Owl Rock gehört zu den 5 größten BDCs und hat ein schickes Portfolio; die Dividendenrendite ist hochattraktiv, s. Unternehmenswebseite hierunter.
Die Aktie ist sogar sparplanfähig (TradeRepublic) - steht jetzt auf meiner Watchlist.
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Blue Owl Capital Corporation, also OBDC, ist für mich zum Stand 11. April 2026 eine der interessanteren öffentlich gehandelten BDCs, aber nicht, weil hier operativ gerade alles glänzt, sondern weil der Markt die Aktie inzwischen deutlich unter ihren zuletzt gemeldeten Substanzwert gedrückt hat. Der Kurs lag zuletzt bei 10,87 US-Dollar, der letzte veröffentlichte NAV je Aktie bei 14,81 US-Dollar, also grob bei einem Abschlag von etwa 26,6 Prozent. Für eine große, liquide, kreditstarke BDC ist das kein Normalzustand, sondern ein klares Misstrauensvotum des Marktes. Genau daraus entsteht hier aber auch die Chance.
Operativ ist OBDC kein windiger Spezialfall, sondern ein sehr großes Direct-Lending-Haus im BDC-Mantel. Zum 31. Dezember 2025 lag das Portfolio bei 16,5 Milliarden US-Dollar Fair Value, verteilt auf 234 Portfoliounternehmen in 30 Branchen. 79,3 Prozent des Portfolios bestanden aus Senior Secured Debt, 96,4 Prozent der Fremdkapitalanlagen waren variabel verzinst. Die durchschnittlichen Kreditkennzahlen der Kreditnehmer wirken für einen Private-Credit-Anbieter ordentlich: rund 1,006 Milliarden US-Dollar Umsatz, 237 Millionen US-Dollar EBITDA, 1,9-fache Zinsdeckung und 42 Prozent Loan-to-Value. Dahinter steht außerdem die deutlich größere Blue-Owl-Kreditplattform mit rund 157,8 Milliarden US-Dollar Assets under Management, was bei Origination, Due Diligence und Refinanzierung ein echter Größenvorteil ist.
Die Fundamentals sind also solide, aber nicht makellos. Der entscheidende Punkt ist die Ertragsseite. Im vierten Quartal 2025 lag der GAAP-NII bei 0,38 US-Dollar je Aktie, der bereinigte NII aber nur bei 0,36 US-Dollar, während die reguläre Quartalsdividende 0,37 US-Dollar betrug. Im dritten Quartal lag der bereinigte NII ebenfalls bei 0,36 US-Dollar, nach 0,40 US-Dollar im zweiten Quartal. Gleichzeitig sank die gewichtete Durchschnittsrendite der ertragsbringenden Anlagen von 10,6 Prozent im zweiten Quartal auf 10,3 Prozent im dritten und 10,0 Prozent im vierten Quartal. Das ist der klare Effekt fallender Basiszinsen bei einem stark floating-rate-lastigen Portfolio. Anders gesagt: OBDC verdient seine Dividende im Moment nicht mit großem Sicherheitspuffer. Das ist kein Kollapsignal, aber es ist der wichtigste operative Schwachpunkt der Story.
Auf der Kreditseite ist das Bild besser als die Stimmung. Die Non-Accrual-Quote lag Ende 2025 bei 1,1 Prozent des Portfolios auf Fair-Value-Basis, nach 1,3 Prozent Ende des dritten Quartals, wenn auch noch über dem Niveau von 0,7 Prozent zur Jahresmitte. Die Netto-Verschuldung lag bei 1,19-mal Eigenkapital, also ambitioniert, aber für eine große BDC nicht aus dem Rahmen. Positiv ist auch, dass OBDC im vierten Quartal für rund 148 Millionen US-Dollar eigene Aktien zu etwa 86 Prozent des Buchwerts zurückgekauft hat; das war NAV-akkretiv. Zusätzlich wurde im Februar 2026 ein neues Rückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar beschlossen. Management und Board handeln also so, als sei die Aktie klar unterbewertet.
Wichtig ist die Einordnung der jüngsten Schlagzeilen. Die hässlichsten Blue-Owl-Schlagzeilen der letzten Monate betrafen vor allem die nicht börsengehandelten Vehikel OCIC und OBDC II, also Rücknahmedruck, Liquiditätsdebatten und die schließlich abgesagte Fusion von OBDC mit OBDC II. Das ist für OBDC nicht folgenlos, aber man muss sauber trennen: Diese Themen belasten vor allem das Vertrauen in die Plattform und in den gesamten Private-Credit-Sektor, nicht automatisch die gemeldete operative Qualität von OBDC selbst. Eher im Gegenteil: Im Februar 2026 wurden im Rahmen eines größeren Pakets auch 400 Millionen US-Dollar OBDC-Investments an institutionelle Investoren verkauft, und zwar zu Fair Value beziehungsweise 99,7 Prozent des Par-Werts. Das spricht nicht für ein Portfolio, das plötzlich großflächig auseinanderfällt. Es spricht eher dafür, dass der Markt derzeit aus Sentimentgründen einen pauschalen Risikoabschlag ansetzt.
Für die nächsten 5 bis 15 Jahre halte ich OBDC deshalb für einen guten, aber nicht risikofreien Einkommenswert. Das Unternehmen profitiert von Größe, Plattformzugang, konservativerer Stellung in der Kapitalstruktur und einem Kreditbuch, das bislang deutlich stabiler aussieht, als es der Aktienkurs unterstellt. Gleichzeitig bleibt OBDC eine extern gemanagte BDC in einem Sektor, dessen Bewertungen modellbasiert sind und dessen Gewinne spürbar an Zinsniveau, Refinanzierungskosten und Kreditausfälle gekoppelt bleiben. Die jüngste Moody’s-Aufwertung auf Baa2 und die frische Fitch-Bestätigung mit BBB/Stabil sprechen dafür, dass die Gläubigerseite OBDC weiterhin als robust ansieht. Für Aktionäre ist aber entscheidend: Bei weiter sinkenden Zinsen oder einer echten Kreditrezession kann der Ertrag wegbröckeln und dann ist auch eine Dividendensenkung kein Tabu.
Meine Einschätzung ist daher klar: OBDC ist aktuell eher ein Bewertungs- und Ertragswert als eine Wachstumsaktie. Das Chance-Risiko-Verhältnis wirkt auf dem jetzigen Niveau attraktiv, weil sehr viel Misstrauen bereits im Kurs steckt. Meine fairen 12- bis 18-Monats-Kursziele liegen in einem pessimistischen Szenario bei 11,50 bis 12,50 US-Dollar, im Basisszenario bei 13,50 bis 14,50 US-Dollar und im optimistischen Szenario bei 15,00 bis 16,50 US-Dollar. Das Basisszenario unterstellt weder Euphorie noch perfekte Kreditmärkte, sondern lediglich, dass OBDC weiter halbwegs stabil durchverdient, die Dividendensorge nicht eskaliert und der Markt der Aktie wieder näher an 0,9- bis 1,0-mal NAV heranrückt. Für Langfristinvestoren sehe ich den Hauptreiz nicht in spektakulären Kursverdopplungen, sondern in einer hohen laufenden Ausschüttung, möglicher Bewertungsnormalisierung und ordentlichen Gesamtrenditen, sofern die Kreditqualität intakt bleibt. Stand heute ist OBDC für mich kaufwürdig für Anleger, die Private-Credit-Risiken bewusst akzeptieren; für Anleger, die bei NAV-Schwankungen, Dividendenunsicherheit oder Sektorpanik nervös werden, ist die Aktie nichts. Die nächsten harten neuen Zahlen kommen erst am 6. Mai 2026 nach US-Börsenschluss; bis dahin bleibt der zuletzt gemeldete NAV von 14,81 US-Dollar die maßgebliche Referenz.
Autor: ChatGPT
Quellen:
[1] https://www.blueowlcapitalcorporation.com/...ounces-september-30-2025
[2] https://www.blueowlcapitalcorporation.com/...nounces-december-31-2025
[3] https://www.blueowlcapitalcorporation.com/...ion-and-blue-owl-capital
Leider ist Blue Owl (OBDC) bei maxblue nicht mehr handelbar - stattdessen erhält man die nachstehend abgebildete Fehlermeldung. Dasselbe Problem hatte ich neulich schon bei Ares Capital und habe mich dort im Thread ausführlich dazu geäussert. Daher hier nur kurz zur Info:
Wie wird man bei maxblue als „professioneller Anleger“ eingestuft? – Ein Überblick über die Kriterien
Tatsächlich ist die Einstufung streng reguliert und folgt klaren gesetzlichen Vorgaben.
Zunächst ist wichtig zu verstehen, dass jeder Kunde bei maxblue – einem Angebot der Deutsche Bank – standardmäßig als Privatkunde eingestuft wird. Diese Kategorie bietet den höchsten Anlegerschutz, etwa durch umfangreiche Informationspflichten, Geeignetheitsprüfungen und regulatorische Beschränkungen bei komplexen Finanzprodukten. Wer davon abweichen möchte, muss aktiv einen Antrag auf Umstufung zum sogenannten „professionellen Kunden“ stellen.
Die rechtliche Grundlage für diese Einstufung liefert die europäische Finanzmarktrichtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive II), die in Deutschland unter anderem durch das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) umgesetzt wird. Diese Regelwerke definieren genau, wann ein Anleger als professionell gelten kann.
Für Privatpersonen gilt dabei das sogenannte „Opt-up“-Verfahren. Das bedeutet: Man kann auf eigenen Wunsch als professioneller Kunde eingestuft werden, wenn man nachweislich über ausreichende Erfahrung, Kenntnisse und finanzielle Mittel verfügt. Konkret müssen mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sein:
Erstens: Der Anleger verfügt über ein erhebliches Portfolio an Finanzinstrumenten. In der Praxis liegt die Schwelle hierbei in der Regel bei über 500.000 Euro. Dazu zählen beispielsweise Aktien, Anleihen, Fonds oder Derivate.
Zweitens: Es besteht eine ausreichende Handelsaktivität. Üblicherweise wird verlangt, dass der Anleger über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Geschäfte in bedeutendem Umfang getätigt hat. Als Orientierung gilt häufig, dass mindestens zehn Transaktionen pro Quartal über mehrere Quartale hinweg durchgeführt wurden.
Drittens: Der Anleger kann relevante berufliche Erfahrung im Finanzsektor vorweisen. Das bedeutet, dass er oder sie in einer Position tätig war oder ist, die Kenntnisse über Wertpapiergeschäfte und deren Risiken voraussetzt – etwa bei einer Bank, einem Vermögensverwalter oder einer vergleichbaren Institution.
Selbst wenn zwei dieser drei Kriterien erfüllt sind, erfolgt die Einstufung nicht automatisch. maxblue beziehungsweise die Deutsche Bank prüft jeden Antrag individuell und behält sich vor, diesen auch abzulehnen. Zusätzlich muss der Kunde schriftlich bestätigen, dass ihm die Konsequenzen der Umstufung bewusst sind.
Denn mit dem Status als professioneller Kunde gehen nicht nur Vorteile, sondern auch erhebliche Einschränkungen beim Anlegerschutz einher. So entfallen beispielsweise bestimmte Informationspflichten seitens der Bank, und auch die Prüfung der Angemessenheit oder Geeignetheit von Finanzprodukten wird reduziert oder vollständig ausgesetzt. Der Anleger gilt in diesem Fall als ausreichend erfahren, um Risiken eigenständig einschätzen zu können. Wer diesen Schritt in Erwägung zieht, sollte sich daher mit den damit verbundenen Risiken intensiv auseinandersetzen.
Auf der anderen Seite eröffnet der professionelle Status Zugang zu Finanzinstrumenten und Märkten, die Privatkunden oft verschlossen bleiben. Dazu gehören unter anderem komplexe strukturierte Produkte oder bestimmte Anleihen, für die keine standardisierten Informationsblätter (KIDs) bereitgestellt werden müssen.
Autor: ChatGPT
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| 42 | US69121K1043 - Owl Rock Capital BDC | MrTrillion3 | MrTrillion3 | 18.04.26 18:19 |