Knapp behauptet werden die deutschen Börsen am Dienstag erwartet. Der Start in die Berichtssaison hat schlecht beginnen, nachdem Alcoa unter den Erwartungen blieb, Lucent einen Umsatzrückgang ankündigte und EMC einen schwachen Ausblick gab. Zudem schlossen die Aktien an Wall Street und in Tokio schwächer.
Europäische Rentenmärkte wenig verändert erwartet
Die europäischen Rentenmärkte werden am Dienstag wenig verändert erwartet, da ihnen die Impulse fehlen. Nachdem die Anleihen bei ruhigem Geschäft am Montag die Gewinne vom Freitag teilweise wieder abgaben, dürfte sich auch am Dienstag daran nicht viel ändern. Ein schwächerer Aktienmarkt könnte etwas stützend wirken.
„Der Markt hat kurz versucht, sich wieder in die Gewinnzone zu kämpfen, aber dann waren die französischen Produktionsdaten sehr robust und haben wieder die Kraft herausgenommen“, sagte ein Händler in London. Die Industrieproduktion in Frankreich legte nach Zahlen vom Montag im Mai ohne den Bausektor unerwartet stark um 2,0 Prozent zu. Damit war das Plus höher als die 1,5 Prozent in Deutschland.
Der richtungsweisende Bund-Future büßte am Montag in der Spitze 20 Basispunkte ein und schloß bei 115,28 Prozent. Der Bobl-Future beendet den Handel sieben Basispunkte niedriger bei 108,98 Prozent.
Euro in Fernost kaum verändert
Der Euro hat am Dienstag in Fernost mit Kursen von rund 1,2740 Dollar kaum verändert tendiert. Die Gemeinschaftswährung lag damit deutlich unter ihrem Ein-Monats-Hoch von 1,2865 Dollar, das sie vergangene Woche in Reaktion auf amerikanische Daten markiert hatte. Zum Yen stabilisierte sich der Dollar bei Kursen von knapp unter 114 Yen. Händler sagten, es sei nicht sicher, ob die japanische Währung von einer weithin erwarteten ersten Zinserhöhung der Bank von Japan (BoJ) seit Jahren am Freitag tatsächlich profitieren würde.
Tokioter Börse schwächer - Tech-Titel belasten
Angeführt von Verlusten bei Technologietiteln hat der Tokioter Aktienmarkt am Dienstag verloren. Händler begründeten die Kursverluste mit den negativen Vorgaben aus den Vereinigte Staaten. Dort hatte eine Herabstufung des Sektors sowie ein schwacher Ausblick von EMC den Nasdaq-Index belastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,95 Prozent auf 15.404 Punkte. Der breiter gefaßte Topix-Index gab ebenfalls um 0,95 Prozent nach auf 1578 Zähler. Die Aktien von Toshiba verloren um 2,64 Prozent.
Aktien in Hongkong knapp behauptet
Nach drei Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen dominieren am Dienstag an der Börse in Hongkong Gewinnmitnahmen. Der Hang Seng-Index verliert am Mittag (Ortszeit) 0, 6 Prozent oder 98 Punkte auf 16.506. Marktexperten sehen eine Unterstützung für den Hang Seng-Index bei 16.200 Punkten und sehen den Index mittelfristig zwischen 16.200 und 16.700 Punkten. Die meisten Abschläge bewegten sich in engem Rahmen, berichten Marktbeobachter. PCCW rutschen allerdings deutlicher ab um über 7 Prozent, nachdem der Chairman des Unternehmens den Verkauf seiner Kontrollmehrheit angekündigt hat.
Nachrichten und Kursbewegungen nach Börsenschluß
Die amerikanischen Aktien zeigten sich am Freitag im nachbörslichen Handel leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,99 Punkte zu auf 1.519,91 Punkte.
Mit deutlichen Abschlägen haben sich die Aktien von Alcoa im nachbörslichen Handel gezeigt. Das Unternehmen hatte traditionell die Berichtssaison eröffnet und mit seinen Ergebnissen leicht unter den Erwartungen der Analysten gelegen. Der Gewinn je Aktie traf mit 0,85 Dollar zwar exakt die Prognose. Der Umsatz lag mit 7,96 Milliarden Dollar allerdings knapp unter der Schätzung des Marktes von 8,01 Milliarden Dollar. Die Aktien verloren 4,2 Prozent auf 31,97 Dollar.
Century Aluminum gaben um 1,5 Prozent nach auf 35,85 Dollar. Eine Tochter des Unternehmens hatte sich mit der Stahlarbeitergewerkschaft auf die Verlängerung einer Tarifvereinbarung geeinigt. Lucent Technologies gaben 2,6 Prozent auf 2,28 Dollar nach. Wegen sinkender Umsätze in China und mit amerikanischen Mobilfunkanbietern nahm Lucent im abgelaufenen Quartal 13 Prozent weniger ein als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen nachbörslich vorab mitgeteilt hatte. Der amerikanische Telekomkonzern, der von der französischen Alcatel übernommen werden soll, setzte damit 300 Millionen Dollar weniger um als von Analysten erwartet. Wie Lucent weiter mitteilte, werden auch beim Gewinn die Schätzungen verfehlt werden.
Dagegen haussierten nach der Schlußglocke Key Tronic und legten 38 Prozent zu auf 5,80 Dollar zu. Das Unternehmen erhöhte für das vierte Quartal die Umsatzschätzung auf rund 52 Millionen Dollar, nachdem zuvor mit 46 bis 50 Millionen Dollar gerechnet worden war. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 0,18 und 0,20 Dollar liegen, nachdem zuvor eine Spanne zwischen 0,07 und 0,12 Dollar genannt worden war.
Wall Street schließt schwächer
Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben sich am Montag die Kurse an Wall Street gezeigt. Nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht am Freitag und der Gewinnwarnung von 3M in der Vorwoche seien die Anleger vorsichtig geworden, so ein Analyst.
Das Interesse richte sich nun auf den Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal. Nach der Schlußglocke wurde diese traditionell von Alcoa eröffnet. Die Zahlen des Konzerns fielen leicht unter den Erwartungen aus. Während die Standardwerte einen kleinen Teil ihrer Aufschläge ins Ziel retten konnten, zeigten sich die Technologiewerte mit einer schwachen Entwicklung. Hier belastete eine Herunterstufung des Sektors auf „underweight“ durch Merrill Lynch.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) legte um 0,1 Prozent oder 13 Punkte auf 11.104 zu, nachdem er im Handelsverlauf schon bis auf 11.174 Punkte gestiegen war. Der S&P- 500 stieg um 0,2 Prozent oder 2 Punkte auf 1.267. Der Nasdaq Composite gab dagegen um 0,6 Prozent bzw. 13 Punkte auf 2.117 nach.
Die Aktien von Alcoa fielen nach Kursgewinnen zu Handelsbeginn zurück und schlossen mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 33,41 Dollar. Die nach Sitzungsende bekannt gegebenen Ergebnisse für das zweite Quartal lagen leicht unter den Erwartungen der Analysten. Der Gewinn je Aktie traf mit 0,85 Dollar zwar exakt die Durchschnittsprognosen. Der Umsatz lag mit 7,96 Milliarden Dollar allerdings knapp unter der Schätzung des Marktes von 8,01 Milliarden Dollar. Die Aktien von Alcoa gaben nachbörslich in einer ersten Reaktion um über 3 Prozent nach.
Dagegen standen die Aktien von Foot Locker auf der Gewinnerseite und legten um zehn Prozent auf 27,32 Dollar zu. Zur Begründung verwiesen Händler auf einen Zeitungsbericht, wonach das Unternehmen für rund 4,4 Milliarden Dollar verkauft werden soll. Dies entspreche rund 30 Dollar je Aktie. Auch Walt Disney zeigten sich mit einem leichten Plus und gewannen 0,3 Prozent auf 29,92 Dollar. Händler verwiesen auf den erfolgreichen Start des Films „Pirates of the Caribbean - Dead Man's Chest“ in den Vereinigten Staaten am Wochenende.
An der Nasdaq fielen InterDigital Communications um 21 Prozent auf 25,89 Dollar nachdem die Analysten von Piper Jaffray den Wert auf „underperform“ von „market perform“ heruntergestuft hatten. Shaw Group brachen nach enttäuschenden Zahlen für das dritte Quartal um 14 Prozent auf 22,08 Dollar ein. Ebenfalls mit einem Minus zeigten sich EMC, die um 6,9 Prozent auf 10,41 Dollar nachgaben. Das Unternehmen hat seine Prognosen für das zweite Quartal nach unten korrigiert.
Amerikanische Anleihen wenig verändert
Mit einer wenig veränderten Tendenz haben sich die amerikanischen Anleihen am Montag gezeigt. Bei recht dünnen Umsätzen haben die Notierungen damit die Aufschläge vom Freitag in Reaktion auf die unter den Erwartungen ausgefallenen amerikanische Arbeitsmarktdaten verteidigt. Die Anleger würden auf die Daten im Laufe der Woche warten, sagte ein Analyst.
„Ich glaube das war die Ruhe vor dem Sturm“, so ein Händler mit Blick auf die Daten. Zweijährige Anleihen gaben um 0,002 Punkte auf 99,286 Punkte nach. Sie rentierten mit 5,162 Prozent. Fünfjährige Anleihen rückten um 0,002 Punkte auf 100,030 Punkte vor. Sie rentierten mit 5,092 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen legten 0,001 Punkte auf 99,301 Punkte zu. Sie rentierten mit 5,128 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gewannen 0,022 Punkte auf 89,291 Punkte. Sie rentierten mit 5,167 Prozent.
Die am Berichtstag veröffentlichten Daten zu den Großhandels-Lagerbeständen und Umsätzen für Mai hatten kaum Einfluß auf den Handel. Die Lagerbestände im amerikanischen Großhandel sind deutlich gestiegen und nahmen auch im April stärker zu als bisher angenommen. Wie das amerikanische Handelsministerium mitteilte, erhöhten sie sich im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent. Ökonomen hatten ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Der Umsatz im Großhandel der Vereinigten Staaten stieg im Mai um 1,6 Prozent auf saisonbereinigt 325,55 Milliarden Dollar. Die Entwicklung des Vormonats wurde auf plus 1,5 Prozent (vorläufig: plus 1,3 Prozent) revidiert.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.