25.06.2012
Auch Zypern beantragt Milliardenhilfen
für marode Banken
Nach Spanien hat nun auch Zypern Milliardenhilfen für
seine maroden Banken beantragt. Diese sind vor allem
wegen der Krise in Griechenland unter Druck. Madrid dürfte
bis zu 62 Milliarden Euro für die spanischen Banken
erhalten. (Foto: Andreas Lazarou - AFP)
Zypern hat offiziell Finanzhilfen der Eurozone
beantragt. Die Regierung in Nikosia stellte einen
entsprechenden Antrag in Brüssel, wie aus einer
Erklärung der EU-Vertretung Zyperns hervorgeht.
Die zyprischen Banken sind vor allem wegen der
beispiellosen Krise der griechischen Finanzbranche
in Bedrängnis. Zypern ist nach Griechenland,
Portugal, Irland und Spanien damit das fünfte Land,
das Hilfe von den Euro-Partnern in Anspruch nimmt.
Spanien beantragte heute ebenfalls offiziell
Finanzhilfen für seine Banken. Beide Länder nannten
keine Summe für die Unterstützung.
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Wegen des maroden Bankensektors hatte zuvor als letzte
der drei großen Ratingagenturen Fitch Zyperns
Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau herabgestuft. Die Note
wurde von BBB- auf BB+ herabgesenkt. Der Ausblick blieb
negativ. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die
Bonität Zyperns bereits im Januar herabgestuft, Moody's
am 13. Juni.
Der spanische Wirtschaftsstaatssekretär Fernando Jiménez
Latorre sagte, beim nächsten Treffen der Eurogruppe am 9.
Juli solle "eine Größenordnung" für den Finanzbedarf
angegeben werden. Spaniens Zentralbank hatte vor
wenigen Tagen einen Bedarf von bis zu 62 Milliarden Euro
genannt. Die Euroländer hatten Madrid zuvor eine
Unterstützung von bis zu hundert Milliarden Euro in
Aussicht gestellt.
Nach dem Platzen der spanischen Immobilienblase im Jahr
2008 waren zahlreiche Kredite nicht mehr an die Banken
zurückgezahlt worden, woraufhin Madrid die Branche mit
Milliardenbeträgen stützte. Der spanische Staat hat jedoch
auch selbst mit Haushaltsproblemen zu kämpfen und
verordnete sich bereits drastische Sparmaßnahmen.
Juncker bestätigte den Antrag Spaniens und kündigte in
einer Mitteilung ein Mandat für die Europäische
Kommission, die Europäische Zentralbank und die
Europäische Bankenaufsicht an, um die im Gegenzug
verlangten Auflagen und Restrukturierungspläne für den
spanischen Finanzsektor auszuhandeln. Der Internationale
Währungsfonds soll demnach technische Unterstützung
leisten.
EU-Währungskommissar Olli Rehn erklärte, das
Hilfsprogramm solle innerhalb "von Wochen" ausgearbeitet
werden. Experten sollen dazu laut einem Sprecher bald
nach Madrid reisen. Der spanische Bankensektor müsse
reformiert werden, um Vertrauen zurückzugewinnen,
erklärte Rehn. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy
forderte einen "klaren Zeitplan" mit dem Ziel, "Zweifel am
Euro zu zerstreuen".
Derweil gab die zweitgrößte spanische Bank BBVA bekannt,
keine Finanzhilfen zu benötigen. Dies gelte auch für den
Branchenführer Santander und das drittgrößte Institut
CaixaBank, sagte BBVA-Chef Ángel Cano. Die Renditen für
spanische Staatsanleihen verteuerten sich jedoch wieder.
Derzeit müsste das Land knapp 6,5 Prozent Zinsen zahlen.
Nach Angaben aus europäischen Diplomatenkreisen könnte
auch Zypern sehr bald die Eurozone um Finanzhilfen für
sein angeschlagenes Bankensystem bitten. Die formale
Anfrage sei noch nicht in Brüssel eingetroffen, werde aber
"binnen Stunden" erwartet, hieß es. Schon vor Tagen hatte
ein EU-Diplomat angekündigt, Zypern werde
"wahrscheinlich in der kommenden Woche" um Finanzhilfen
bitten.
Quelle: Freenet.de