse) müssen diese errechneten Überschüsse an die tatsächlich erzielten Kapitalerträge angepasst werden. Davon betroffen sind auch führende Gesellschaften. So sollen die Barreserven der ALLIANZ LEBEN um ca. 38% und der ERGO vermutlich um 47,5% zusammengeschmolzen sein.





XY Growthfonds und Value-Aktien

Studiert man die Fondsgesellschaften, trifft man immer wieder auf Fonds, die das Wort Growth im Namen führen. Bestückt sind diese Fonds dann auch mit Value-Aktien. Dass wir schon seit einiger Zeit kein Wachstum mehr erleben, scheint sich noch nicht rumgesprochen zu haben. Und wie gefährdet gerade die Value-Aktien sind, die sich bisher noch recht gut gehalten haben (siehe auch Special Nr. 17) liegt eigentlich auf der Hand. Die starken Werte des DOW werden z.B. als Value-Aktien gehandelt. Ja sie waren stark, waren wohlgemerkt. Mittlerweile haben fast alle Werte des DOW JONES ein Top gebildet. Hier steckt noch sehr viel Value, aber nur aus Sicht von Langfristinvestoren, die an Gewinnmitnahmen denken.



CNBC 13.06.2002

Forecasts showing a bounce in PC sales this year don’t offer much solace to major PC makers. Even if unit sales edge higher, prices are falling so fast that revenues are expected to drop again this year. And so-called “white box” no-name brands are grabbing a bigger share of the market — now topping the combined sales of PC giants Dell, IBM, Gateway, and Hewlett-Packard.



USA Today  14.06.2002

U.S. automakers are producing more cars even as weakening demand has them boosting incentives to sell ones they've already built. The result could be a glut of cars, meaning good deals for consumers but lower profits for automakers.

"A price war is breaking out in the U.S. auto industry," says Goldman Sachs analyst Gary Lapidus



Auch die Konsumwerte werden ihr Waterloo erleben.

Das Verbrauchervertauen in den USA, eine viel beachtete Statistik an den Börsen ist kräftig gefallen. Das heißt nichts anderes als dass der Konsument die wirtschaftliche Lage immer vorsichtiger beurteilt. Er wird sich zurückhalten.

An Wachstum ist auch die amerikanische FED interessiert. Die Wirtschaft ließ sich bisher durch Zinssenkungen nicht stimulieren, der amerikanische Bürger - so zeichnet es sich immer mehr ab - wird Kraft seiner Wassersuppe die heimische Wirtschaft auch nicht stimulieren, so wie er es bisher immer getan hat. Das Leben auf Pump scheint nicht mehr so gut zu funktionieren.



Was bleibt?   Der Export.

Vielleicht besinnen sich die Währungswächter ja auf die Erfahrungen, die die Japaner gemacht haben, deren Überwinterungsstrategie in der Baisse der Export und ein niedriger Yen waren. Dazu passen würde auch eine offizielle Beschwerde eines amerikanischen Währungshüters in Japan darüber, dass die Interventionen zu Gunsten des Yen (Die Bank of Japan intervenierte an den Devisenmärkten in den letzten 2 Wochen 4 mal zugunsten ihrer Währung) äußerst unerwünschte Eingriffe in das freie Marktgeschehen seien.

Ein fallender Dollar scheint erwünscht, nur kontrolliert muss er fallen.

Aber werden wir dadurch Wachstum (Growth)  bekommen? Der Welt-Kuchen wird nur anders aufgeteilt, er wird nicht mehr.



Moral und Value

Das Wort Value bedeutet  an sich "Wert". Dies ist in unserem Sprachgebrauch sehr positiv besetzt und wird auch mit der Moral in den Zusammenhang gestellt. Wie es um die Moral von Vorsitzenden (CEO's) ehemaliger Value-Aktien bestellt ist kann man derzeit hautnah erleben.  Ein sehr guter Beitrag zum Thema und erfreulicherweise auch stilistisch ein Zuckerl ist folgender Artikel aus "DIE ZEIT" von Marc Brost.



Die schamlosen Chefs

Gier, Korruption, Betrug: Warum es gut ist, wenn die Aktien fallen

Von Marc Brost



Manchmal will einer nur provozieren - und trifft doch die Wahrheit. "Korruption und Gier an der Wall Street haben das Klima vergiftet", warnt Barton Biggs, Chefstratege der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley. Er entwirft ein Schreckensbild: In den kommenden drei Jahren falle der Dow Jones auf ein Fünftel des heutigen Werts, aufgebrachte Aktionäre verklagten Vorstände, Fondsmanager oder Wertpapieranalysten, und sollte es überhaupt gelingen, das Vertrauen der Anleger wiederzugewinnen, dann dauere das länger als eine Generation.

Die Börsen in Europa und Amerika taumeln von einem Tiefstand zum nächsten. Der Deutsche Aktienindex hat seit Jahresbeginn mehr als elf Prozent verloren. An der New Yorker Technologiebörse Nasdaq sanken die Kurse in sechs Monaten um dramatische 25 Prozent. Allein in Deutschland vernichtete der Aktiensturz in diesem Jahr fast 100 Milliarden Euro. Inzwischen ist der Kauf amerikanischer Blue Chips riskanter als der Erwerb einer nordsibirischen Unternehmensanleihe. Die Börsianer erleben keinen schwarzen Freitag, sie durchleiden schwarze Wochen. Denn selbst bei guten Wirtschaftsdaten kennen die Kurse nur eine Richtung: nach unten. Die amerikanische Arbeitslosenquote ist besser als erwartet? Der Dow Jones fällt. Das US-Wirtschaftswachstum ist erstaunlich stark? Die deutschen Aktien folgen den amerikanischen in die Trostlosigkeit.

Jahresgehalt: 40 Millionen

Schon ist vom Kasino der Kurse die Rede, von Spekulanten, die Aktien erst steil nach oben jagten, um sie jetzt nach unten zu prügeln - ohne Rücksicht auf ahnungslose Kleinanleger, die dabei den letzten Pensionsgroschen verlieren. Doch die Wahrheit ist grausamer: Am Finanzmarkt geht es so vernünftig zu wie schon lange nicht mehr. Und die Kurse sind noch gar nicht tief genug gesunken.

Mit einem Mal wird klar, dass die Börse nicht unter den geplatzten Träumen der New Economy leidet. Es sind vielmehr die alten Probleme des Kapitalismus in seiner Rohform: Gier, Maßlosigkeit und Vertrauensbruch.

Da kassiert Dennis Kozlowski, der umjubelte Chef des amerikanischen Mischkonzerns Tyco International, ein Gehalt von mehr als 40 Millionen Dollar - und weil das nicht reicht, hinterzieht er angeblich noch Steuern. Der Staatsanwalt ermittelt, die Tyco-Aktien stürzen ab. Da führt Bernie Ebbers, der Exchef des US-Telefonriesen Worldcom, sein Unternehmen an den Abgrund - und genehmigt sich einen 400-Millionen-Dollar-Kredit aus der Firmenkasse.

Da verschleiern die Manager des texanischen Energieriesen Enron über Jahre die wahre Finanzlage ihres Konzerns und kassieren - kurz bevor sie die größte Pleite der Wirtschaftsgeschichte eingestehen - mal eben noch 1,1 Milliarden Dollar. Da schreiben Wirtschaftsprüfer lieber Gefälligkeitsgutachten, als einen Kunden zu verlieren. Da bejubeln Analysten der Investmentbank Merrill Lynch in offiziellen Studien eine Aktie als "klaren Kauf", weil das dem Arbeitgeber wertvolle Aufträge sichert, und verraten nur intern, was sie wirklich davon halten - "a piece of shit". Bis Ende März mussten sich in den Vereinigten Staaten schon mehr als 60 börsennotierte Unternehmen wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung verantworten.

Binnen sechs Monaten hat sich das Bild des Kapitalmarktes radikal gewandelt. Was rechtfertigt die Machtfülle in der Hand eines Chief Executive Officers, wenn er sie dazu einsetzt, sich schamlos zu bereichern? Wem hilft der Glaube an die langfristige Überlegenheit der Aktie, wenn Analysten, Wirtschaftsprüfer und Investmentbanker die Zahlen so lange schönreden, bis der Börsenkurs erst explodiert und dann zusammenfällt?

Dabei geht es in erster Linie nicht darum, wie viele Manager sich zu viel Geld in die Tasche steckten. Und es ist im Grunde auch unerheblich, ob nun zwei Analysten ihre Studien manipulierten oder 22. Vielmehr konnten sich Gier, Korruption und Betrug nur ausbreiten, weil alle Beteiligten vorgaben, genauestens kontrolliert zu werden. Kaum ein Unternehmen, dass sich nicht selbst Regeln zur Unternehmensführung und -kontrolle, der corporate governance, gegeben hat. Aber sie waren ihre eigenen Kontrolleure. Kaum ein Wertpapierhaus, das nicht auf einen freiwilligen Verhaltenskodex seiner Investmentbanker verweisen kann. Alles Fassade. Die Scharaden blieben unentdeckt, solange die Kurse stiegen und jeder kräftig Geld verdiente.

"Gier ist gut", dröhnte der Spekulant Gordon Gekko alias Michael Douglas schon 1988 im Kinohit Wall Street. Seine Rolle wurde stilbildend für eine ganze Generation junger Börsianer. Für die geprellten Privatanleger des Jahres 2002 klingt das wie Hohn. Was ist von Politikern zu halten, die ihre Wähler auffordern, mehr Geld in Aktien und Fonds zu stecken, weil die staatliche Rente allein nicht ausreiche? Kein Wunder, dass selbst bei positiven Meldungen jetzt die Kurse krachen. Die guten Nachrichten könnten ja gefälscht sein. Das Vertrauen in den Anstand der Unternehmensvorstände ist gebrochen, auch in Deutschland. Die "ehrbaren Kaufleute" des Mittelstands - es gibt sie ja - werden in Mitschuld genommen; dabei sind sie die Leidtragenden.

Falsches Vorbild Amerika

Doch aus der Glaubwürdigkeitskrise wächst die Vernunft. Enttäuschte und betrogene Anleger wollen zu Recht wieder Fakten sehen - also tatsächliche Gewinne, keine Prognosen. Und gemessen daran, sind zahlreiche Aktienkurse immer noch zu hoch. Ganz gleich, wie tief die Börse bereits gestürzt ist.

Als der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan im Dezember 1996 das erste Mal vom "irrationalen Überschwang" der Börsen sprach, stand der Dow Jones bei 6500 Punkten - gut ein Drittel niedriger als heute. Warum sollte er nicht wieder dort landen? Falls in den globalisierten großen Aktiengesellschaften nicht der Weg zurück zur Bilanzwahrheit und -klarheit gefunden wird, geht es weiter bergab.

Ein modernes Wirtschafts- und Finanzsystem basiert auf der größtmöglichen Freiheit des Einzelnen, und es braucht gleichzeitig ein verlässliches Regelwerk, das für alle gilt. Die Gier Einzelner hat diesen Rahmen gesprengt. Das ist nicht neu. Spekulationswellen und Vertrauenskrisen hat es immer gegeben, 1929 mündete der Börsenkrach gar in die Große Depression. Doch danach wurde in Amerika die Bilanzprüfung eingeführt und wenig später auch die Börsenaufsicht gegründet.

Heute werden Reformen zwar diskutiert, doch in den Vereinigten Staaten sperren sich die Unternehmen gegen jede Verschärfung der Aufsicht. Nahezu alle Gesetzesvorhaben, die nach der Enron-Pleite auf den Weg gebracht wurden, sind versandet. Die Europäer starren gebannt darauf, was die Amerikaner jetzt tun, um dann dem Vorbild zu folgen. So hat es der Alte Kontinent zuletzt immer gehalten: Bei der Frage, nach welchen Prinzipien man ein Unternehmen führt, und bei den Managergehältern. Das Vorbild war falsch.

Kein deutscher Aktionär wird künftig klaglos ein zweistelliges Millionengehalt des Vorstandschefs akzeptieren, wenn der Börsenwert des Unternehmens schwächelt. Kein Politiker kann die Augen schließen, wenn die Börse als wichtigste Finanzierungsquelle der Unternehmen ausfällt. Das sind die Selbstheilungskräfte der Marktwirtschaft. Es gibt sie, aber es dauert eine Weile, bis sie greifen. Es dauerte fast 30 Jahre, bis der amerikanische Aktienmarkt den Stand von 1929 wieder erreichte.







CBS.MarketWatch.com
June 13, 2002 by David Callaway

Searching for an honest CEO
Commentary: Reputations have never been lower

Beleaguered, shrinking stock market seeks mature, well-qualified executive to restore confidence in the concept of integrity and vision in corporate leaders.

Candidate must have working experience dating back at least to the crash of 1987 and a record of making ethical decisions both in good times and bad. Candidate must have record of doing good with his or her money and avoiding ostentatious trappings of power.

Candidates will NOT be considered if:

-- They are on a first-name basis with the chairman of the Securities and Exchange Commission.

-- They have a habit of moving empty boxes labeled "art" around the country.

-- They have slept with a journalist writing a profile of them in the last 12 months.

-- They have been nicknamed by President Bush.

-- Their annual compensation has ever surpassed the gross domestic product of any of the   countries they sell into.

-- They are on record as ever having said that they will change the world.

No al-Qaida need apply.

Well, that pretty much narrows it down doesn't it?

The arrest of former ImClone (IMCL: news, chart, profile) Chief Executive Sam Waksal on insider trading charges this week is just the latest in a series of brutal revelations in the last six months about the conduct of once high-flying CEOs.

Scandalous fact by scandalous fact, each revelation further saps the confidence of the average investor in the stock market and brings into question the trustworthiness of entire industries, such as energy, finance, telecommunications, and now biotechnology.

With executive compensation gains since 1990 reportedly running at more than four times the growth of the underlying earnings of corporate America, investors are correctly wondering whether this is the biggest period of corporate corruption since the days of the robber barons at the turn of the last century.

It's not. But it sure seems that way.

Remember just a few years ago, the idea of the celebrity CEO? Larry Ellison of Oracle (ORCL: news, chart, profile) sailing around the world. Jack Welch of General Electric (GE: news, chart, profile) on the golf circuit. Jeff Bezos of Amazon (AMZN: news, chart, profile) and David Wetherell of CMGI (CMGI: news, chart, profile) on our televisions, boldly proclaiming the new era of profitless success.

Now CEOs need to travel incognito, for fear of being recognized by angry investors, or worse yet, by FBI agents. Their private Gulfstream jets have been replaced by Jet Blue. And the questions at conferences and road shows have switched from "what's your whisper number?" to "who's your corporate accountant?"

What we are in dire need of here is leadership. Shareholders have a golden opportunity to make real changes to the problems of excessive CEO compensation, stacked boards of directors, and earnings statements bordering on fiction. See our special report on corporate governance. After years of looking the other way on these issues as stocks soared, some of the larger shareholders in the country have started to take action. Fund giant Fidelity Investments, which commands control over an estimated 10 percent of all stocks in this country, said this week it is considering ways to voice its displeasure with excessive compensation packages at companies whose stock it owns.

Other institutions are becoming more active in their study of certain proxy recommendations at annual meetings. And small shareholders have already voted -- with their feet.

A lack of confidence in the value and potential of companies is the single biggest problem in the stock market right now. For any sort of rally to materialize, we need to restore that confidence, from the portfolio managers at Fidelity Investments on down.

It starts at the top. We need our CEOs in blue pinstripes, not black and white prison stripes.

 
Also Value überall wo man hinschaut, wobei ich den "Neuen Markt" noch nicht einmal erwähnt habe. Der gute alte Song von den Rolling Stones "Paint it Black" scheint die Lage treffend zu bezeichnen. (Finanzminister Eichel lauscht vielleicht lieber den Klängen "Nigths in White Satin").

Ein Reinigungsprozess an den Aktienmärkten und ein Selbstreinigungsprozess bei den Eliten scheint absolut notwendig zu sein. Dieser Prozess wird lange dauern, sehr lange.



"Die da Oben" werden das schon regeln.
Einen Scheißdreck werden sie.



 
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gruss knipser

Antworten
zit1:

Knipser, ick danke Dir! :-) o.T.

 
24.06.02 19:19
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