ein klassischer Zock ist das letzte, was ich vermute.
Als ich mich vor etwa eineinhalb Jahren bei der TIS eingekauft habe, hatte ich vorher eine Menge Pennystocks lange beobachtet und durchleuchtet, um mir einen raus zu suchen, bei welchem ich langfristig ernsthaftes Potential sehe. Meine Wahl fiel nicht unbegründbar auf Tiscon.
1. Die TIS ist, was Zockperioden angeht, eine der phlegmatischsten Aktien. Wenn mal so was wie ein Zock stattfand - was selten der Fall war - so wurde dieser meist wieder schnell gedeckelt. Da gibt es weitaus geeignetere Aktien.
2. Es ist ja nicht so, dass Herr Früh und Herr Paulsen vor ihrem Aktienkauf keine Verbindung zur TIS gehabt hätten. Diese Tatsache lässt doch eher auf interne Kenntnisse schliessen, was die Entwicklungsfähigkeit der Aktie und des Unternehmens angeht.
3. Niemand wird ernsthaft bestreiten wollen, dass es sich bei Herrn Früh und Herrn Paulsen um "alte Hasen" mit überdurchschnittlichem Know-how handelt.
Es wäre eine Kleinigkeit, mit gesteuerten Neuigkeiten den Kurs der TIS anzuheizen, ohne sich in rechtlich bedenkliche Gefilde zu begeben. Passiert aber nicht, im Gegenteil, man hört seit 10 Monaten nichts mehr.
4. Die befristete Entsendung zweier Aufsichtsratsmitglieder in den Vorstand spricht eher dafür, dass es etwas zu regeln gab, was in den Kompetenzbereich des Vorstandes gehört, sprich eine Angelegenheit der (inneren) Geschäftsführung, oder der (äußeren) Vertretung des Unternehmens. Jedenfalls aber nichts, was nur der IV regeln kann und darf. Also etwas mit operativem Charakter.
Auch hier die Frage: Wenn man pushen wollte, warum hat man z.B. die Bestellung nicht mit dem Zusatz versehen, man wolle sich mit Gläubigern einigen, oder ähnliches. Der Kurs wäre in die Höhe geschossen.
5. Wozu gibt es überhaupt den vollständig besetzten Aufsichtsrat. Pflicht ist der nicht bei einem insolventen Unternehmen. Auch ist nicht richtig, dass ein Aufsichtsrat aus der Insolvenzmasse vergütet wird. Wozu also tun sich die drei Herren das an?
Jeder sollte sich mal ansehen, was die Aufgaben des Vorstandes einer AG sind (im Zweifel googlen). Man stelle diese zusammen, streiche unmögliche und unwahrscheinliche Aufgaben im Rahmen der Insolvenz weg, und betrachte die übriggebliebenen Bereiche. Dann kann man mutmaßen, was die Herren bis zu 30.06. im Vorstand zu tun hatten.
Das Verhandlungen max. 4 Wochen dauern ist sicher nicht in Stein gemeißelt. Und selbst wenn, so ist es meist mit Verhandlungen alleine nicht getan. Darüber hinaus kann es auch immer geboten sein, die Rahmenbedingungen zu optimieren. Das kann und wird sehr wohl länger dauern.
Gruß
La Guardia