... "Weniger als 1% aller deutschen Autofahrer (und hier auch fast nur Firmen), wollen ein Elektroauto."
Und dann zählt er all die hübschen 'Nachteile' auf.
Abgesehen davon, dass er den Prozentuellen Anteil von BEV Käufen mit 'Was Kunden wollen' gleich setzt, und keine Quelle nennt - dann hätten die Dinos doch gar keinen Grund auf eine BEV Strategie umzuschwenken? Sie müssten nur abwarten, und dann würde sich das schon alles beruhigen?
Einer denkt falsch - der Kommentator oder die nun umschwenkenden Dinos. ;-)
Dabei hätte er nur hiermit argumentieren können, nur wird da eben gezeigt, warum es in Norwegen klappt, und bei uns nicht klappt:
"Eine kleine E-Auto-Prämie kann das nicht ändern. Wer wissen will, wie sich eine Nation von Autonarren wirklich umstimmen lässt, muss nach Norwegen fahren, ins E-Auto-Paradies. Jeder dritte Neuwagen ist dort ein Stromer, in der Hauptstadt Oslo sogar jeder zweite. Das ist Weltrekord. Fünf Millionen Norweger besitzen dreimal so viele Elektroautos wie 80 Millionen Deutsche. Eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche hat das ermöglicht."
Und: "Das Zuckerbrot: Wer in Norwegen Elektroauto fährt, darf an 7.000 öffentlichen Ladesäulen kostenlos parken und Strom tanken, muss keine Steuer zahlen, kann Mautstraßen und Fähren gratis nutzen und darf auf die Busspur ausweichen. Seit sich dort die ersten E-Auto-Staus bilden, ist das allerdings nur noch erlaubt, wenn mindestens ein Mitfahrer im Auto sitzt. Das wichtigste Argument für den Umstieg ist der Kaufpreis: In Norwegen ist ein Stromer schon in der Anschaffung billiger als ein Stinker. Ein E-Golf, der derzeitige Bestseller, kostet dort 1.500 Euro weniger als das gleiche Modell mit Benzinmotor, der Erlass hoher Importsteuern macht es möglich.
Rund 400 Millionen Euro lässt sich die norwegische Regierung ihre Charmeoffensive für die Elektromobilität jedes Jahr kosten. Umgerechnet auf Deutschland wären das über sechs Milliarden Euro. Tatsächlich wurde in den vergangenen zwölf Monaten aber nur ein gutes Hundertstel dieser Summe für E-Auto-Prämien gezahlt. Kein Wunder, dass die Sache hierzulande stockt."
Warum das so ist? Steht da auch drin: Autolobby und Dinos, die kein Interesse an Veränderung haben - Status Quo vs. Innovation.
www.zeit.de/wissen/2017-07/...ie-umwelt-kosten/komplettansicht
Und noch ein lesenswerter Zeit Artikel:
www.zeit.de/mobilitaet/2017-07/...ndestagswahl/komplettansicht
"Das Gebot der Stunde ist nicht die Verteidigung des Status quo. Denn der Strukturwandel in der Automobilindustrie, der das über 125 Jahre optimierte Geschäftsmodell der Branche auf den Kopf stellen wird, hat international längst begonnen. Gefragt ist deshalb jetzt Flexibilität, um den sich verändernden Bedingungen im weltweiten Geschäft mit Automobilen gerecht zu werden."
Eben das wurde hier im Forum von Vielen seit Jahren gefordert.
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Wenn es schon um Umfragen geht:
www.zeit.de/mobilitaet/2017-07/...rverbote-schadstoffe-umfrage
Das ist doch recht aufschlussreich und könnte ein Indiz sein, was die Deutsen wirklich von der Autoindustrie erwarten:
"Die Deutschen sind laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage mehrheitlich für gezielte Diesel-Fahrverbote in belasteten Gebieten. Bei der von Greenpeace in Auftrag gegebenen Erhebung stimmten 57 Prozent der Befragten dafür, Diesel-Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß nicht mehr in Stadtteilen mit schlechter Luftqualität fahren zu lassen.
86 Prozent der Befragten fordern demnach zudem, dass die Hersteller die Fahrzeuge so nachrüsten müssen, dass sie im Alltagsgebrauch die Grenzwerte auf den Straßen einhalten. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass Deutschland momentan nicht genügend Maßnahmen ergreift, um die deutsche Autoindustrie auf Veränderungen wie die Elektromobilität vorzubereiten."