Hast Du die Präsentation gesehen? Ich hab die relevanten Szenen ja benannt - schau es Dir an, und such nach Deinen Aussagen:
"Was Musk mit "Machine building machines" meint, bedeutet, die Fabrik selbst als ein Produkt, eine Maschine zu betrachten, die andere Maschinen baut, und die man selbst als Produkt verkaufen kann. Diese Fabrikmaschine ist dann ein weitgehend automatisiertes (Roboter, Computersteuerungen, AI) Konstrukt mit wenigen Menschen - so wie heute auch schon, aber höher integriert und weit mehr automatisiert, also weniger Menschen - das aber als Komplettprodukt betrachtet wird und nicht als die Summe seiner Einzelteile."
Es sollte darum gehen, was er gesagt hat, und nicht darum, was Du Dir ausdenkst. Das Wort AI ist nicht gefallen, auch kein KI - bleib einfach bei dem, was er sagte.
"Dass darin aber ein in mehr als Hundert Jahren ungehobenes Effizienzpotential von Faktor 10 bis 100 stecken soll, kommt mir schon ziemlich absurd vor."
Er selber sagte, dass das manche nicht glauben, und darüber lachen würden. Na ja, sie haben auch über Tesla und EV gelacht. Nun lachen sie nicht mehr.
Nur, weil Du Dir das nicht vorstellen kannst, muss das nicht bedeuten, dass es nicht möglich ist. Und nur, weil die Dinos andere Prioritäten hatten, oder eben von 'invisible walls' umgeben waren, bedeutet das nicht, dass da kein Potential steckt.
Manchmal kann man Dinge explizit besser hinterfragen und beurteilen, wenn man fachfremd ist - Jobs / Apple hat Smartphones anders gesehen, als die ganzen Spezialisten der Handyindustrie.
"Übrigens glaube ich nicht, dass VW per se ein spezielles "Diesel über alles"-Faible hatte oder hat."
Ich schon, denn durch EV hätten sie die CO2 Emission während der Fahrt auf Null Prozent bringen können - sie haben das dennoch sträflich vernachlässigt, im Gegenteil, sie hatten keine echte Strategie - bis jetzt nach dem Diesel-Skandal.
"Er hat versprochen, mit dem Luxus-Roadster als nächstes ein Auto für die Massen zu finanzieren. Dann aber den S gebaut und dasselbe versprochen. Dann aber den X gebaut und dasselbe versprochen. Jetzt steht der M3 endlich am Horizont. In einem Jahr wird man sehen."
Schau Dir die Präsentation an - er erklärt m.E. recht plausibel, warum der Zwischenschritt über das Model S sein musste (finanzieller Spielraum, teure Autos ermöglichen finanziell die Forschung, die für billigere Autos nötig ist etc.) - das Model es ermöglicht es ihnen nun das Auto zu realisieren, das sie von Beginn an immer bauen wollten, seit sie Tesla gegründet haben.
Gründlicher und ehrlicher kann man das kaum begrünen. Du musst es ihnen nicht glauben - obwohl gerade Du doch die finanziellen Schwierigkeiten gerne benennst - aber für mich klangen Musk und Straubel glaubwürdig.
Du hälst Dich m.E. mit Pillepalle auf - den Unterschied zwischen Marketing Sprech und der Realität kennst Du doch, oder? ;-)
"Er hat x-mal Lieferziele versprochen, die er nie einhalten konnte.
Er hat Gewinn ab Q4/16 versprochen. Längst kassiert. Klugerweise wegen der exorbitanten M3-Reservierungen.
Er hat versprochen, alsbald (2017!) vollautonom ohne Fahrer quer durch die USA fahren zu können. Im Moment crasht sein Auto leider noch auf stehende Hindernisse, und er wird niemals in 2017 autonom fahren können."
X = 2? Mehr war nicht?
Wir haben noch nicht 2017, und Gewinn ... ja, wieder der finanzielle Aspekt. Das Model 3 kommt doch nun? Was ist also Dein Problem?
"Er hat im MX sagenhafte Flügeltüren versprochen, die aber bis heute nicht funktionieren. "
Es gibt die Flügeltüren doch? Und in einem Monat funktionieren sie besser als normale Türen. Sagt er. Sei geduldig und etwas nachsichtiger - die Kunden sind das offensichtlich, denn mir ist entgangen, dass es deswegen eine Revolution auf dem Annual Meeting gegeben hätte.
"Was soll denn an einer Software besonders komplex sein, die mit ein paar Abstandssensoren lächerliche zwei Freiheitsgrade (Achsen) so steuern soll, dass die Tür nirgendwo anschlägt?"
Auch das hat er erklärt - möglicherweise sprengt der Rahmen der Komplexität Dein Vorstellungsvermögen? Er hat ja Beispiele genannt, warum das so kompliziert ist. --> einfach schauen.
Also machst Du Teslas und Musks Leistungsfähigkeit unter dem Strich davon abhängig, dass sie für die Realisierung der Flügeltüren bis zur, ihrer Meinung nach, Perfektion zu lange gebraucht haben, und weil Du so keen auf das autonome Fahren bist?
Ui, ui. Also, ich würde deswegen nicht in Puts investieren.
Und ansonsten habe ich doch nirgends behauptet, dass ich das 'glauben' würde - ich schließe es nur nicht aus, dass er einen neuen Ansatz in den Produktionsprozessen für möglich hält - und sage, dass falls er das schafft, er eben für das Model 3 und gegenüber den Dino Produzenten Kostenvorteile haben wird.
Und dass wir das in einigen Jahren sehen werden. Du solltest Dich einfach auf das beziehen, das ich schreibe, und nicht auf Dinge, die Du denkst, dass ich sie glauben könnte.
Ich weiß schlicht und einfach nicht, ob das möglich ist. Ich hätte aber auch die Gigafactory für unrealistisch, und den Bau eines EV mit eingener Wide Area Lade Infrastruktur trotz der Widerstände der Autolobbys für unrealistisch gehalten.
Was ich aber weiß, das ist, dass sehr viele Experten oftmals Betriebsblind sind, die einfachsten Dinge übersehen können, und/oder oftmals in festen Bahnen denken, die sie sehr schnell verlassen, wenn man ihnen eine kleine Hilfestellung gibt.
Das sind Erfahrungen, die ich im Berufsleben gemacht habe - aber das muss ich nicht weiter ausbreiten.
Was soll ich Dir noch sagen: mir kommt es so vor, als ob wir von komplett unterschiedlichen Dingen reden. Als gäbe es zwei Teslas.
Ich sehe das große Bild, top down und die ökosozialen und finanziellen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, und beurteile Tesla und Musk nach dem, was sie bisher geleistet haben.
Und Du bewertest Tesla nach kleinen Teilaspekten ihrer Produkte, und gehst dabei sogar auf 'Bug'-Ebene hinunter - als ob man Bugs nicht beseitigen könnte.
Zeitgleich lobst Du Unternehmen wie Google über den Klee, die nur einen winzigen Teilaspekt beackern (sehr gut, offenbar), sich aber eben für die 90%, die Tesla ebenfalls auf die Beine gestellt hat, gar nicht interessieren.
Mach das Experiment, und versuche Deine Kritikpunkte nach ihrem Wert zu beurteilen: welcher Schaden ist für Tesla durch die sechs Monate Verzögerung seit Beginn der Auslieferung des Model X durch 'Bugs' bei den Flügeltüren entstanden?
Welchen Schaden hat das Unternehmen Stand heute, weil Musk für 2017 das autonome Fahren angekündigt hat (hat er es versprochen? Ich weiß es nicht.)? Und wenn es dann doch 2019 kommen würde - wäre das finanziell ein Desaster? Offensichtlich sind ja sogar die gesetztlichen Regelungen noch nicht sicher - hat er dafür nicht noch Zeit?
Schau Dir die Grafik an, die ich eben gepostet habe (aus dem Annual Meeting) - der Revenue Verlauf sieht doch nicht wirklich nach einem Unternehmen aus, gegen das man dauerhaft wetten sollte?
Wie gesagt - ich glaube nicht alles, was er sagt, aber ich bin bereit mich überzeugen zu lassen.
Keinesfalls aber beschimpfe ich ihn als Hochstapler und Lügner, weil ich glaube, dass das nicht möglich wäre. Ich denke, er ist Manns genug Irrtümer einzugestehen, siehe Model X, aber er und Straubel klangen bezüglich des Potentials in der Produktion doch ziemlich überzeugt, als dass es absoluter Unfug wäre.
Calm down, warte drei Jahre, und wir alle werden es wissen.
Ständig Unsinn, Hochstapler und Lügner zu brüllen, das scheint mir keine überzeugende Strategie zu sein.
(PS: Selbst wenn er die Grundzüge eines Konzeptes hätte, wäre er dumm, wenn er diese einfach mal so verrät, weil fränki1 und Du nach Beweisen schreien. Manche Dinge macht man erst, und wenn sie laufen, dann stellt man sie vor.
(Ist auch der Unterschied zwischen Apple und Google - erstere stellen fertige Produkte vor, letztere stellen Projekte über Produkte vor, von denen es die meisten nie in die Produktion schaffen. Oder flapsig gesagt: manche machen, andere labern, und erzählen Geschichten. ;-))