Keiner kauft mehr!
09:32 26.09.07
Das Konsumklima hat sich, wie bereits im August angedeutet, auch im September weiter eingetrübt. Der Konsumklimaindex prognostiziert nach 7,4 Punkten im September einen Wert von 6,8 % für den Oktober. Die im Grunde gute Stimmung der Verbraucher leidet derzeit etwas unter den leicht eingetrübten Rahmenbedingungen. Die da wären die Kreditkrise in den USA und steigende Lebensmittel- und Energiepreise. So hat sich auch die Anschaffungsneigung der deutschen Verbraucher weiter verschlechtert.
Dennoch sind die Erwartungen der deutschen Verbraucher an die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nach wie vor auf weit überdurchschnittlichem Niveau. Die deutschen Verbraucher reagieren also insgesamt besonnen auf die verschiedenen dämpfenden Einflussfaktoren, die die Erwartungen an das eigene Einkommen und die allgemeine Wirtschaftsentwicklung betreffen. Wie zu erwarten, ist die Sparneigung aufgrund der momentanen Unsicherheit, deutlich angestiegen. Die weitere Konjunktur- und Preisentwicklung im vierten und letzten Quartal wird zeigen, ob der Verbraucher weiter sein Geld auf die hohe Kante legt oder seine Kauflaune wieder ansteigt.
Alles in allem stellt auch die GFK, die diese Konsumklimastudie erstellt, dass die befürchtete Kettenreaktion in Folge der internationalen Verflechtungen am Kreditmarkt, ausgeblieben ist.
Auch die Unternehmen bewerten die wirtschaftlichen Aussichten zunehmend weniger optimistisch. Das zeigt der Ifo-Index, der zum vierten Mal in Folge zurückgeht. Dabei muss hervorgehoben werden, dass die gegenwärtige Lage nach wie vor als gut eingeschätzt und beurteilt wird. Erste Stimmen sprechen allerdings von einer Trendwende.
Im verarbeitenden Gewerbe wird das Geschäftsklima weiterhin günstig eingeschätzt. Interessant dabei ist, dass die Unternehmen weiter einen Personalaufbau planen, wenngleich der nicht mehr so stark sein wird, wie in den vergangenen Monaten. Das Exportgeschäft wird nach Aussage der Firmen trotz des gestiegenen Euros nur wenig leiden.
Im Bauhauptgewerbe hat sich allerdings das Geschäft erheblich abgekühlt. Der Index ist auf dem tiefsten Stand seit Frühjahr 2006. Ich berichtete bereits vor kurzem, dass die Genehmigungen für Einfamilienhäuser seit Beginn des Jahres um über 30 % zurückgegangen sind.
Im Handel zeigt sich ein stark differenziertes Bild. Während der Großhandel noch immer von der starken Exportnachfrage profitiert, beurteilt der Einzelhandel die mittelfristigen Perspektiven noch düsterer als vorher.
Dennis Snower, der derzeitige Präsident des renommierten Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, hat sich vor kurzem wie folgt geäußert: „Auch wenn die Zusammenhänge ein eher düsteres Bild der Zukunft malen, so gibt es doch langfristige Mechanismen in der Weltwirtschaft, die dieses Bild nach und nach aufhellen können. So könnte eine wirtschaftliche Eintrübung in den USA die großen globalen Ungleichgewichte, die seit langem einen Schatten auf die Weltwirtschaft werfen, nach und nach abgebaut werden.“
Wie Sie sehen, ist alles halb so schlimm. Dennoch wäre es an der Zeit, den privaten Verbrauch anzukurbeln. Dazu sollte sich die Regierung endlich mal etwas einfallen lassen. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt dafür. Denn nach wie vor verlassen wir uns zu stark auf den Export, was uns bei einem Rückgang der Weltwirtschaft, die derzeit noch floriert, über Gebühr treffen wird.
Statt Mindestlöhne einzuführen, was mit Bürokratieabbau äußerst wenig zu tun hat, sollte man uns Bürger endlich über niedrigere Verbrauchsteuern oder Einkommensteuern entlasten. Wenn die Regierung, wie auch von der OECD gefordert, ein wenig die Ausgaben zusammenstreichen und deregulieren würde, wäre uns allen geholfen. Und der ausgeglichene Haushalt wäre auch schon da.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke