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Erste Berichte der Presse:
Von Kirsten Bienk, Benjamin Krieger und Markus Klausen
Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook hat im saisonal schwachen Auftaktquartal zwar den Verlust verringert. Die Nummer zwei der Branche hinter der TUI Travel musste aber erneut einen hohen Fehlbetrag verbuchen. Zudem sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Allerdings gibt es bei dem angeschlagenen Unternehmen auch Positives zu vermelden - die Sanierung des ältesten Reisekonzerns der Welt scheint Früchte zu tragen.
Thomas Cook grenzte den Verlust vor Steuern auf 128 von 152 Millionen Britischen Pfund ein - es ist aber immer noch einer der höchsten Fehlbeträge im Auftaktquartal der vergangenen Jahre von Thomas Cook. Viele Touristikunternehmen schreiben im Winterhalbjahr wegen hoher Vorauszahlungen für Hotel- und Flugkapazitäten rote Zahlen, da die Buchungen im Vergleich zum Sommerhalbjahr deutlich niedriger sind. Der Umsatz sank auf 1,72 von 1,86 Milliarden Pfund.
Positiv fällt bei Thomas Cook vor allem die Bruttomarge ins Auge. Die Rendite kletterte im Zeitraum Oktober bis Dezember um 1,3 Prozentpunkte auf 21,9 Prozent. Besser lief es für Thomas Cook vor allem in den Schlüsselmärkten Deutschland und den skandinavischen Ländern - und in der Heimat. In Großbritannien hatte der Konzern zuletzt erheblich Probleme. Die Buchungen für den Winter und Sommer seien insgesamt stabil und im Rahmen der Erwartungen, hieß es.
Den Abstand zum enteilten Branchenprimus konnte Thomas Cook mit den Zahlen zum Auftaktquartal etwas verkleinern. Thomas Cook war vor rund zwei Jahren in eine tiefe Krise gestürzt. Der damalige Chef Manny Fontenla-Novoa hatte viele Reiseveranstalter gekauft, die sich als wenig gewinnbringend erwiesen, und den Trend zu exklusiven und im Internet buchbaren Reisezielen verschlafen. Viele Kunden wanderten zur Konkurrenz ab.
Seit einiger Zeit folgt das Unternehmen der Strategie seines ärgsten Rivalen: Wie TUI Travel konzentriert sich Thomas Cook auf exklusive Angebote, mit denen sich mehr verdienen lässt. Zudem verordnete die Mitte 2012 angetretene neue Chefin Harriet Green Thomas Cook einen härteren Sparkurs. Die Rosskur liege voll im Plan, sagte Green am Donnerstag.
Angesichts der positiven Töne von Thomas Cook mit Blick auf die kommenden Monate wird es spannend werden, wie die Aktie darauf reagiert. An der Londoner Börse waren die Thomas-Cook-Papiere zuletzt der Shooting Star. Seit Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2011/2012 Ende November ist die Aktie um 180 Prozent auf 70 Pence nach oben geschossen. Selbst als die Ratingagentur Fitch eine Woche nach den Zahlen das schwache Geschäft und die hohen Schulden bemängelte und Thomas Cook abstufte, tat das der Kurs-Rally keinen Abbruch. Allerdings erlebten die Aktien im Jahr 2011 ein Kursdesaster, sie brachen von 170 auf 10 Pence ein. Auslöser waren Spekulationen um eine drohende Insolvenz. Die Erholung der vergangenen Wochen begann also auf einem niedrigen Niveau.DJG/kib/kla/sha
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February 07, 2013 02:34 ET (07:34 GMT)
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