... ich unterschätze die gar nicht - im Gegenteil: bisher haben sie nur wenig gebacken gekriegt, und das Potential zu haben heißt nicht, dass sie es auch heben können, oder werden.
Wir hatten das ja bereits: Es gibt innerhalb der Unternehmen oftmals starke Lobby Gruppen, und wenn diese nicht mitziehen wollen, weil sie ihre Pfründe wegschwimmen sehen, dann sind sie in der Lage jede erforderliche Transformation gegen die Wand fahren zu lassen.
Man sieht das in Ansätzen aktuell bei Volkswagen, was passieren kann. Ich würde zurzeit meine Hände nicht für Diess ins Feuer legen wollen, dass er lange CEO bleibt. Und wenn er dann einen Nachfolger kriegen sollte, dann stellt sich die Frage wie er zur BEV-Strategie des Vorgängers steht ... und wie der Betriebsrat das sieht, der Aufsichtsrat, die lokalen Politiker in Niedersachsen, und die Zulieferer, und die Investoren, und die Vertriebler, ...
Da kann nich sehr, sehr viel schiefgehen.*
Deswegen: Ich denke nicht, dass ich die unterschätze. Aus guten Gründen.
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* In einem Unternehmen konnte ich Mitte der 1990er sehr gut sehen, wie sich eine Firma selber gegen die Wand gefahren hat - indem sie a. das Internet komplett unterschätzte, und b. auf die falsche Technologie gesetzt hat.
Und nein, das war keine Butzelbude, sondern ein globales Unternehmen mit etwa 20.000 Mitarbeitern, dem alle Chancen offen standen, das Marktführer war - und durch das falsche Management, durch Ignoranz und falsche Strategien (Technologie, Plattformgedanke) alles verspielt hat.
Als der damalige Country Manager unser Büro besuchte und uns zum essen einlud, saß ich zwei Plätze neben ihm, und stellte ihm die Frage: Wie stehen Sie zum Internet, wäre es nicht gut, wenn wir dieses in unsere Produktstrategie aufnehmen würden?
Antwort (1995): Das Internet ist unzuverlässig, das ist eine Spielerei, das würde in einigen Jahren keine Rolle mehr spielen. Unglaublich. Wir vom technischen Bereich waren völlig irritiert, wie er das so sträflich ignorieren konnte.
Nur fünf, sechs Jahre später war der Konzern fast ruiniert, er wurde dann über vier Jahre 'aufgehübscht' - und dann verkauft.
Das Unternehmen existierte zuvor seit Mitte der 1880er Jahre. Und in nur zehn Jahren wurde es gegen die Wand gefahren - durch falsche Strategien, Entscheidungen - und der Arroganz, die das Management davon abhielt das Notwendige zu erkennen.
DESWEGEN denke ich nicht, dass ich bei BMW/DAIMLER/Volkswagen irgendetwas unterschätze.
Nein, es war nicht Nokia. ;-))