Touristen pendeln zwischen Mars und Erde


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Touristen pendeln zwischen Mars und Erde

 
08.02.02 14:50
Ein Weltraum-Hotel soll ab dem Jahr 2018 zwischen Mars und Erde pendeln. Leiter des ehrgeizigen Projekts ist kein Geringerer als Edwin "Buzz" Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond.
 
Aldrin und seinen Mitstreitern schwebt ein Raumschiff vor, das die Schwerkraft der Planeten und der Sonne als unerschöpfliche Antriebsquelle benutzt. Einmal in die Sonnen-Umlaufbahn gebracht, bräuchte es nur noch kleine Mengen an Schubkraft für Kurskorrekturen. Ein Flug zum Mars soll so sechs bis acht Monate dauern.
"Regelmäßige Flüge zwischen den Planeten könnten einen völlig neuen ökonomische und philosophische Ansatz für die Weltraumerforschung darstellen", sagt Aldrin in einem Bericht der Purdue University, die neben dem Massachusetts Institute of Technology und der University of Texas an den Raumschiff-Plänen beteiligt ist. Der Ex-Astronaut blickt bereits weit in die Zukunft: "Eine zuverlässige und mehrfach nutzbare Transportmöglichkeit könnte das nächste große Zeitalter der Erforschung, der Expansion, der Besiedlung und des multi-planetaren Handels eröffnen."

Touristen wohnen in Treibstofftanks

Zunächst aber will das Forscherteam klären, welche Form das "Cycler" genannte Raumschiff annehmen könnte. Im Gespräch ist laut Aldrin eine Konstruktion aus leeren Treibstofftanks des Space-Shuttles. Normalerweise werden sie während des Flugs abgeworfen und verglühen in der Erdatmosphäre. Das Shuttle könnte, so die Idee des Forscherteams, pro Flug zwei modifizierte leere Tanks zu einem erdnahen Punkt der Umlaufbahn hieven, aus denen das Raumschiff zusammengesetzt wird. Ein solches Gefährt mit Platz für rund 50 Raumtouristen könnte laut Aldrin schon im Jahr 2018 zum Jungfernflug starten.

Der "Cycler" soll, so die Planung, von den Gravitationskräften der Sonne, der Planeten und ihrer Monde angetrieben werden. Die Nasa will dazu das "Slingshot-Manöver" anwenden, das in den sechziger Jahren entwickelt wurde: Wenn sich ein Raumschiff einem Planeten nähert, gerät es für kurze Zeit in dessen Anziehungskraft. Da das Schiff aber zu schnell ist, um auf den Planeten hinabzustürzen, krümmt sich die Flugbahn nur, während die Geschwindigkeit stark zunimmt. "Man braucht vielleicht ein wenig Treibstoff für gelegentliche Antriebsschübe", sagt James Longuski, Professor für Aeronautik und Astronautik an der Purdue University. "Aber danach ist es beinahe ein Gratisflug."

Schwierige Kursberechnung  

Allerdings ist ein perfekter Kurs schwierig zu berechnen. Denn während die Erde die Sonne in einer fast kreisförmigen Umlaufbahn umrundet, ist die des Mars elliptisch. Die Entfernung zwischen den beiden Planeten ist deshalb starken Schwankungen unterworfen. Kommt der "Cycler" Mars oder Erde zu nahe oder ist er zu schnell, würden die Steuertriebwerke zu viel Treibstoff für die Kurskorrektur verbrauchen - die mit Touristen gefüllten "Taxi"-Shuttles könnten kaum noch andocken. Ist er einmal in Fahrt, kann der "Cycler", der mit 21.000 Kilometern pro Stunde an Mars und Erde vorbeirauscht, nicht mehr bremsen, die Shuttles müssen ihn in voller Fahrt zum Andocken erwischen . Auch wäre ein "Cycler" nicht genug, wie das Forscherteam einräumt: Wenn die Fähre den Mars erreiche, liege der rote Planet derart weit von der Erde entfernt, dass der Rückflug unzumutbar lang dauern würde. Es müssten wohl schon drei Raumschiffe sein, um die betuchten Touristen in zumutbaren Zeiträumen zwischen den Planeten hin und her zu bugsieren.

Zu Kosten und Finanzierung des Projekts halten sich die Verantwortlichen noch bedeckt. Ansonsten aber, meint Aldrin, sei alles geritzt. "Die erste Mission wird etwas konservativer sein und stärkere Sicherheitsvorkehrungen haben", sagt der 72-Jährige, "bis wir sicher wissen, was wir tun."
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Grinch:

Ich seh auch schon Sterne!!! ;-)) o.T.

 
08.02.02 14:51
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Das All ist nicht für alle da

 
08.02.02 14:51
Manche Dinge sind nicht käuflich, und touristische Trips in den Orbit sollen künftig dazugehören. So will es zumindest die Nasa, die deshalb eine Liste von Kriterien für Raumtouristen veröffentlicht hat.
 
Wer sich Straftaten geleistet hat, Fehltritte in früheren Jobs, "unehrliches" Verhalten, Schummelversuche bei Prüfungen, exzessiven Alkoholgenuss oder gar Drogenmissbrauch, soll künftig keine Chance für einen Trip ins All haben. Auch öffentliche Kritik an der internationalen Raumstation ISS oder an den beteiligten Raumfahrtbehörden disqualifiziert die Bewerber. Zudem sollen die Weltall-Touristen körperlich fit sein, unter Stress arbeiten können, Teamfähigkeit besitzen und von "hoher moralischer Integrität" sein.
Der neunseitige Bericht ist eine Folge des radikalen Umschwungs in der Haltung der Nasa gegenüber dem Weltraumtourismus. Den Ausflug des Millionärs Dennis Tito im April 2001 versuchte die Behörde noch mit allen Mitteln zu torpedieren. Doch schon im Dezember vergangenen Jahres gab sie dem Wunsch des südafrikanischen Internet-Millionärs Mark Shuttleworth nach einem Flug zur ISS statt. Der Start ist für Ende April vorgesehen.

Wie Nasa-Chefastronaut Charles Precourt gegenüber dem Online-Dienst der BBC erklärte, sollen die Kriterien für künftige Weltraumtouristen auch von den Raumfahrtbehörden in Russland, Kanada, Japan und Europa akzeptiert werden - um Irritationen, wie sie durch den Tito-Trip zwischen den USA und Russland ausgelöst wurden, künftig zu vermeiden.
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sir charles:

Happy du hast noch was vergessen

 
08.02.02 15:04
zu den ganzen Sachen muß man wahrscheinlich noch 100.000.000,-- USD haben.

Pfeif am Mars!!!
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Pendelverkehr zum Mars

 
10.02.02 02:02
Apollo-11-Astronaut Buzz Aldrin leitet ein Forschungsteam zur Entwicklung neuartiger Raumschiffe

In seinem gemeinsam mit John Barnes verfassten Science-Fiction-Roman "Begegnung mit Tiber" lässt Apollo-11-Pilot  Buzz Aldrin den ersten Menschen am 25. Dezember 2018 auf dem Marsmond Phobos landen - genau 50 Jahre, nachdem Apollo 8 zum ersten Mal den Mond erreicht hatte. Aldrin will es aber nicht bei der Fiktion belassen: Jetzt hat er ein Forschungsteam zusammengestellt, das Raumschiffe für einen regelmäßigen Pendelverkehr zwischen Erde und Mars entwickeln soll. Der Jungfernflug, so Aldrin, könnte im Jahr 2018 stattfinden.

Die Grundidee hatte Aldrin bereits Mitte der achtziger Jahre entwickelt und zehn Jahre später in "Begegnung mit Tiber" weiter ausgeführt:

"Wenn die zeitliche Koordinierung stimmte, konnte ein Raumschiff, das auf der langen Flugbahn vom Mars zurück kam, den Erdorbit kurze Zeit vor der nächsten Opposition von hinten kreuzen. Da es sich bereits schneller als mit Fluchtgeschwindigkeit bewegte, konnte es nicht in eine Umlaufbahn um die Erde gezogen werden; die Erschwerkraft verlängerte seine Bahn einfach zu einer großen Ellipse um die Sonne. Aber dabei bekam das Raumschiff etwas vom Schwung der Erde mit (...). Durch den Schub wurde das Schiff in eine neue Umlaufbahn um die Sonne geschleudert, auf der es, wenn der Zeitpunkt stimmte, ohne weiteren Treibstoffverbrauch - von kleinen Mengen für Korrekturmanöver abgesehen - geradewegs zum Mars zurückgelangte."  

Eine Schwierigkeit bei einem solchen Pendelverkehr ist die Berechnung der Flugbahn. Denn während die Erde auf einer nahezu kreisförmigen Bahn um die Sonne wandert, beschreibt der  Mars einen stärker elliptischen Orbit, so dass die Entfernung Erde-Mars starken Schwankungen unterworfen ist.

"Wenn sich beide Planeten in kreisförmigen Umlaufbahnen befinden würden, könnte das Raumschiff perfekt auf einer immer gleichen Bahn hin und her fliegen", sagt James Longuski, Professor für Luft- und Raumfahrt an der Purdue University in West Lafayette, Indiana. "Der Mars-Orbit ist jedoch etwas exzentrisch. Das macht das gesamte Design erheblich komplizierter."  

Neben der  Purdue University sind auch das Massachusetts Institute of Technology und die University of Texas an dem Projekt beteiligt. In einem Bericht für das  Jet Propulsion Laboratory der NASA schreiben die Forscher:

"Wir glauben, dass diese regelmäßigen, planetaren Vorbeiflüge einen völlig neuen ökonomischen und philosophischen Zugang zur Erkundung des Weltraums eröffnen können. Zuverlässige und wiederverwendbare Pendler können der Schlüssel sein, um die Menschheit in das nächste Zeitalter der Erkundung, Expansion, Besiedlung und des multiplanetaren Handels zu befördern."  

Der Flug von der Erde zum Mars würde mit einem solchen Pendler sechs bis acht Monate dauern. Die ersten Raumschiffe könnten Platz für etwa 50 Passagiere bieten. Sie würden langsam rotieren, um künstliche Schwerkraft zu erzeugen.

"Diese Pendler wären wie Weltraumhotels", sagt Longuski. "Sie würden die üblichen Annehmlichkeiten des Lebens bieten."  

Beim Erreichen des Zielplaneten müssten die Passagiere in "Taxi"-Raumschiffe umsteigen, die sie auf die Oberfläche befördern. "Das ist wie ein Bus, der nicht anhält", so Longuski. "Wenn er kommt, müssen sie mitrennen und aufspringen."

Damit sowohl Hin- als auch Rückflüge in erträglicher Zeit möglich sind, reicht ein einzelner Pendler nicht aus. Mit drei Raumschiffen auf geschickt gewählten Flugbahnen ließe sich jedoch ein regelmäßiger Güter- und Personenverkehr zwischen den beiden Planeten einrichten.

"Wir werden einen Vorschlag für eine detailliertere Studie einreichen, um die Zahl der verschiedenen, möglichen Pendler-Typen einzuengen und zu sehen, welche am besten für einen regelmäßigen Einsatz geeignet sind", sagt Aldrin. Dabei werden auch andere Ideen aus seinem Roman erwogen werden, etwa die Nutzung des externen Treibstofftanks des Space Shuttle als zentrales Bauelement der Pendel-Raumschiffe.

Und, wer weiß, vielleicht werden ja auch seine Namensvorschläge akzeptiert. In "Begegnung mit Tiber" sind zwei MERCs (Mars Earth Return Cycler) im Einsatz. Der eine heißt "Collins", nach Apollo-11-Astronaut Michael Collins, der andere, mit dem die ersten Menschen zum Mars fliegen, "Aldrin". Das dritte Apollo-11-Mitglied, Neil Armstrong, ist aber nicht vergessen: Nach ihm haben Aldrin und Barnes eine große Raumstation benennen lassen.
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