Nach schwachen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und von den asiatischen Handelsplätzen wird der Dax auch am Freitag schwächer erwartete. Das belastende Umfeld habe sich nicht verändert, heißt es.
Rentenmärkte freundlich erwartet
Frendlich werden die Rentenmärkte am Freitag erwartet. Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hatte die Anleger bereits am Donnerstag verstärkt in Engagements in Staatsanleihen getrieben. Am europäischen Rentenmarkt kletterte der richtungweisende Bund-Future um 43 Basispunkte auf 115,74 Prozent; der Bobl-Future um 31 Baisispunkte auf 109,40 Prozent.
„Die Renten reagieren vor allem auf Israel“, sagte ein Händler in London. „Es war in den vergangenen Tagen immer im Hintergrund und jetzt scheint es zu eskalieren.“ Die Bombardierung des Flughafens der libanesischen Hauptstadt Beirut habe zudem den
Ölpreis nach oben getrieben. Weitere politische Unruheherde wie Iran und Nordkorea trieben Anleger ebenfalls in die als sichere Investition geltenden Staatsanleihen.
Positiv für den Rentenmarkt dürften sich auch Äußerungen der Bank of Japan auswirken. Die japanische Zentralbank hat am Freitag wie erwartet in einem ersten Zinsschritt seit sechs Jahren den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Da sie aber erklärte, daß das Zinsniveau trotzdem für einige Zeit sehr niedrig bleiben werde, dürfte das am Rentenmarkt für Entspannung sorgen.
Euro legt vor Zinsentscheidung in Japan zum Yen zu
Vor der Zinsentscheidung der Bank von Japan hat der Euro zum Yen am Freitag im Fernost-Handel zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte auf 146,83 Yen nach 146,43 Yen im späten amerikanische Handel. Auch der Dollar stieg und notierte mit 115,75 Yen fester. Gegenüber dem Euro blieb die amerikanische Währung nahezu unverändert: Der Euro kostete 1,2680 Dollar.
Die Bank of Japan wird nach einhelliger Meinung von Experten am Freitag mit der ersten Zinserhöhung seit sechs Jahren die Ära der Null-Zins-Politik beenden. Die Währungshüter werden voraussichtlich ab 5.00 Uhr MESZ bekannt geben, den japanischen
Leitzins auf 0,25 Prozent zu erhöhen. Im Anschluß werden die Währungshüter ihre Entscheidung auf einer Pressekonferenz erläutern. (Reuters)
Aktienmarkt in Tokio im Minus
Vor der Zinsentscheidung der Bank von Japan hat der Aktienmarkt in Tokio am Freitag Verluste verbucht. Vor allem die Kurse von Exportfirmen kamen wegen der Sorge um eine geringere Nachfrage im Ausland unter Druck.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel am Vormittag (Ortszeit) um 1,17 Prozent auf 14.920 Punkte. Es war das erste Mal seit zwei Wochen, daß der Nikkei unter die Marke von 15.000 Zählern rutschte. Der breiter gefaßte Topix-Index verlor 1,21 Prozent auf 1532 Stellen.
„Die Gewalt in Nahost hat den Ölpreis in die Höhe schnellen lassen und die amerikanische Aktien gedrückt. Und das tut uns auch nicht gut“, sagte ein Analyst. Die höheren Energiekosten könnten die amerikanische Konjunktur zum Abflauen bringen und damit auch die Nachfrage nach japanischen Exportgütern dämpfen. Die Aktien des weltgrößten Digitalkamera-Herstellers Canon gaben um knapp zwei Prozent nach. Sony verloren mehr als drei Prozent.
Die Bank of Japan wird nach einhelliger Meinung von Experten am Freitag mit der ersten Zinserhöhung seit sechs Jahren die Ära der Null-Zins-Politik beenden. Die Währungshüter werden voraussichtlich ab 5.00 Uhr MESZ bekannt geben, den japanischen Leitzins auf 0,25 Prozent zu erhöhen. Im Anschluß werden die Währungshüter ihre Entscheidung auf einer Pressekonferenz erläutern. (Reuters)
Aktien in Hongkong tendieren leichter
Belastet von schwachen amerikanischen Vorgaben und daraus resultierenden Verlusten der asiatischen Märkte ist der Aktienmarkt in Hongkong am Freitag mit schwächerer Tendenz aus der ersten Handelshälfte gegangen. Der Leitindex Hang Seng sinkt um 1,1 Prozent bzw 180 Punkte auf 16.126 Zähler. Das Handelsvolumen ist etwas höher als die zuletzt im Durchschnitt erzielten 16,419 Milliarden Hongkong-Dollar. Unter den Standardwerten stehen besonders Werte mit einem hohen Bezug zur Volksrepublik wegen der Sorge um steigende Zinsen in China unter Abgabedruck. China Mobile büßen 1,9 Prozent auf 43,90 Hongkong-Dollar ein und China Unicom verlieren 3,6 Prozent, China Merchants sinken um 4,6 Prozent. COSCO Pacific verbilligen sich um 3,7 Prozent. In der nahen Zukunft sollte es Händlern zufolge dem Index Schwierigkeiten bereiten, die 50-Tagelinie bei rund 16.150 Punkten zu halten.
Nachrichten und Kursbewegungen nach Börsenschluß
Die amerikanischen Aktien zeigten sich am Mittwoch im nachbörslichen Handel leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,6 Punkte zu auf 1.477,56 Punkte.
Nahezu unverändert haben sich im nachbörslichen Handel am Donnerstag die Aktien von Cintas gezeigt. Das Unternehmen gab für das vierte Quartal Zahlen bekannt, die teilweise unter den Erwartungen der Analysten lagen. So wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn je Aktie von 0,55 Dollar erzielt, während die Analysten lediglich mit 0,54 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz lag mit 908 Millionen Dollar allerdings deutlich unter den Schätzungen des Marktes von 914,75 Millionen Dollar. Zudem erwarte Cintas für 2007 einen Gewinn je Aktie zwischen 2,10 und 2,20 Dollar und einen Umsatz zwischen 3,77 und 3, 85 Milliarden Dollar. Die Schätzungen der Analysten liegen hier bei 2,20 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 3,84 Milliarden Dollar. Die Titel fielen um einen Cent auf 37,09 Dollar.
Rocky Brands brachen um 26,2 Prozent auf 16,45 Dollar ein. Der Schuhhersteller erwartet für das zweite Quartal einen Verlust je Aktie zwischen 0,05 und 0,10 Dollar, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Gewinn von 0,50 Dollar erwirtschaftet wurde. Dell stiegen nach starken Verlusten im regulären Handel um 0,2 Prozent auf 21,75 Dollar. Der gemessen an der Stückzahl weltgrößte Computerhersteller will mit einer vereinfachten Preisgestaltung auf sinkende Marktanteile in den Vereinigten Staaten reagieren.
Wall Street schließt schwächer
Die Eskalation der Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Libanon und der in der Folge auf ein neues Rekordhoch gestiegene Ölpreis haben am Donnerstag an Wall Street für eine schwache Tendenz gesorgt. Nachdem die militärischen Aktionen eskalierten, kletterte der Ölpreis deutlich über die Marke von 76 Dollar und schloß bei 76,70 Dollar. Im elektronischen Handel hat er mittlerweile sogar das Niveau von 77 Dollar übersprungen. Die Anleger befürchten eine weitere Ausbreitung des Konflikts und dadurch auch einen weiter zulegenden Ölpreis. Auch der Atom-Streit mit dem Iran habe das Sentiment weiter belastet, sagte ein Beobachter.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) reduzierte sich um 1,5 Prozent oder 167 Punkte auf 10.846 und schloß damit nur knapp über seinem Tagestief von 10.833 Punkten. Der S&P-500 gab um 1,3 Prozent oder 16 Punkte auf 1.242 nach. Der Nasdaq Composite verzeichnete ein Minus von 1,7 Prozent oder 36 Punkten auf 2.054.
Die am Berichtstag veröffentlichten Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe hatten dagegen kaum Einfluß auf den Handel. Diese sind in der Woche zum 8. Juli unerwartet deutlich gestiegen. Wie das amerikanische Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, nahmen sie saisonbereinigt um 19.000 auf 332.000 zu. Ökonomen hatten einen Anstieg von lediglich 7.000 erwartet.
Zu den Verlierern im DJIA gehörten General Motors, die um 4,4 Prozent auf 28,32 Dollar nachgaben. Händler verwiesen auf die am Freitag beginnenden Gespräche zwischen dem GM-Chef Richard Wagoner und Renault/Nissan-Boss Carlos Ghosn über eine mögliche Zusammenarbeit. Zusätzlich habe die Mitteilung von Ford, die Quartalsdividende um die Hälfte auf 0,05 Dollar zu kürzen belastet. Ford gaben um 4,7 Prozent auf 6,56 Dollar nach.
Ebenfalls auf der Verliererseite zeigten sich Walt Disney mit einem Abschlag von 4,1 Prozent auf 28,70 Dollar. Walt Disney ist von CIBC World Markets auf „Sector Underperformer“ von zuvor „Sector Performer“ abgestuft worden. Die Bewertung der Aktie sei hoch und die Aussichten für 2007 nicht rosig, lautet die Begründung der Analysten.
Zu den wenigen Lichtblicken gehörten die Aktien von PepsiCo, die um 1,6 Prozent auf 62,07 Dollar zulegten. Der Getränkekonzern hat einen Gewinn je Aktie von 0,80 Dollar ausgewiesen. Analysten hatten im Konsens mit 0,77 Dollar gerechnet. Umgesetzt hat der Getränkehersteller 8,6 Milliarden Dollar. Hier hatten die Analysten im Schnitt mit 8,3 Milliarden Dollar gerechnet.
Dagegen verloren Wal-Mart 2,2 Prozent auf 44,16 Dollar. Merrill Lynch hat die Aktie auf „neutral“ von „kaufen“ gesenkt. Die Analysten begründen den Schritt mit Zweifeln an der Fähigkeit des Handelskonzerns, den Umsatz langfristig zu steigern.
Merck & Co legten um 0,7 Prozent auf 36,94 Dollar zu. Das Pharma-Unternehmen hat im amerikanische Bundesstaat New Jersey einen Prozeß um das Medikament „Vioxx“ gewonnen. Das Gericht sprach Merck von der Verantwortung für den Herzanfall einer Patientin frei, die das Präparat über einen Zeitraum von rund zwei Jahren eingenommen hatte. Die in den Vereinigte Staaten gelisteten Aktien von SAP fielen um 7 Prozent auf 46,83 Dollar. Als Grund für das Minus wurde auf die hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Lizenzumsätze des Unternehmens verwiesen. SAP wies für das abgelaufene Quartal lediglich ein Plus von 8 Prozent auf 621 Millionen Euro aus. Analysten waren im Vorfeld jedoch weit optimistischer und schätzten 675 Millionen Euro.
Amerikanische Anleihen fester
Mit einer gut behaupteten Tendenz haben sich die amerikanischen Anleihen am Donnerstag im späten Handel gezeigt. Es gab vor dem Hintergrund der Eskalation der Lage zwischen Israel und dem Libanon und dem dadurch auf neue Rekordhochs gestiegenen Ölpreis verstärkte Umschichtungen aus Aktien in den „sicheren Hafen“ Anleihen, sagte ein Beobachter.
Zweijährige Anleihen legten 0,032 Punkte auf 99,316 Punkte zu. Sie rentierten mit 5,111 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 0,052 Punkte auf 100,110 Punkte. Sie rentierten mit 5,038 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Anleihe wurden 0,071 Punkte höher bei 100,110 Punkten gehandelt. Sie rentierten mit 5,073 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gewannen 0,072 Punkte auf 90,173 Punkte. Sie rentierten mit 5,122 Prozent.
Im Blickpunkt stand zudem die Auktion zehnjähriger und an den Inflationsindex gebundener amerikanische Notes durch das amerikanische Schatzamt im Volumen von 9,00 Milliarden Dollar. Hier hat sich eine High-Rate von 5,550 Prozent ergeben. Die Notes sind mit einem Zinskupon von 2,50 Prozent ausgestattet. Das Interesse der Investoren richte sich aber bereits auf das Ergebnis der Sitzung des geldpolitischen Rates der Bank of Japan. Hier wird mit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte gerechnet. Es wäre die erste Zinserhöhung seit dem Jahr 2000. Dazu komme der amerikanische Einzelhandelsumsatz für Juni am Freitag und die Anhörung von Fed-Chairman Ben Bernanke vor dem Kongress in der kommenden Woche, hieß es. Hier erhoffen sich die Investoren Hinweise auf die weitere Zinspolitik der amerikanische Notenbank und ob es im August zu einer erneuten Anhebung des Zinsniveaus kommt.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.