ON: Oder eben, siehe Kamenz, warum sich Konzerne wie Daimler solche miesen Tricksereien leisten, indem sie ein Batterien herstellendes Unternehmen abwickeln, um auf dem selben Gelände ein neues zu eröffnen - und sich vom Land Sachsen Investitionen UND von der Arbeitsagentur Zuschüsse für die (vermutlich weitgehend selben, da bereits ausgebildeten) Mitarbeiter geben lassen.
Li-Tec hat in Kamenz ab 2012 Zellen gefertigt, was sich allerdings nie rentiert hat. Abgewickelt wurde das in 2015. Am selben Standort wurden dann mit einer stark reduzierten Rumpfmanschaft Packs mit zugekauften Zellen gefertigt. Heute wird dort an einem zweiten Werk gebaut, damit man zukünftig mehr Packs bauen kann.
ON: Kredite (Tesla) nehmen, weil man kein Geld hat, aber investieren und Jobs schaffen will, das ist normales Geschäft. Subventionen einstreichen, obwohl man Milliarden Gewinne macht, ist Missbrauch der Gesellschaft.
Liegt der Fehler da nicht eher beim Bund oder Land? Würden die Subventionen angeboten und der Daimler Vorstand würde abwegen und die einfach links liegen lassen, wäre das erstens doof und zweitens nicht im Interesse der Aktionäre, also eine Verletzung der Pflichten. An wen richtet sich also dein Vorwurf?
ON: Aber ein Unternehmen plattmachen, Mitarbeiter entlassen, um auf dem selben Gelände ein anderes Unternehmen zu gründen, was das gleiche produziert UND dann Subventionen für die Investition UND Zuschüsse für die Mitarbeiter einzustreichen, trotz Ausschüttungen von Milliardengewinnrn, das ist moralisch unterste Schublade - und jämmerlich.
Siehe oben. Da liegen mehrere Jahre dazwischen, die Mitarbeiter sind andere, es werden mehr eingestellt als damals bei Li-Tec arbeiteten und außerdem produziert man was anderes als damals bei Li-Tec. Ich gehe davon aus, dass die 2-3 Mrd. an Subventionen, die Tesla/Solarcity von Nevada und New York erhalten haben dich nicht sonderlich stören, weil die "moralisch ok" sind oder? Selbst wenn Tesla das in Buffalo gerade gewaltig verbockt und wenig überraschend hinter allen Erwartungen zurückbleibt. Aus meiner Sicht ist Tesla da auch nichts vorzuwerfen. Wenn Regierungen und Behörden immer wieder bereit sind, auf in weiter Ferne prognostizierte Beschäftigungs- und Einkommenszahlen zu reagieren, indem sie mit Geldbündeln winken, erwarte ich von jedem Unternehmen, dass sie das mitnehmen.
SZ: Und das man große Investitionen in eine Fabrik nicht komplett aus dem Eigenkapital finanziert ist das normalste von der Welt. Wozu verwässern wenn es lokal billiges Kapital gibt.
Stimmt, das ist völlig normal. Ungewöhnlich ist nur, wenn man über ein dutzend Jahre alles aus Kapitalerhöhungen oder Krediten finanzieren muss, weil man kein einziges profitables Jahr hatte.
SZ: Auf den Cash Flow in Q1 bin ich schon mal gespannt so schlecht dürfte der trotz Wandelanleihenrückzahlung nicht liegen.
Au contraire mon ami! Absatzzahlen, Margeneinbruch und Rentabilität dürften den Bullen in Q1 mutmaßlich das Pipi in die Augen treiben. Warum nicht mal ein Quartal Umsatzrückgang, tut der Wachstumsstory ja sicher keinen Abbruch. In Q2 kann man sich dann ja vielleicht wieder mit ganz guten Absätzen brüsten, weil es ggf. wieder Vorzieheffekte gibt, weil der Taxcredit sich ab Q3 wieder halbiert. Ich finde es wie gesagt ziemlich lustig, dass man plötzlich wieder nur über abgesetzte Stückzahlen und produzierte Fahrzeuge spricht, statt Margen und Umsatzwachstum. :-)
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