Das Volk von Bougainville möchte raus aus der kolonialen Opferrolle. Es möchte ernst genommen werden, respektiert werden, auf Augenhöhe sein mit allen anderen Menschen und Staaten auf diesem Planeten. Daraus ist auf der Insel Bougainville der große Wunsch entstanden, als Inselvolk politisch autonom zu sein, bzw. zu werden. Ich meine, das alles ist eine sehr gute Entwicklung und unter den speziellen historischen Insel-Umständen eine absolut legitime Forderung!
Meine eigene europäisch geprägte Meinung zur Lage speziell auf der Insel Bougainville öffentlich zu äußern, das ist eine Gradwanderung zwischen arrogant kolonialem Gehabe und der Findung angemessener Wortmeldungen. Das verstehe ich genau so. Daher wende ich viel Zeit bei der Suche nach meinen angemessenen Wortmeldungen auf. Was widerum einer der Gründe ist, mich hier zurückziehen zu wollen, weil ausgefeilte Kommentare einfach sehr viel Zeit brauchen.
Meine Frage dazu an mich selbst gerichtet lautete: Wie ernst darf und muss ich das Verhalten einzelner Bürger von Bougainville nehmen? Wie ernst muss ich zum Beispiel die offiziellen SMLOLA-Wortmeldungen zum Beispiel der letzten 12 Monate nehmen? Meine Antwort darauf lautet: Sehr ernst!
Meine Antwort dazu ist im Detail: Wenn jemand Respekt einfordert, dann ist ein großer Teil vom geforderten Respekt der, dass man den Respekt-Forderer vollständig und ohne Einschränkungen ernst nimmt.
Die Konsequenz daraus ist, dass man die SMLOLA-Mitglieder fragen darf: "Du, mir fällt auf, dass du viel schreist und viel mit Gewalt drohst, wenn man nicht macht, was du forderst. Warum macht das für dich in dieser Situation einen Sinn, dich verbal gewalttätig zu verhalten, obwohl dein ABG-Präsident ein friedliches und konstruktives Miteinander von dir wünscht?"
Wenn der Respekt-Forderer nun fordert, dass man ihn nicht als verbalen Gewalttäter wahrnehmen darf, dann fordert er im Grunde, ihn selbst und sein Verhalten nicht ernst zu nehmen. An der Stelle sehe ich den Respekt-Forderer in der Verantwortung, sich zu entscheiden: "Wünscht der Respekt-Forderer, dass man ihn ernst nimmt; oder wünscht der Respekt-Forderer, dass man ihn nicht ernst nimmt?"
Traderevil, es ist ein bisschen so, wie du dich hier inhaltlich mit deinem Kommentar an mich richtest. Du sagst etwas öffentlich zu mir und zeigst mir damit, dass du mich siehst und ernst nimmst und mich respektierst. Am Ende von deinem Meinungsäußerungs-Text verwendest du mit deinen Worten "...also nichts für ungut.." die verbale Redeformel einer Entschuldigung. Du nimmst damit deinen Respekt für mich teilweise wieder zurück. Weil du im Glauben bist, deine Worte überfordern bzw. beleidigen mich?
Damit überhöhst du deine Position über der meinen. Du hast dich entschieden, dem anderen Respekt zu zeigen, indem du dich ihm gegenüber klein machst. Mit deinem "dich klein machen" hast du entschieden, dich der Augenhöhe des anderen anzupassen, im Glauben, das er kleiner ist als du. So sehr du dir auch Mühe gibst einen angemessenen und ausgewogenen Text an mich zu richten, das gestehe ich dir ganz und gar zu, nach meinem moralischen Kompass ist deine Grundbotschaft an dieser einen besonderen Stelle mir gegenüber respektlos. Das alles macht deutlich, wie schwer es ist, seine Meinung respektvoll zu äußern.
Deine Meinungs-Äußerungs-Strategie mit integrierter Entschuldigung ist nicht die meine. Anders als du mache ich es mir im Grunde ganz einfach. Ich frage mich nicht, welche meiner Meinungsäußerungen könnten bei meinem Gegenüber welche Störgefühle auslösen, um mich dann proaktiv bei ihm für meine Meinung zu entschuldigen.
Ich mache es mir ganz einfach, ich nehme einfach uneingeschränkt alle offiziellen Äußerungen der SMLOLA-Mitglieder ernst. Und zeige der SMLOLA und dessen Mitgliedern damit meinen uneingeschränkten Respekt. Die SMLOLA hat meinen uneingeschränkten Respekt verdient, weil sie viele Jahre den Mut hatte, die Finger in die offene Insel-Wunde zu legen. Aktuell stehen dadurch alle Ampeln für die politische Insel-Autonomie auf Grün, auch dank der vergangenen SMLOLA-Aktivitäten.